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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mit Rembrandt für die OAB
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf das Osnabrücker Bier und seine Tradition ins Bild setzte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Jahresende erfolgt mit dem Aus für das Osnabrücker Pils″ der endgültige Abgesang auf eine lange Brautradition mit Wasser aus den tiefen Quellen des Westerberges″. Der Karikaturist Fritz Wolf hat dem heimischen Pils nicht nur in seiner Lieblingskneipe Holling″ zugesprochen, wie seine Arbeiten belegen.

Osnabrück Immerhin wählte der Zeichner niemand Geringeren als den großen niederländischen Barockmaler Rembrandt zum Vorbild, um sich wie dieser einst mit seiner Saskia als frühneuzeitlicher Künstler mit Ehefrau Edith zu verewigen. Mit einem Bierglas dem Betrachter zuprostend, versetzte sich Fritz Wolf in jene Epoche, in der europäische Friedensgesandten in Osnabrück über das Ende des Dreißigjährigen Krieges verhandelten.

Während die Fritz-Wolf-Gesellschaft dieses Selbstbildnis als zentrales Motiv für den 100. Geburtstag ihres Namenspatrons auswählte, geriet ein entscheidendes Detail erst aus aktuellem Anlass in den Blick: Der Meister genießt selbstverständlich Pilsener der OAB (Osnabrücker Aktien-Brauerei), wie der Schriftzug auf dem Glas belegt. Vielleicht schaut er ob der erahnten ungewissen Zukunft des Getränkes eher ein wenig zerknirscht drein.

Auch seine abendlichen Besuche im Traditionslokal Holling″ hat der Zeichner verewigt: Wenn er seine tägliche Karikatur in der Tagespost-Redaktion″ am Breiten Gang abgegeben hatte, schaute er gern bei Kneipier Alois Wermelt an der Hasestraße vorbei. Kurz-Lang″ hieß es dann offenbar, denn eine Zeichnung für die Bilder aus der Provinz″ im Stern″ zeigt nicht nur beide im Gespräch über den besten Kanzlerkandidaten bei den Wahlen 1965. Das Schnaps- und das Bierglas zeugen von flüssigen Vorlieben Fritz Wolfs in jenen Jahren.

Für die Hoteldirektorin Ira Klusmann machte sich Fritz Wolf vor 20 Jahren zeichnerische Gedanken über die Trinkgewohnheiten der alten Germanen, die auf insgesamt acht kolorierten Zeichnungen und sehr zum Leidwesen ihrer Frauen mit Trinkhörnern dem Honigwein Met zusprechen. Dass dieser erst durch die Urinbeigabe dreister teutonischer Lausebengel die rechte Würze erhielt, darf indes getrost in das Reich Wolf′scher Fabeln verwiesen werden.

Gleichwohl endet mit dem (ohnehin nach 1987 in Dortmund produzierten) Osnabrücker Pils″ keinesfalls die Osnabrücker Brautradition, denn die kleine Brauerei Beura″ in der Möserstraße und die Hausbrauerei Rampendahl″ stellen heute ihren Gerstensaft tatsächlich in Osnabrück her. Dazu wäre Fritz Wolf sicherlich auch eine passende Bildidee in den Sinn gekommen.

Bildtexte:
Selbstbildnis von Fritz Wolf (mit seiner Frau Edith).
" Mein Stammkneibenwirt Alois für Strauß..."
" Über die berauchende Wirkung des Mets kann heute nur gerätselt werden."

100 Jahre Fritz Wolf

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf (1918–2001) anlässlich seines 100. Geburtstages eine Karikaturen-Serie. Wolf′sche Bierkarikaturen samt Sammler-Erinnerungen an die OAB sind derzeit in der Kneipen-Ausstellung Prost! im Museum Industriekultur zu sehen, während das Museum Villa Stahmer in Georgsmarienhütte und das Stadtmuseum Quakenbrück die Themen Kunst und Mode sowie Musik präsentieren. Der neue Fritz-Wolf-Kalender 2019 ist an den Ausstellungsorten und im Buchhandel zum Preis von 18, 90 Euro erhältlich.

Infos erteilt der Medienwissenschaftler Sebastian Scholtysek, Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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