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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Erwartungen übertroffen: 580 000 Besucher auf Landesgartenschau
 
Bad Iburger Laga ein Gewinn für die Region
 
130 000 Tulpenzwiebeln später
Zwischenüberschrift:
Gartenschau-Gäste bringen 32 Millionen Euro mit
 
Zahlen, Daten, Fakten: IHK ermittelt den durchschnittlichen Besucher der Landesgartenschau
Artikel:
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Originaltext:
Bad Iburg Maskottchen Rosalotta ist das Lächeln ins Gesicht geschneidert. Dass die Laga-Macher genauso strahlen, liegt an den 580 000 Besuchern, die die Bad Iburger Landesgartenschau sehen wollten, 80 000 mehr als geplant. Damit setzt sich die Kleinstadt im Osnabrücker Südkreis unter den bundesdeutschen Lagas ins beste Licht. Das badische Lahr hat die erhofften 800 000 Besucher gerade so erreicht. Die drei anderen Ausrichter bleiben unter den Erwartungen: Burg in Sachsen-Anhalt schafft zwei Drittel der geplanten 450 000 Gäste. Würzburg hoffte auf eine Million, 700 000 kamen. Bad Schwalbach zählte statt 480 000 nur 300 000 Besucher. Und auch die niedersächsischen Vorgänger Bad Essen (513 000) und Papenburg (514 000) kann Bad Iburg übertrumpfen.
Foto:
Jörn Martens

Was für ein Erfolg. Die Bad Iburger reißen mit ihrer Landesgartenschau das selbst gesteckte Ziel von 500 000 Besuchern. 580 000 kamen an den Dörenberg, um auf dem Baumwipfelpfad oder im Waldkurpark Natur, Kunst und Gärten zu genießen.

Bad Iburg Für Laga-Chefin Ursula Stecker, Unternehmensberaterin mit dem Schwerpunkt Sanierung, entwickelte sich ihre erste Landesgartenschau zu einem Triumph. Wir haben es geschafft. Das bedeutet, dass das kalkulierte Defizit nicht anfällt. Und wir haben mit den Themen Kneipp, Waldbaden und Inklusion neue Zielgruppen erreicht″, freute sie sich.

Der Weg zur Gartenschau begann ruckelig. Die Angst vor roten Zahlen war groß, der Streit ums Ja oder Nein zur Laga wurde mit harten Bandagen geführt. Einer, der die Schau vom ersten Gedanken an unterstützte, war Landrat Michael Lübbersmann. Wir können Laga im Osnabrücker Land″, konstatierte er mit Blick auf die gleichermaßen erfolgreiche Schau 2010 in Bad Essen. Die Laga nütze dem gesamten Osnabrücker Land, Wirtschaft und Tourismus, und sie werde weiter Früchte tragen. Der Baumwipfelpfad wird viele Besucher nach Bad Iburg führen″, prognostizierte der Landrat.

Was zum Erfolg beigetragen habe: eine Finanzexpertin mit Dienstleistungsbewusstsein, ein tolles Team, engagierte Ehrenamtliche, ein attraktiver Standort, eine grandiose Idee, gutes Wetter und kompetente Förderer.

Für die Macher war die Abschlusspressekonferenz eine Belohnung für sechs anstrengende Monate. Denn die vorgestellten Zahlen haben es in sich: Die Iburger Laga-Besucher gaben in der Region 32 Millionen Euro aus, so die IHK, sie sind im Schnitt 55 Jahre jung″ und zu 56 Prozent weiblich. In Bad Essen machten Frauen zwei Drittel aus, 2014 in Papenburg waren 64 Prozent der Besucher älter als 54. Knapp zwei Drittel der Iburger Gäste kamen aus Niedersachsen, die anderen zumeist aus NRW. Nur 0, 4 Prozent sprachen Niederländisch. Das ist nicht ungewöhnlich″, erklärte Harald Mikulla von der Fördergesellschaft Landesgartenschauen: Unsere Nachbarn besuchen lieber eigene Gartenschauen, die ganz anders aufgebaut sind.″

Ich bin sehr dankbar, dass die Bürger bei ihrer Entscheidung die richtige Nase hatten″, sagte Bürgermeisterin Annette Niermann. Das Jahr war perfekt, mit so viel Herz und Leidenschaft. Für die Iburger ist die Laga zum Wohnzimmer geworden.″ Der Beweis: Bei knapp 10 000 Einwohnern wurden 9100 Dauerkarten verkauft.

Nun sollen Innenstadt und Kurwesen konzentriert weiterentwickelt werden. Darüber wird bereits intensiv diskutiert. Fest steht: Der Baumwipfelpfad öffnet im April wieder.

Die Laga hatte viele Unterstützer: den rührigen Förderverein wie den Tourismusverband Osnabrücker Land (TOL), der die Schau allein auf 22 Messen bewarb, berichtete TOL-Chefin Petra Rosenbach.

Die größte Unterstützung aber kam von den Besuchern, die ihre Begeisterung auch in sozialen Medien teilten. Besucherstärkster Monat war der milde September, der stärkste Tag Pfingstsonntag.

Bad Iburg war die schönste der sechs niedersächsischen Landesgartenschauen″, lobte Mikulla. Der Chef der Fördergesellschaft warb bei der Landesregierung erneut für eine Förderung, denn Landesgartenschauen sind immer ein Gewinn″.

Für Bad Iburg trifft das auf alle Fälle zu.

Bildtexte:
So lässt es sich´s leben ob beim Relaxen am Charlottensee, mit Blick auf tuffige Dahlien oder auf dem Baumwipfelpfad, wo Rosaletta und ihr " Team" die freuliche Laga-Bilanz vorstellten.
Abschied von der Laga. Bis Sonntag sind die Pforten noch geöffnet. Die Blumenvielfalt auf den Beeten zeigt sich nun in herbstlichen Farben.
Fotos:
Jörn Martens

Laga in Zahlen

180 Veranstaltungstage
130 Tage ohne Regen
18 Tage über 30 Grad
580 000 Besucher
9100 Dauerkarten
1155 Busgruppen
96 ehrenamtlich Tätige
130 000 Tulpenzwiebeln
16 500 Zwiebelpflanzen
700 Rhododendren
700 Kürbisse
240 Bauernhortensien
360 Säcke Blumenerde
5000 Kubikmeter Gießwasser
3, 6 Kilometer Bratwurst
2, 3 Tonnen Schnitzel
7 Tonnen Pommes
3000 ganze Landkuchen
82 Teakholzbänke
50 Liegestühle
35 Sitzsäcke
20 Sitzkissen
99 700 Fahrstuhlfahrten am Baumwipfelpfad
1500 Veranstaltungen
1000 Führungen

Kommentar
Jetzt geht′s auf die Langstrecke

Kurzstrecke können die Bad Iburger. Das haben sie in den vergangenen sechs Monaten mit Glanz und Gladiolen bewiesen. Sie spurteten zum Eröffnungstag und schenkten der Region eine furiose Landesgartenschau.

Ordentlich Rückenwind bliesen Landkreis und Tourismusverband über den Dörenberg, auch aus den Nachbarorten strömte er heran. Vereine und 100 Ehrenamtliche pusteten fleißig mit.

Diese Landesgartenschau hat gezeigt, dass das Konzept Zukunft hat. Dabei spielten die Blumen im Strauß der Angebote eine wichtige, aber nicht die Hauptrolle. Was beweist, dass Gartenschauen viel mehr als betuliche Blümchenschauen sind. Voraussetzung dafür ist ein vernünftiges Konzept, gerne auch ein trendbewusstes. Mit dem manchmal belächelten Waldbaden setzte Bad Iburg einen Pflock ins touristische Angebot im Teuto.

Und nun? Das selbst gesteckte Ziel ist erreicht. Die Besucherzahlen sind mehr als gut, die Stimmung ist bestens. Das neue Gemeinschaftsgefühl strahlt über Parks und Gärten. Zeit, innezuhalten und Luft zu holen. Nur nicht zu lange.

Denn das Wichtigste kommt erst noch. Die Iburger werden sich überlegen müssen, wie sie ihre alten und neuen touristischen Qualitäten vom Sprint auf die Marathonstrecke bringen. Dafür brauchen sie einen langen Atem.

Und der will trainiert werden. Dabei drohen Muskelkater und Seitenstiche, womöglich Knatsch im Team, mancher wird sich vielleicht zurückgelassen fühlen.

Umso mehr braucht die Stadt Menschen, die den viel gepriesenen neuen Zauber″ immer wieder befeuern. Persönlichkeiten mit touristischer Expertise und menschlicher Größe. Ansonsten könnte sich die Magie der vergangenen Monate schneller verflüchtigen wie ein Hauch Blütenstaub.

Bad Iburg Das Veranstaltungsteam ist mit der Landesgartenschau zufrieden. Die schwarze Null wurde erreicht, die Laga zahlenmäßig bis ins Detail ausgewertet. Herausgekommen sind allerhand Daten und Fakten von der Gesamtlänge aller verkauften Bratwürste, den gepflanzten Tulpenzwiebeln bis zum Profil des durchschnittlichen Laga-Besuchers.

Der besucherstärkste Monat war der September, der besucherstärkste Tag Pfingstsonntag. Doch das heiße Sommerwetter verhieß nicht nur Gutes für die Landesgartenschau: Im Juni war das Besucheraufkommen am schwächsten, denn hohe Tagestemperaturen über 28 Grad schrecken die Gäste eher ab, als dass sie anlocken.

500 der insgesamt 580 000 Besucher befragte die IHK und ermittelte auf dieser Grundlage das Profil des durchschnittlichen Laga-Besuchers. Dieser reiste mit dem Auto aus etwa 50 Kilometern im Umkreis an, war im Schnitt 55 Jahre alt und blieb für einen Tag. Er befand sich in einem Angestelltenverhältnis, hatte einen mittleren bis hohen Bildungsgrad, war in einer Gruppe zu Besuch und gab im Schnitt 35 Euro pro Tag auf dem Veranstaltungsgelände aus die Kosten für den Eintritt nicht mitgerechnet.

Dafür wurde dem Gast einiges aus der Pflanzenwelt geboten: 130 000 Tulpenzwiebeln, 16 500 Zwiebelpflanzen wie Narzissen und Hyazinthen und etwa 700 Rhododendren wurden auf der Laga gepflanzt. Hinzu kamen rund 240 Bauernhortensien sowie 700 Kürbisse und circa 2500 weitere Pflanzen wie Sonnenblumen oder Dahlien. Allein in den Themengärten und auf den Blütenterrassen wurden zur Bewässerung etwa 5000 Kubikmeter Wasser verwendet. Die Beete der Blumenhalle beanspruchten 90 Kubikmeter Sand und 360 Säcke Blumenerde.

In Sachen Gastronomie zeigt sich die Landesgartenschau weniger gesundheitsbewusst als mit ihrem Programm rund um Waldbaden, Yoga, Kneipp und Co.: Etwa 2, 3 Tonnen Schnitzel wurden im Lauf der letzten 180 Tage verkauft. Würde man alle gegrillten Bratwürste aneinanderreihen, ergäbe sich eine Gesamtlänge von 3, 6 Kilometern. Gut sieben Tonnen Pommes kamen auf die Teller und etwa 3000 ganze Landkuchen vom Blech. Für den Ausgleich zu all den Aktivangeboten für die Laga-Gäste gab es 82 Teakholzbänke, 50 Liegestühle, 35 Sitzsäcke und 20 Sitzkissen für die gemütliche Pause. Wer die etlichen Stufen hinauf zum Baumwipfelpfad nicht erklimmen, aber dennoch die gute Aussicht über Bad Iburg genießen wollte, nahm den Aufzug. Der fuhr 99 700-mal.

Bildtext:
Bei der Abschlusspressekonferenz der Laga gab es reichlich Zahlen, Daten und Fakten.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Stefanie Adomeit


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