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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zieht Decathlon ins Neumarkt-Center?
 
Sport-Riese im Center am Neumarkt?
Zwischenüberschrift:
Decathlon will nach Osnabrück / Im Gespräch mit Investor Unibail
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Sportartikel-Gigant Decathlon liebäugelt nach Recherchen unserer Redaktion mit einer Niederlassung in Osnabrück. Möglicherweise zieht es den stark expandierenden Filialisten ins geplante Einkaufszentrum am Neumarkt.

Decathlon, der weltgrößte Sportartikelhersteller und - händler, will in Osnabrück Fuß fassen. Insider erwarten, dass Decathlon in das am Neumarkt geplante Einkaufszentrum einzieht. Das Unternehmen schließt das zumindest nicht aus.

Osnabrück Wir bemühen uns seit zehn Jahren um Osnabrück″, sagte Ludger Niemann, Sprecher der Unternehmensentwicklung bei Decathlon Deutschland, unserer Redaktion. Das Einkaufszentrum am Neumarkt sei eine Möglichkeit von mehreren″, so Niemann. Es gebe diverse Anbieter″, unterschrieben sei noch nichts. Niemann bestätigte, dass Decathlon auch Gespräche mit dem Centerentwickler Unibail Rodamco Westfield führt. Unibail-Sprecher Julian Kalcher wollte dazu nichts sagen.

Nach Insiderinformationen liebäugelt der Sportartikelkonzern mit Hauptsitz in Frankreich mit einer Fläche von 1800 Quadratmetern im Einkaufszentrum am Neumarkt. Die Shopping Mall ist auf 16000 Quadratmeter Verkaufsfläche angelegt. Als Mieter steht bislang nur das Modehaus Sinn (vorher Sinn-Leffers) fest, das mit 4500 Quadratmetern ein Ankermieter im Center wäre.

Decathlon ist ein stark wachsendes Unternehmen, das den deutschen Markt aufrollen will. Pro Jahr will der französische Konzern zehn neue Filialen in Deutschland eröffnen. 56 Niederlassungen sind es aktuell, 18 sollen bis zum kommenden Sommer dazukommen.

Der Sport-Aldi″

Das Manager-Magazin″ beschrieb Decathlon als Sport-Aldi″. Das Geschäftsmodell: große Auswahl, gnadenloser Discount. Im Sortiment: 35000 Produkte aus über 70 Sportarten. 90 Prozent der Waren sind Eigenmarken aus eigener Produktion. In seinem Stammland Frankreich ist Decathlon mit mehr als 300 Filialen unangefochten Marktführer. Auch in Italien, Spanien und China beherrscht das Familienunternehmen aus Lille den Sportartikelmarkt, wie das Manager-Magazin″ schreibt. Mit einem Jahresumsatz von über neun Milliarden Euro (Stand: 2017) ist Decathlon nach Intersport die Nummer zwei der Welt. Im Fahrradhandel soll Decathlon sogar Weltspitze sein.

Dass der deutsche Decathlon-Ableger in Osnabrück bisher nicht zum Zuge kam, hat nach Ansicht von Ludger Niemann nur einen Grund: Die Kommune hat uns nicht unterstützt, im Gegenteil.″ Das Märkte- und Zentrenkonzept der Stadt schreibt genau vor, wo sich Geschäfte in welcher Größenordnung und mit welchen Sortimenten ansiedeln dürfen. Wir fallen da durchs Raster″, sagte Niemann. Decathlon braucht viel Platz, auch weil es ein großes Angebot an Großgeräten wie Zelte oder Sportboote vorhält. Doch auf die grüne Wiese darf Decathlon nicht, weil das Geschäft eben auch zentrumsrelevante Sortimente″ wie Sportkleidung führt.

In die Innenstädte

Decathlon strebt nun in die Innenstädte und zentralen Shopping-Malls. In Bielefeld eröffnet der Sportmarkt im November eine 2000-Quadratmeter-Filiale direkt neben dem neuen Loom-Einkaufszentrum. In Braunschweig geht Ende dieses Jahres eine knapp 3000-Quadratmeter große Niederlassung im Herzen der Altstadt ans Netz. Das Kölner DuMont Carré, der Magdeburger Flora-Park oder die Wilmersdorfer Arcaden in Berlin: Decathlon mietet sich großflächig ein und beschert den jeweiligen Centern damit einen Frequenzbringer.

Unibail Rodamco Westfield zeigt sich fest entschlossen, das Projekt Oskar″ am Osnabrücker Neumarkt zu realisieren. Im Juni reichte der Konzern den Bauantrag bei der Stadt ein. Die Bearbeitung läuft nach Plan″, sagte Stadtsprecher Gerhard Meyering am Freitag. Wenn keine besonderen Hindernisse auftreten, könne Ende des Jahres die Baugenehmigung erteilt werden. Andreas Hohlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Sparte des französischen Konzerns, hatte bei der Übergabe des Bauantrags die Eröffnung für Herbst 2020 in Aussicht gestellt. Im März kommenden Jahres soll der Abriss der Schrottimmobilien am Neumarkt beginnen.

Die Neumarkt-Story:

Hintergründe, Analysen, Bilder und Videos auf der Themenseite noz.de/ neumarkt

Bildtext:
Der französische Sportartikelhändler Decathlon will offenbar in das Einkaufszentrum am Neumarkt einziehen. Der Konzern verfolgt eine offensive Expansionsstrategie und will jährlich zehn neue Filialen in Deutschland eröffnen. Das Foto entstand 2017 in Herne.
Foto:
Roland Weihrauch/ dpa

Kommentar
Die Puzzleteile passen

Die Puzzleteile fügen sich gut zusammen. Auch wenn Decathlon und Unibail Rodamco sich bedeckt halten: Wenn das Center am Neumarkt gebaut wird, wird auch der Sport-Riese am Start sein.

Alle Indizien sprechen dafür, dass Decathlon zum Neumarkt kommt. Der französische Konzern verfolgt eine massive Expansionsstrategie, und Osnabrück steht schon seit Jahren auf der Liste der Wunschstandorte. Der Sport-Gigant wendet sich von der grünen Wiese ab und den Innenstädten zu. Decathlon und Unibail kennen sich gut, denn sie kooperieren an anderen Centerstandorten bereits miteinander. Und dass beide in Frankreich beheimatet sind, ist der Partnerschaft gewiss nicht hinderlich.

Decathlon ist bisher nicht in Osnabrück vertreten, womit dem Durchführungsvertrag zwischen der Stadt und dem Investor Rechnung getragen würde. Denn der schreibt eine ungewöhnlich hohe Neuvermietungsquote von, grob gerechnet, 50 Prozent vor.

Mit den 4500 Quadratmetern des Modehauses Sinn und den mutmaßlich 1800 von Decathlon wäre etwas mehr als ein Drittel der gesamten Verkaufsfläche vermarktet. Ob das Unibail Rodamco Westfield genügt, um mit dem Oskar″-Bau zu beginnen? Wohl kaum. Aber immerhin: Nach fast fünf Jahren Mietersuche scheint sich etwas zu bewegen.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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