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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie Vonovia auf harsche Kritik reagiert
 
„Mieterhöhungen um 50 Prozent sind asozial″
Zwischenüberschrift:
Warum Vonovia nach Kritik an die Moral appelliert und eine Mieterin den Konzern der Lüge bezichtigt
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Nach Vonovia-Mieterhöhungen von fast 50 Prozent ist der öffentliche Aufschrei groß. Caritasdirektor Franz Loth bezeichnet diese schlicht als asozial″. Für Christian Biemann vom Eigentümerverband Haus und Grund war es absehbar, dass Vonovia den Unmut der Mieter auf sich zieht. Nach der harschen Kritik zeigt der Vonovia-Geschäftsführer für die Region Nord, Ulrich Schiller, sich erstaunt, wie man jetzt mit uns umgeht″. Er hätte sich gewünscht, dass die Caritas und andere vorher mit uns sprechen, bevor man uns so angreift″. Heike Schierenbeck und Yvonne Fischer, deren Mieten nach Modernisierung um fast 50 Prozent erhöht wurden, hätten sich leider noch nicht bei Vonovia gemeldet. Fischer bezichtigt Schiller der Lüge. Sie wende sich seit einem Jahr an Vonovia leider vergeblich.

Der Streit um explodierende Mieten nach Sanierungen der Vonovia-Wohnungen in Osnabrück eskaliert: Mieterhöhungen um fast 50 Prozent sind asozial″, sagt Caritasdirektor Franz Loth als einer von vielen Kritikern. Wie Vonovia jetzt auf die harsche Kritik reagiert.

Osnabrück Oberstes Ziel muss es sein, dass niemand durch das skandalöse Geschäftsgebaren der Vonovia seine Wohnung verliert″, sagt Loth. Auch die Stadt und die Solidargemeinschaft müssten eingreifen. Notfalls müssen die Mietobergrenzen angehoben werden, wenngleich es eigentlich unsäglich ist, das die Gewinnmaximierung des Dax-Unternehmens zu- lasten der Steuerzahler geht.″ Loth fordert auch die Bundestagsabgeordneten der Region auf, gesetzliche Regelungen anzustoßen, die nach Sanierungen solch drastische Mieterhöhungen wie in den exemplarischen Fällen von Yvonne Fischer und Heike Schierenbeck verhindern.

Der Geschäftsführer des Eigentümerverbands Haus und Grund, Christian Biemann, hält eine Erhöhung um 47 Prozent bei Bestandsmietern für ungewöhnlich. Eigentlich ist absehbar, dass man damit den Unmut der Mieter auf sich zieht. Wir empfehlen immer, so etwas vorher mit den Mietern abzusprechen oder erst bei einem Leerstand durchzuführen.″

Als Skandal erster Güte″ bezeichnet es die Osnabrücker Linken-Fraktionschefin Giesela Brandes-Steggewentz, wenn Menschen aus ihren Wohnungen herausmodernisiert werden. Vonovia agiere skrupellos: Es geht nur um die fette Rendite, für bezahlbare Wohnungen werden diese Konzerne niemals sorgen.″ Der Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft OWG sei ein fundamentaler Fehler″ gewesen. Es sei an der Zeit, dass CDU und FDP der Neugründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft nicht weiter im Weg stehen.

Auch SPD, Grüne, Osnabrücker Wohlfahrtsverbände und der Mieterverein Osnabrück unterstützen das Bürgerbegehren für eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft, damit die Stadt wieder ein Instrument hat, um steuernd in den Wohnungsmarkt einzugreifen.

CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde betont, dass die Vonovia-Wohnungen, die in der Dodesheide für Schlagzeilen sorgen, im Besitz der Vitus-Gruppe/ Gladbau waren. Die OWG sei 2004 bei einem ausgeglichenen Wohnungsmarkt verkauft worden, da sie überschuldet gewesen sei. Von den aktuell 3926 Vonovia-Wohnungen in Osnabrück waren einst 2900 in OWG-Besitz. 543 Wohnungen davon hat Vonovia 2018 energetisch saniert. Rund 150 Wohnungen jährlich will der Immobilienriese auch in den kommenden Jahren in Osnabrück modernisieren auch Wohnungen aus dem ehemaligen OWG-Bestand.

Im Vorfeld von weiteren Modernisierungen wird aber auch der Sozialbereich der Stadt zu unseren Gesprächspartnern gehören″, sagt der Vonovia-Geschäftsführer für die Region Nord, Ulrich Schiller. Nach der harschen Kritik zeigt er sich erstaunt darüber, wie man jetzt mit uns umgeht″. Er hätte sich gewünscht, dass die Caritas und andere vorher mit uns sprechen, bevor man uns so angreift″. Schiller bezeichnet das als eine Frage des Anstands″. Heike Schierenbeck und Yvonne Fischer, deren Mieten nach Modernisierung um fast 50 Prozent erhöht wurden, hätten sich leider noch nicht gemeldet, damit Vonovia eine individuelle Lösung suchen könne.

Yvonne Fischer bezichtigt Schiller der Lüge, denn sie habe sich seit einem Jahr immer wieder an Vonovia gewandt. Der Konzern habe ihr auch auf mehrfache Anfrage keine kleinere und günstigere Wohnung angeboten, obwohl Vonovia diese selbst auf ihrer Webseite angeboten habe. Fischer sagt konsterniert: Eine Begründung dazu, warum ich nicht in diese kleinere Wohnung umziehen konnte, habe ich von Vonovia aber nicht bekommen.″

Bildtext:
Ich bin erstaunt darüber, wie man jetzt mit uns umgeht″, sagt Vonovia-Geschäftsführer Ulrich Schiller nach der Kritik und vermisst dabei den Anstand″. Das Bild zeigt das Osnabrücker Vonovia-Büro am Hasetorwall.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jean-Charles Fays


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