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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Gartenschau schießt aus dem Boden
Zwischenüberschrift:
Langer Winter kostet 50 000 Euro extra – Arbeiten unter hohem Zeitdruck
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
BAD ESSEN. Kennen Sie Bob, den Baumeister? Die Trickfigur aus der gleichnamigen Kinderserie steht in jeder Folge vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe. Doch dann stellt er die eher rhetorische Frage Können wir das schaffen?″, und prompt antworten seine Helfer Baggi, der Schaufelbagger, und Heppo, der Hebekran, voller Elan im Chor Jou, wir schaffen das! und legen los. Ähnlich mutet das Geschehen im Bad Essener Kurpark und auf Schloss Ippenburg an.

Die Arbeiten für die Landesgartenschau (Laga) litten unter dem langen kalten Winter, doch laufen sie jetzt auf Hochtouren. In den alten Bäumen des Kurparks hocken die Baumsteiger, um tote Äste zu entfernen. Auf dem Boden reihen sich Transporter, Bagger und Pritschenwagen mit den Logos sämtlicher Garten- und Landschaftsbauer der Region aneinander. Da wird planiert, verfüllt, zementiert, gepflastert, gefräst, gepflanzt ein Besucher ist dort derzeit eigentlich immer ein bisschen im Weg.
Doch Laga-Geschäftsführer Heinrich Sperling macht sich gern die Mühe, uns über die Großbaustelle zu führen. Denn entgegen aller Befürchtungen ob des anhaltend schlechten Wetters liege die Baustelle an der Sole-Arena voll im Plan. Für die Gartenbaufirmen, so Sperling, sei es Ehrensache, den Termin zu halten. Sie hätten ihr Personal aufgestockt, zudem habe es selbst im Januar keine Pause gegeben. Bei Dunkelheit, Frost und mit Auftauheizung sei weitergearbeitet worden. Wir haben keine Streichliste, es gibt kein Worst-Case-Szenario. Ich kann mir zwar eine Menge schlimmer Dinge vorstellen, aber aufhalten kann uns nur ein Unglück von außen″, sagt Sperling. Und die zusätzlichen Kosten, verursacht durch mehr Personal und Spezialgerät? Der Geschäftsführer: Wir gehen von Mehrkosten von rund 50 000 Euro aus.″ Da müsse man sehen, wo an anderer Stelle im Laga-Etat gespart werden könne. Lachend fügt er hinzu: Wir sind es gewohnt, mit engem Geld- und Zeitbudget zu arbeiten.″
Dass die Landesgartenschau dennoch alles andere als die Verwaltung des Mangels darstellt und die Veranstalter ihres Erfolges sicher sind, liegt zum Gutteil daran, dass eingewachsene Strukturen einbezogen wurden. Denn die Aufgabe der Planer lautete, einen in die Jahre gekommenen Kurpark zu modernisieren.
Deshalb ist es gar nicht nötig, große Gehölze zu pflanzen. Die grüne Kulisse für den in diesem Jahr vielleicht ein wenig später zu erwartenden Blütenteppich ist somit bereits vorhanden. So ist der Wald in das Konzept eingebunden und bildet den Hintergrund für Hüttendorf, Waldbühne und Himmelsterrasse mit Blick auf den neuen Serpentinenweg Gartenschau-Schwerpunkte, die so gut wie fertig sind. Herzstück und gleichzeitig noch ein wenig neuralgischer Punkt″, wie der technische Leiter der Laga, Elmar Pröbsting, einräumt, ist die Sole-Arena. Neuralgisch deshalb, weil hier wetterbedingt etliche Gewerke parallel abgewickelt werden müssen. Am Gerippe aus Konstruktionsholz wird noch geschraubt, da sind die Pflasterer schon bei der Arbeit. Neben den Basaltsteinen liegt das Schwarzdornreisig bereit, durch das demnächst die Sole hindurchgeleitet wird. Es wird alles gelingen, und es wird etwas ganz Einmaliges″, ist sich Pröbsting sicher.
Auf dem Gelände von Schloss Ippenburg schmatzt der Schlamm unter unseren Füßen. Kein Wunder, denn die Baufahrzeuge, die sich vor und hinter dem Schloss stauen, haben beim Tauwetter die Wege ziemlich zugerichtet. Der Frost so sehr er die Tiefbauarbeiten im Kurpark verzögerte, für die Baumaßnahmen im Schlosspark war er hilfreich, weil sich dadurch der Ippenburger Lehmboden mit schwerem Gerät besser befahren ließ. Viktoria von dem Bussche ist denn auch guter Dinge angesichts des bevorstehenden Pre-Openings der Gartenschau, dem österlichen Narzissenfest. Ich bin ganz vergnügt″, sagt die Freifrau, der das Chaotische vor dem Termin″ von ihren Gartenfestivals bekannt ist.
Ihre Vorfreude gilt unter anderem den 10 000 Vergissmeinnicht und Maßliebchen sowie den 5000 Narzissen, die sie in diesem Jahr zusätzlich zu den fürs Narzissenfest ohnehin schon üppigen Mengen an Frühblühern geordert hat. Unter anderem sollen sie den Weg entlang der Heckenlabyrinthe säumen. Diese, so die Schlossherrin, seien zwar (wie in den Vorjahren übrigens auch) zum Narzissenfest noch nicht geöffnet, neugierige Grünfinger würden aber auch gerne einmal einen Blick auf deren Entstehung werfen. Wir tun gar nicht so, als wäre schon alles da. In der Natur hat nun einmal alles seine Zeit″, sagt die Schlossherrin.
Es sei alles im grünen Bereich das 1000 Quadratmeter große Gastronomie-Zelt, das neue Gewächshaus für die Show-Cooking-Veranstaltungen sowie der NDR-Pavillon stehen, die neuen Küchengärten sind angelegt. Es müssen nur noch Wege und Rasenflächen auf Vordermann gebracht werden und dann, ja dann kann er kommen, der Lenz. Zum Bad im Blütenmeer. Zum Narzissenfest auf Schloss Ippenburg vom 1. bis 5. April mit Blumenschau im alten Hallenbad und zur Eröffnung der Landesgartenschau am 23. April. Das wird er ja wohl schaffen.

Bildtexte:
Die Himmelsterrasse (links) wird den Besuchern der Landesgartenschau einen schönen Blick über Bad Essen öffnen. Das Hüttendorf (Mitte) steht noch auf Abruf, und die Beete nehmen Schritt für Schritt Form an. Die Gartenschau wird am 23. April eröffnet.
Die Sole-Arena ist ein Herzstück der Landesgartenschau. Hier wird an jeder Ecke gearbeitet, um den Zeitplan einzuhalten.
Die Ippenburg ist eine riesige Baustelle. Die Ständer für Pavillons liegen zum Aufbau bereit (linkes Foto). Im weiten Garten werden Schächte und Rohre gelegt (Mitte). In dem neuen Gewächshaus (rechts) wird das Show-Kochen stattfinden. Der lange Frost kam den Bauarbeitern entgegen. Sie konnten die schweren Geräte auf dem gefrorenen Lehmboden besser bewegen.
Fotos:
Michael Hehmann
Autor:
Kerstin Balks


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