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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ledenhof wird umgestaltet
 
Ledenhof soll neues Gesicht bekommen
Zwischenüberschrift:
Sechs Millionen Euro Fördergelder / Haus soll abgerissen werden, Neubau geplant
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Der Ledenhof in Osnabrück ist in die Jahre gekommen und soll neu gestaltet werden. Nach Angaben der Stadt stünden dafür zwei Millionen Euro aus dem Städtebauförd erprogramm Zukunft Stadtgrün″ bereit. Der städtebauliche Wettbewerb für den Ledenhof soll den Angaben zufolge Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Auf alle Fälle werden die Planer den Wochenmarkt im Auge behalten müssen, aber auch, dass die Fläche in Zukunft häufiger für Veranstaltungen genutzt werden könnte. Auch der Neue Graben soll in ihre Überlegungen einbezogen werden, für den 1, 2 Millionen Euro Fördergelder vorgesehen sind.

Das von der Diakonie betriebene Haus am Ledenhof soll einem Neubau für betreutes Wohnen weichen, so die Evangelischen Stiftungen.

Der freiraumplanerische Wettbewerb für den Schlossgarten ist abgeschlossen. Nun geht der Blick über den Neuen Graben zum Ledenhof. Ein weiterer Wettbewerb soll hier im kommenden Jahr Ideen für eine Neugestaltung der in die Jahre gekommenen Fläche liefern.

Osnabrück Es gibt Themen in der Stadtentwicklung, die sich wie Kautschuk durch die Historie ziehen. Eines davon ist der Ledenhof. Die großzügige Fläche gegenüber dem Schloss wartet schon seit Jahren auf eine Grundrenovierung. Bislang vergebens. Nun aber soll es so weit sein. Eine Voraussetzung ist erfüllt: die finanzielle Machbarkeit. Insgesamt 6, 17 Millionen Euro Fördergelder seien bewilligt worden, so Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, und der Chef des Osnabrücker Servicebetriebs (OSB), Axel Raue, in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Für den Schlossgarten sind 1, 8 Millionen Euro veranschlagt, für den Ledenhof zwei Millionen und für den Neuen Graben 1, 2 Millionen Euro. Etwa 250000 Euro werden voraussichtlich in das historische Steinwerk fließen. Das Geld stammt aus dem Städtebauförderprogramm Zukunft Stadtgrün″, in dem bundesweit 121, 4 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Der städtebauliche Wettbewerb für den Ledenhof soll nach Schürings Worten Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die Planer sollen den Neuen Graben in ihre Überlegungen einbeziehen, kündigt Schürings an, gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass es noch keine konkreten Pläne für die zukünftige Nutzung der derzeit noch vierspurigen Piste zwischen Schloss und Ledenhof gibt. Die Straße wird sicherlich eine gewisse verkehrliche Bedeutung behalten″, sagt Schürings. Da ist noch einiges im Fluss, unter anderem die Machbarkeitsstudie zum ÖPNV auf dem Neumarkt.″

Auslöser für den Beschluss des Rates, das gesamte Areal zum städtebaulichen Fördergebiet zu erklären, war der Wunsch der Universität, zwischen Mensa und Erweiterungsgebäude ein Lern- und Studierendenzentrum zu errichten. Der dort angesiedelte Spielplatz muss aufgrund der Baumaßnahme verlegt werden und soll nun Richtung Stadthalle und Ratsgymnasium rücken. Das bereiten wir jetzt vor″, sagt Raue. Er geht davon aus, dass die Uni im kommenden Jahr mit den Baumaßnahmen beginnen wird. Bis dahin muss der Spielplatz verlegt sein.

Sowohl Raue als auch Schürings betonen, dass die einzelnen Abschnitte der Baumaßnahmen im Schlossgarten jeweils im Rat vorgestellt werden. Raue rechnet damit, dass die Pläne für die Spielplatzverlegung Ende dieses Jahres zur Beratung in die politischen Gremien gegeben werden können.

Während sich Raue beim Thema Schlossgarten schon Gedanken um die konkrete Umsetzung macht, arbeitet Schürings mit seinen Leuten noch an den Unterlagen für die Teilnehmer am Ledenhofwettbewerb. Derzeit sind wir dabei, die Rahmenbedingungen zusammenzustellen″, sagt Schürings. Auf alle Fälle werden die Planer den Wochenmarkt im Auge behalten müssen, aber auch, dass die Fläche in Zukunft häufiger für Veranstaltungen genutzt werden könnte, wie zum Beispiel im Dezember wieder durch den Eiszauber.

Auch für das von der Diakonie betriebene Haus am Ledenhof, das im Eigentum der Evangelischen Stiftungen Osnabrück ist, zeichnet sich eine neue Zukunft ab. Das Gebäude soll nach den Worten von Heike Jasper, Mitglied im Vorstand der Stiftungen, abgerissen werden, sobald der Neubau der Diakonie in Voxtrup fertiggestellt ist. Jasper rechnet damit, dass dies im zweiten Quartal 2021 der Fall sein könnte. Neu entstehen soll an dieser Stelle ein Haus für betreutes Wohnen″, kündigt sie an. Die Diakonie steht dafür als Mieterin der Obergeschosse bereits fest. Die Pläne für das Erdgeschoss seien noch nicht konkretisiert, so Jasper weiter. Mit der Fertigstellung des Neubaus rechnet sie im Jahr 2023.

Bildtext:
Der Ledenhof aus der Luft mit dem Haus am Ledenhof, das demnächst einem Neubau weichen soll.
Foto:
David Ebener

Kommentar
Endlich tut sich was am Ledenhof

Neumarkt, Neuer Graben, Schlossgarten, Ledenhof das sind vier Innenstadtbereiche, die seit Jahrzehnten ein eher freudloses Dasein fristen. Gleichzeitig sind sie ein Symbol dafür, wie sich Stadtplanung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und weiter verändern muss. Das Primat des Individualverkehrs gehört auf den Prüfstand. Wo vierspurige Straßen Stadtteile (Neumarkt) oder historische Ensemble (Schloss und Ledenhof) voneinander trennen, kann weder urbanes Leben gedeihen noch eine städtebaulich ansprechende Entwicklung Fuß fassen.

Politik und Verwaltung haben nun die Chance, sozusagen auf einen Rutsch die Sünden der Vergangenheit zu reparieren. Dazu allerdings braucht es auch den Mut, alte Ideologien über Bord zu werfen und ganz neu zu denken. Weniger Beton und Asphalt, mehr Grün wäre hier ein guter Ansatz. Toi, toi, toi.
Autor:
hin, Dietmar Kröger


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