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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Die Wüste blüht″
Zwischenüberschrift:
Projekt Naturschutz und Religionen: Jede Menge Leben am Wegesrand
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Projektwoche Naturschutz und Religionen″ findet erstmals in Osnabrück statt. In der ersten Septemberwoche dreht sich alles um den lokalen Schutz der Pflanzen. Zu dem Thema Die Wüste blüht″ veranstaltet Religions for Peace″ eine Führung durch den Stadtteil Wüste, um die Natur am Wegesrand zu entdecken.

Treffpunkt Moskaubad im Osnabrücker Stadtteil Wüste: Knapp 40 Teilnehmer warteten schon gespannt auf Herbert Zucchi, Professor für Zoologie und Tierökologie an der Hochschule Osnabrück. Zu dem Thema Die Wüste blüht″ sollte im Rahmen der Projektwoche Naturschutz und Religionen″ eine Führung stattfinden. Ich möchte Ihnen heute zeigen, dass auch in einem Stadtteil wie der Wüste eine biologische Vielfalt vorhanden ist″, sagte Zucchi. Die Aufmerksamkeit solle am Wegesrand liegen, denn dort spiele sich eine Menge ab, so der Hochschul-Professor. Eigentlich müsste es heißen: , Die Wüste lebt.′″

Mit Pinzette und Sieb

Mit Kescher, Pinzette und Sieb bewaffnet, ging Zucchi vom Haupteingang des Moskaubades in Richtung Limberger Straße, dicht gefolgt von der Gruppe. Er hielt bei dem kleinen Bachverlauf links neben der Straße an. Wir haben 48000 mehrzellige Tierarten, 9500 Pflanzenarten und 14500 Pilzarten in Deutschland″, erklärte er den Teilnehmern. Er zeigte auf das bisschen Wasser in dem Bachverlauf, das nach dem heißen Sommer noch übrig geblieben ist. Es gibt Tiere, die genau wie Pflanzen uns etwas sagen.″ Dann stand er plötzlich in dem Wasser und fischte nach und nach mit dem Sieb und der Pinzette etwas heraus, und packte es in seine weiße Schale. Normalerweise hat Quellwasser eine hohe Qualität″, erklärte Zucchi. Bewertet werde dies mit den Zahlen eins bis vier, dabei stehe eins für unbelastet und vier für stark belastetes Wasser. Quellwasser ist eigentlich nah an der eins dran, doch hier ist das Wasser schon wenige Meter von der Quelle am Moskaubad verschlechtert.″ Das Laub wird von Bakterien zersetzt, und der Sauerstoffgehalt im Wasser wird weniger, dadurch wird das Wasser belastet, so Zucchi. Dann zeigte er den Teilnehmern einen Wasserigel, der in seiner Schale lag. Die Organismen sterben ab″, erklärte er. Es müsse auf die gesamte Lebensgemeinschaft eines Ökosystems geachtet werden und nicht auf einzelne Bestandteile, so der Professor. Wenn immer mehr Lebewesen ausfallen, dann wird die Wasserqualität schlechter.″ Denn die Organismen übernehmen die Selbstreinigung″ und bauen die Belastung ab.

Ein paar Schritte weiter hielt Zucchi auf einer kleinen Rasenfläche an. Hier sehen Sie Wiesen-Hornklee, Schafgarbe, Weißklee, Wilde Möhre und noch andere solcher Arten, die Nährstoffe nicht gut vertragen.″ Bauschutt sei bei dem Bau der Häuser ganz in der Nähe hier abgekippt worden, so Zucchi. Durch Bauschutt fließt Wasser schnell ab, und Nährstoffe werden nicht gut gehalten″, sagte er. Nährstoffarme Flächen sind artenreich.″ Deswegen gebe es hier viele verschiedene Pflanzen. Die Führung ging noch zwei Stunden lang durch den Stadtteil, um das Moskaubad herum. Am Ende des Spaziergangs schloss die Gruppe ihr Treffen mit einem Picknick im Freien ab.

Bundesweite Initiative

Reinhold Mokrosch, Vorsitzender des Runden Tisches der Religionen″ und der Religions for Peace″ in Osnabrück, erklärte: Jede Religion ist verpflichtet, sich für den Naturschutz einzusetzen.″ Mit der Projektwoche wollen die Mitglieder der Religions for Peace″ das lokal Machbare besprechen″. Die Projektwoche ist ein Zusammenschluss des Bundesministeriums für Umwelt, des Bundesamtes für Naturschutz, der evangelischen Landeskirche Hessen und des Abrahamischen Forums. Es ist eine bundesweite Initiative, die nun Osnabrück erreicht hat″, sagte Mokrosch. Das Projekt solle dazu dienen, dass Religionsgemeinden in den Themenbereichen Naturschutz und biologische Vielfalt sensibilisiert werden. Bis zum 9. September können Interessierte noch an verschiedenen Veranstaltungen rund um das Thema Naturschutz in Osnabrück teilnehmen.

Bildtext:
Führt die Teilnehmer der Projektwoche Naturschutz und Religionen″ durch den Stadtteil Wüste: Professor Dr. Herbert Zucchi von der Hochschule Osnabrück.
Foto:
Katja Steinkamp
Autor:
Katja Steinkamp


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