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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nach Razzia verschleppt
Zwischenüberschrift:
Stolperstein für Salomon de Lange
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Salomon de Lange stammte aus den Niederlanden und lebte in Osnabrück, er war Jude und mit einer evangelisch- lutherischen Christin verheiratet. Diese Weltoffenheit war für die Nationalsozialisten eine Provokation.
Als Hitler an die Macht kam und mit ihm der Rassenhass regierte, floh Salomon de Lange in sein ehemaliges Heimatland. Doch die Nationalsozialisten besetzten einige Jahre später auch die Niederlande, nahmen ihn fest und ermordeten ihn im Konzentrationslager. An das Schicksal dieses Mannes erinnert jetzt ein Stolperstein vor seinem ehemaligen Zuhause an der Wüstenstraße 18.
Er war Viehhändler und Mitglied der Osnabrücker Synagogengemeinde. Über die Lebensdaten hinaus ist nicht viel mehr über Salomon de Lange bekannt. Doch für Ulrich Schierhold, der neben Martina Strathmann Pate des Stolpersteins an der Wüstenstraße 18 ist, geben die wenigen Informationen Auskunft über die Haltung des gebürtigen Niederländers.
Dass er in Deutschland eine neue Heimat gefunden und eine Christin geheiratet hatte, deutete Ulrich Schierhold bei der Verlegung des Gedenksteins so: Er hat sich in seiner Lebensführung zunächst offenbar nicht eingeschränkt gefühlt durch irgendwelche Grenzen der Nationalität und der Konfession. Und warum auch, möchte man fragen. Wir vertrauen doch auch auf unsere zivilisatorischen Gewissheiten.″

Mit Christin verheiratet

Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war es für die nächsten zwölf Jahre vorbei mit Selbstbestimmung und Menschenrechten – „ welch ungeheurer Zivilisationsbruch″, wie der Pate des Stolpersteins feststellte.
Diesen Bruch hat Salomon de Lange offensichtlich früh wahrgenommen. Er, seine Frau Erna, sein Bruder Wilhelm und seine Eltern verließen Deutschland bereits Mitte der 1930er-Jahre.
Doch 1941 begannen die Nationalsozialisten ebenfalls in den Niederlanden mit Razzien. Auf der Suche nach Juden stießen sie auch auf Solomon und Wilhelm de Lange.
Beide wurden mit vielen anderen nach Oberösterreich in das Konzentrationslager Mauthausen verschleppt und dort im Oktober 1941 ermordet. Die Nationalsozialisten waren längst zu Massenmördern geworden. Ihr Rassenhass war eskaliert.
Und Salomon de Lange fiel ihm im Alter von 38 Jahren zum Opfer.

Bildtext:
An den Tod von Salomon de Lange erinnert nun ein Stolperstein in der Wüstenstraße.
Foto:
Jörn Martens

Stolpersteine

Die messingbesetzten Gedenksteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus jeweils vor den Wohn- oder Wirkungsstätten der Juden, Sinti, Deserteure, Menschen, die aus politischen und religiösen Gründen, wegen ihrer sexuellen Orientierung, einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung verfolgt und ermordet wurden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig ist Initiator des Projekts, dem sich mehr als 480 Kommunen anschlossen; außer in Deutschland weitere in Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, den Niederlanden und in der Ukraine. Den Stolperstein für Salomon de Lange haben Schüler des Berufsschulzentrums Westerberg unter der Leitung ihres Lehrers Rainer Knippenberg verlegt: Pascal Nobbe, Dominik Strohmeier, Philipp Unverfehrt und Dennis Webering. Für künftige Verlegungen nimmt das Büro für Friedenskultur gern Hinweise von Zeitzeugen über das Schicksal von NS-Opfern entgegen. Die Telefonnummer lautet 05 41/ 3232287. Am Dienstag, 18. Mai, werden in Osnabrück weitere Stolpersteine verlegt.
Autor:
Jann Weber


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