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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Millionendiebstahl bei VW Osnabrück?
 
Motoren-Diebstahl bei VW?
Zwischenüberschrift:
Schaden über fünf Millionen Euro vermutet / Staatsanwaltschaft ermittelt
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Aus dem Volkswagen-Werk in Osnabrück sollen nach Informationen unserer Redaktion massenhaft wertvolle Fahrzeugteile wie Motoren und Getriebe gestohlen worden sein. Der Schaden beträgt angeblich mehr als fünf Millionen Euro. Wie es zu dem Diebstahl kommen konnte, ist unklar auch wer dahintersteckt. Anscheinend ist es den Kriminellen aber wiederholt gelungen, mit großen Fahrzeugen aufs Werksgelände im Stadtteil Fledder zu gelangen und es samt dem schweren, sperrigen Diebesgut wieder zu verlassen. Insider sprechen von gravierenden Mängeln bei der Ein- und Ausgangskontrolle am Tor sowie im Warenwirtschaftssystem der Autofabrik. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück verfolgt den Fall offenbar schon seit 2017. Die Ermittlungen befinden sich in einer entscheidenden Phase″, sagte Sprecher Alexander Retemeyer auf Anfrage. VW Osnabrück äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Foto:
David Ebener

Aus dem Volkswagen-Werk in Osnabrück sollen reihenweise Motoren und Getriebe gestohlen worden sein. Der Schaden geht offenbar in die Millionen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Osnabrück Der Autofabrik im Stadtteil Fledder droht ein handfester Skandal. Kriminellen soll es gelungen sein, besonders wertvolle Bauteile wie Motoren und Getriebe in großer Zahl vom Gelände zu schmuggeln sowie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Der Schaden für VW Osnabrück beträgt angeblich mehr als fünf Millionen Euro.

Das massenhafte Verschwinden von Fahrzeugkomponenten fiel nach NOZ-Informationen bereits im Jahr 2017 auf und wird seitdem strafrechtlich verfolgt. Auf der Online-Handelsplattform Ebay inserierte Hehlerware soll die Polizei auf die Spur gebracht haben, heißt es aus Justizkreisen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion Ermittlungen in der Sache. Nähere Angaben zum Tatvorwurf machte sie nicht. Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase″, sagte Sprecher Alexander Retemeyer.

Unternehmen schweigt

VW Osnabrück lehnte am Freitag eine Stellungnahme ab. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu betriebsinternen Vorgängen und laufenden Ermittlungen nicht äußern″, teilte Sprecher Alexander Ott auf Anfrage mit.

Damit bleibt eine Reihe von Fragen vorläufig unbeantwortet. Zum Beispiel, wie viele Fahrzeugteile welcher Art dem Werk durch den Vorfall tatsächlich abhandengekommen sind oder wie die Täter konkret vorgingen. Unklar ist auch, über welchen Zeitraum sich der mutmaßliche Diebstahl erstreckte und wer verdächtigt wird.

Möglicherweise sind Beschuldigte im Kreise von Zulieferern zu suchen. Vielleicht haben sich die Diebe aber auch nur als solche ausgegeben. Darüber hinaus könnten Werksangehörige ihre Finger im Spiel gehabt haben. Vieles deutet auf eine Bande hin: Nach Recherchen unserer Redaktion laufen Ermittlungsverfahren an verschiedenen Orten, wobei alle ihren Ausgang in Osnabrück haben.

Ein Insider erklärte, der mutmaßliche Motoren-Klau offenbare gravierende Schwächen sowohl bei der Ein- und Ausgangskontrolle am Tor sowie im Warenwirtschaftssystem der Autofabrik. Anscheinend sei es für die Beteiligten ein Leichtes gewesen, geeignete Transportfahrzeuge aufs Werksgelände zu bringen und es samt dem schweren, sperrigen Diebesgut wieder zu verlassen. Mit der Folge, dass für die Fertigung benötigte Teile laut den Büchern zwar vorrätig waren, aber nie am Fließband auftauchten.

2300 Mitarbeiter

Aktuell sind bei VW Osnabrück nach Firmenangaben mehr als 2300 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bilden in den Geschäftsbereichen Technische Entwicklung, Metall-Gruppe und Fahrzeugbau die gesamte automobile Prozesskette ab von der ersten Idee bis zur Serienproduktion. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt auf Cabriolets, Roadstern und Kleinserienfahrzeugen.

Auf dem 426000 Quadratmeter großen Werksgelände in Fledder fertigte VW Osnabrück ab März 2011 das Golf Cabriolet als erstes Modell. Seit 2012 liefen hier die Porsche-Modelle Boxster und Cayman vom Band. 2014 begann die Produktion des auf eine Kleinstserie beschränkten Ein-Liter-Autos Volkswagen XL1. Ein weiteres Porsche-Modell folgte im Juni 2015.

Seitdem übernahm VW Osnabrück einen Teil der Endmontage des Porsche Cayenne. Außerdem lackierten und montierten die Mitarbeiter seit April 2016 die erste Generation des VW Tiguan. Im Frühjahr 2017 startete die Fertigung von Teilumfängen des aktuellen Porsche Cayman.

Ende 2018 bekommt das Werk ein weiteres Modell: den Karoq der Konzerntochter Skoda. Ab Anfang 2020 sollen dann in Osnabrück jährlich bis zu 20000 Exemplare des VW T-Roc Cabriolets vom Band rollen.

Bildtext:
Autor:
Sebastian Stricker


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