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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gastronomen verkaufen „Abseits″ auf der Straße
Zwischenüberschrift:
Mal Ignoranz, mal Aufmerksamkeit bei der Begegnung mit Passanten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Sieben Mitglieder des Vereins Wirtuos, in dem sich Osnabrücker Individualgastronomen″ zusammengeschlossen haben, schlüpften am Samstag in die Rolle von Verkäufern der Wohnungslosenzeitung Abseits″.

Hatten Sie nicht mal Restaurants?″, wurde Luis Hidalgo Martinez von erstaunten Passanten gefragt, als er mit einem Stapel neuester Abseits-Ausgaben in den Händen auf der Großen Straße stand. Die Sorge um seine berufliche Existenz konnte ihnen vom El-Hidalgo- und Don-Luis-Geschäftsführer aber genommen werden, indem er sie darüber aufklärte, dass es sich um eine Aktion unter Gastronomie-Kollegen handelt, die mehr Aufmerksamkeit auf Menschen in sozialen und finanziellen Notsituationen lenken will.

Wie schwierig das mitunter sein kann, bekam nicht nur Kartoffelhaus-Chef Jörg Radloff zu spüren, als er die Erfahrung machen musste, selbst von einigen Stammkunden bewusst ignoriert″ zu werden. Zumindest am Anfang″ hätten viele Passanten erst einmal versucht, verschämt wegzugucken, statt auf ihn zuzugehen. So erfuhren die Gastronomiebetreiber am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, zwar mitten in der belebten Fußgängerzone, aber doch im Weg″ zu stehen, wie Radloff das Gefühl beschreibt, überflüssig″ zu sein.

Schon zum dritten Mal fand die Aktion statt, und der kleine Gastro-Stammtisch ist inzwischen zu einem amtlichen Verein mit 20 Mitgliedern angewachsen. Pascal Arnouts vom Warsteiner Treff in der Krahnstraße ließ sogar zur Mittagszeit seine Küche kalt, sein Kollege Pedro Stortini von der brasilianischen Chachacaria Planeta Sol schloss sich umgehend an. Für die beiden Neumitglieder Miro Bauhaus, der im April das Schmale Handtuch in der Hasestraße übernommen hat, und Michael Werner, der das Büdchen am Westerberg betreibt, war der Perspektivwechsel″ eine spannende Erfahrung. Einige, die ihn erkannt hätten, seien offensichtlich verwirrt″ gewesen, die meisten aber offen auf ihn zugekommen, wertete Bauhaus die Aktion positiv .

So wie die regulären Abseits″-Verkäufer erhielten auch die Gastronomen die Hälfte des Heftpreises als Gewinn, auf den sie aber in solidarischer Einigkeit verzichteten.

Bildtext:
Für einen Tag im Abseits: (von links) Jörg Radloff (Kartoffelhaus), Luis Hidalgo Martinez (Don Luis und El Hidalgo), Miro Bauhaus (Schmales Handtuch), Pascal Arnouts (Warsteiner Treff), Michael Werner (Büdchen am Westerberg), Bernd Wagner (Sonnendeck) und Pedro Stortini (Planeta Sol) vom Verein Wirtuos.
Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
mali


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