User Online: 1 | Timeout: 08:53Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ihre Spuren verlieren sich im KZ
Zwischenüberschrift:
Stolpersteine erinnern an die jüdische Familie Heymann
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Der Albtraum eskalierte 1938. Die Nationalsozialisten zwangen Hermann Heymann, seine Frau Bertha und seine Mutter Pauline aus ihrem Geschäft und ihrer Wohnung an der Ecke Markt/ Hasestraße. Bertha Heymann nahm sich vor Verzweiflung das Leben. Ihr Mann und ihre Schwiegermutter wurden später in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Jetzt erinnern Stolpersteine an diese jüdischen Opfer des Rassenwahns im Nationalsozialismus.
Hermann Heymann hatte fast alles verloren, als er im April 1938 in der Not zu Hugo Mosbach in die Blumenthalstraße zog. Und es sollte noch schlimmer kommen. Am 9. November desselben Jahres es war die Pogrom-Nacht verhafteten die Nationalsozialisten ihn, er wurde in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und im April 1939 wieder nach Osnabrück entlassen.
In dem Jahr heiratete er Maria Bernstein, die ihren Sohn Walter Bujakowski mit in die Ehe brachte. Das Paar lebte für kurze Zeit in der Weißenburger Straße 12, doch 1941 zwangen die Nationalsozialisten sie, in das sogenannte Judenhaus in die Kommenderiestraße 11 zu ziehen.
1942 verließ Hermann Heymann Osnabrück für zehn Tage. So lange war er unter der Adresse eines jüdischen Krankenhauses in Hannover als Vertrauensmann der Juden″ gemeldet. Was es damit auf sich hatte, ist nicht überliefert. Bis 1943 war er der letzte Vorsteher der Jüdischen Gemeinde in Osnabrück. Dr. Peter Kästner, einer der Paten der Stolpersteine, erläuterte während der Verlegung: Hermann Heymann hat zwischen den Juden und der Gestapo vermittelt und versucht, das Beste herauszuholen.″
Doch im März des Jahres musste er seine Heimat verlassen. Die Nationalsozialisten verschleppten ihn, seine Frau Maria und seinen Stiefsohn Walter Bujakowski nach Auschwitz ins Konzentrationslager, um sie zu ermorden. Wann, ist nicht bekannt. Ihre Spuren verlieren sich″, berichtete Peter Kästner.
Bereits 1942 war Hermann Heymanns Mutter Pauline nach Theresienstadt und von dort vermutlich weiter nach Polen deportiert worden. Wo und wann die Mörder auf sie warteten, ist nicht überliefert. Doch auch sie wurde Opfer des millionenfachen Massenmords an die Juden.

Bildtext:
Die Inhaber des Geschäfts und Bewohner des Hauses am Markt/ Ecke Hasestraße waren Juden und wurden deshalb Opfer der Nationalsozialisten. Hermann, Bertha und Pauline Heymann kamen ums Leben. Und ihr ehemaliges Zuhause wurde im Krieg zerstört.
Hier stand einst das Kaufhaus Heymann.
Fotos:
Jörn Martens

Stolpersteine

Die messingbesetzten Gedenksteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus jeweils im Pflaster der Bürgersteige vor den Wohn- oder Wirkungsstätten der Juden, Sinti, Deserteure, Menschen, die aus politischen und religiösen Gründen, wegen ihrer sexuellen Orientierung, einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung verfolgt und ermordet wurden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig ist Initiator des Projekts, dem sich inzwischen mehr als 500 Kommunen anschlossen; außer in Deutschland weitere in Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, den Niederlanden und in der Ukraine. Paten der Stolpersteine für die Familie Heymann sind die Grüne Jugend Osnabrück Stadt und Land (für Bertha Heymann), Marlies Saam (für Pauline Heymann) sowie Sigrid und Dr. Peter Kästner (für Hermann Heymann). Schüler des Berufsschulzentrums Westerberg haben die Gedenksteine verlegt: Alexander Kerschner, Jan Klostermann, Jan Thiel und Dominik Strohmeier. Für künftige Verlegungen nimmt das Büro für Friedenskultur gern Hinweise von Zeitzeugen über das Schicksal von NS-Opfern entgegen, Telefon 05 41/ 323-22 87.
Autor:
Jann Weber


Anfang der Liste Ende der Liste