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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Viele Tonnen Metall schwingen und klingen
Zwischenüberschrift:
Heute um 18 Uhr läuten auch in Osnabrück alle Glocken zum Friedenstag
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mehr als sechs Tonnen schwingen in Osnabrücks Kirchtürmen. Staatliche und kirchliche Glocken in ganz Europa erklingen heute gemeinsam zum Weltfriedenstag.

OsnabrückHeute ist ein Glockenläuten, das es in sich hat: Ab 18 Uhr wird eine Viertelstunde ein weithin hörbares Zeichen des Friedens gesetzt. Zum ersten Mal läuten europaweit kirchliche und säkulare Glocken gemeinsam. In Osnabrück beteiligen sich stadtweit die 35 Gemeinden der katholischen und derevangelisch-lutherischen Kirchen sowie die Stadt Osnabrück mit den Kapellenglocken auf den Friedhöfen.

Die Kirchenglocken werden aber nicht einfach so gebimmelt″, erklärt Hermann Haarmann, Pressesprecher des Bistums Osnabrück. Das Glockenläuten ist immer eine Einladung zum Gebet, zu einer Andacht oder Vesper im Gotteshaus. Im Osnabrücker Dom findet beispielsweise im Anschluss an das Läuten eine Vesper statt, und die Matthäusgemeinde in der Moorlandstraße lädt zu einem Friedensgebet zu 18.15 Uhr in die Kirche ein.

Zum Glockenläuten rufen unter anderem der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, das katholische Bonifatiuswerk und das Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf. Ein bundesweites Läuten, in dem sich kirchliche und weltliche Glocken verbinden, ist ein wunderbares Zeichen für den Frieden″, sagt der Kulturbeauftragte des Rates der EKD, Johann Hinrich Claussen. Das Anliegen des Weltfriedenstages ist, die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken.″

Per Hand geläutet werden die tonnenschweren Glocken in den Osnabrücker Kirchen übrigens schon lange nicht mehr. Bei rund sechs Tonnen bräuchte man da nicht nur einen langen Strick, sondern auch viele Muskeln. 5, 8 Tonnen so viel wiegt die größte der fünf Glocken in der Marienkirche. Noch schwerer ist die Domglocke mit 6, 2 Tonnen. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Glocke in St. Marien noch per Hand bedient. Heute muss Küster Carsten Niemeyer lediglich ein paar Knöpfe drücken: Erst den von der kleinsten Glocke, dann sechs Sekunden warten, dann folgt die nächste bis zur größten Glocke. In umgekehrter Reihenfolge werden die Glocken wieder ausgestellt. Die größte Glocke klingt am längsten nach″, sagt Niemeyer. Der Schlägel in der Glocke kommt rund 30 Sekunden nach dem Ausschalten noch an die Glocke und braucht dann noch eine ganze Minute bis zum Stillstand″.

Auch in den katholischen Kirchen in Osnabrück startet das Läuten per Knopfdruck. Auf einem Bildschirm sieht Domküster Ansgar Stuckenberg die sechs Glocken. Einmal draufgedrückt, erklingt die jeweilige Glocke wenig später. Seit sieben Jahren ist Stuckenberg nun Küster im Dom. Vorher habe ich in Rieste als Küster gearbeitet″, sagt Stuckenberg, Ich wollte immer mal Küster im Dom werden und freue mich, dass der liebe Gott das so hört.″

Die Domglocken selbst kann der Küster nicht zeigen. Seit in Wietmarschen 2016 eine Glocke abgestürzt ist, dürfen im Bistum Osnabrück keine Unbefugten mehr in die Glockenstuben. Ähnlich handhabt es die evangelische Kirche in Osnabrück. Da die Marienkirche aber seit den 1980er-Jahren einen begehbaren Turm hat, der an den Glocken vorbeiführt, können Besucher hier auch die Glocken sehen. Zu den Glocken selbst gibt es aber keinen Zugang″, sagt Niemeyer. Außerdem werden die Glocken jährlich und der Turm alle drei Jahren gewartet und geprüft.

Das europaweite Läuten hat heute Premiere. Die Osnabrücker Glocken von evangelischer und katholischer Kirche schallten in der Vergangenheit aber schon öfter zusammen: 1990 am Tag der Wiedervereinigung, 1998 im Rahmen der Feiern 350 Jahre Westfälischer Frieden″ oder am 11. September 2001 wegen des Terrorangriffs auf die Twin Towers in New York. Am 13. September 2014 erklangen die Glocken der evangelischen St.-Marien-Kirche und des katholischen Doms zusammen zum Gedenken an den Bombenangriff auf Osnabrück vor 70 Jahren am 13. September 1944. Wir haben gemeinsam mit den großen Glocken angefangen und jede Minute eine jeweils kleinere Glocke dazu angestellt″, erklärt Haarmann, Insgesamt hat das Läuten 14 Minuten gedauert genau wie damals der Luftangriff.″

Bildtext:
Die Glocken der Marienkirche läuten heute eine Viertelstunde lang zum Weltfriedenstag.
Im Dom werden die Glocken von Küster Ansgar Stuckenberg per Mausklick gestartet.
Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Jana Henschen


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