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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Heute bricht Karmann das Schweigen
Zwischenüberschrift:
1000 Beschäftigte demonstrierten während Aufsichtsratssitzung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Mindestens in einem Punkt waren sich gestern alle Mitglieder des Karmann-Aufsichtsrates einig: Zuerst informieren wir die Belegschaft.″ Heute um 11 Uhr wird die Geschäftsführung vor die Mitarbeiter treten und sie über die Zukunft des Fahrzeugbaus unterrichten.

Karmann will heute offensichtlich Ergebnisse präsentieren. Bis dahin wollen die Aufsichtsräte allerdings eisern schweigen. Rund zwei Stunden berieten sie gestern hinter verschlossenen Türen in einer außerordentlichen Sitzung. Zentrales Thema dürfte das erwartete Ende des Fahrzeugbaus in Osnabrück gewesen sein. Nach Informationen unserer Zeitung wurden in den vergangenen Wochen auch Gespräche zum möglichen Verkauf einzelner Unternehmensteile geführt. Ziemlich sicher dürfte sein, dass das letzte Auto bereits Ende Mai und damit rund ein Vierteljahr früher als geplant vom Band laufen soll. Dazu werden heute konkrete Aussagen erwartet.
Die Mitarbeiter haben einen Anspruch darauf, zuerst unterrichtet zu werden″, begründet IG-Metall-Chef Hartmut Riemann sein Schweigen. Von der Belegschaft glaubt aber offensichtlich kaum noch jemand an die Zukunft des Fahrzeugbaus. Rund 1000 Beschäftigte demonstrierten gestern während der Aufsichtsratsitzung auf dem Werksgelände für ihre Rechte. Etliche waren trotz Kurzarbeit gekommen, um die Redner von Betriebsrat und IG Metall mit Applaus zu unterstützen.
Betriebsratschef Gerhard Smolinski, sein Stellvertreter Gerhard Schrader und Achim Bigus von der IG Metall erneuerten die Arbeitnehmerforderungen der vergangenen Monate: für jeden Gekündigten eine Abfindung in Höhe eines halben Monatslohns pro Beschäftigungsjahr und die Einrichtung einer Transfergesellschaft für die über 1700 Betroffenen. Dennoch hallten auch immer wieder Durchhalteparolen über das Werksgelände: Wir wollen unsere Arbeitsplätze behalten″, schallte es aus dem Lautsprecher.
So lautstark wie die Kundgebung auf dem Werksgelände, so verschlossen waren die Mitarbeiter beim Gang durch das Werkstor: Niemand wollte sich zur Stimmung im Betrieb äußern. Während zumindest einige wenige in Osnabrück noch hoffen, gehen am Fahrzeugproduktionsstandort Rheine am morgigen Freitag die Lichter aus. Dort verlässt der letzte Audi 4 Cabrio mit dem Ende dieser Woche das Fließband. Derzeit arbeiten 753 Beschäftigte für Karmann in Rheine. Ab April werden noch 100 von ihnen Cabrio-Dächer bauen.

Bildtext:
Mit Transparenten und Lautsprechern zogen gestern die Karmänner vor das Gebäude der Geschäftsführung, in dem die Mitglieder des Aufsichtsrates über die Zukunft des Fahrzeugbaus berieten.
Foto:
Michael Hehmann
Autor:
prin


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