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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrück will Baustellen besser steuern
 
Baustellen: Rat will Berater holen
Zwischenüberschrift:
Harte Kritik am Management
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Stadtrat will externen Sachverstand einkaufen, um das Baustellen-Management zu verbessern. Einstimmig billigte der Rat gestern Abend entsprechende Anträge von Grünen und SPD. Vorangegangen war eine engagierte, aber sachliche Debatte über die Behinderungen durch Baustellen in diesem Sommer. Es herrsche großer Unmut in der Bürgerschaft und in der Region″, sagte Brickwedde in der von der CDU beantragten Aktuellen Stunde. Gegen den Willen der CDU/ BOB-Gruppe bietet die Stadt der Bundesregierung an, Flüchtlinge, die im Mittelmeer in Seenot geraten sind, aufzunehmen. Eine bunte Ratsmehrheit aus SPD, Grünen, FDP, Linken und UWG/ Piraten solidarisierte sich mit der Aktion Seebrücke″. CDU/ BOB sieht darin Symbolpolitik″. Außerdem sei der Stadtrat nicht zuständig.

Können Nachtarbeit und Doppelschichten, Tempo-Prämien und bessere Absprachen das Baustellen-Chaos in Osnabrück bändigen? Viele Mitglieder des Stadtrates verstärken am Dienstagabend in der Aktuellen Stunde den Chor der Kritiker, den Stein der Weisen fanden sie nicht. Den sollen jetzt externe Experten ausfindig machen.

Osnabrück. Der Stadtrat will externen Sachverstand einkaufen: Berater sollen sich das Baustellen-Management anschauen, Vorschläge zur Optimierung der Abläufe erarbeiten oder technische Alternativen entwickeln. Entsprechende Anträge von Grünen und SPD wurden einstimmig auf den Weg gebracht.

Die CDU hatte die Aktuelle Stunde beantragt, weil wie CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde sagte – „ großer Unmut in der Bürgerschaft und in der Region″ herrsche. Die Fahrzeiten haben sich in letzter Zeit verdoppelt, Pendler kommen zu spät zur Arbeit″, so Brickwedde. Er berichtete von verärgerten Einzelhändlern, frustrierten Kunden und resignierenden Handwerkern. Wir haben einfach kein Verständnis mehr, dass Baustellen so lange dauern.″ Brickwedde forderte, bei Ausschreibungen die Kategorie Bauzeit aufzunehmen: Firmen sollten Zuschläge erhalten, wenn sie schneller fertig würden.

Volker Bajus (Grüne) mahnte die Ratsmitglieder, die Erregung und Aufregung″ nicht unnötig zu verstärken. Ich freue mich über das Ergebnis der Baustellen in der Stadt, denn sie bedeuten schnelleres Internet, mehr Verkehrssicherheit, bessere Infrastruktur.″ Bajus äußerte wenig Verständnis″ für die Wirtschaftsverbände, die nur meckern″. Tatsache sei, dass die Baustellen heute schneller fertig würden als vor zwanzig Jahren. Und warum nehme der Ärger zu? Bajus: Weil es immer mehr Autos auf den Straßen gibt.″ Der Grünen-Sprecher kritisierte auch die Landesbehörden, die es nicht nötig″ hätten, Autobahnbaustellen mit der Stadt abzustimmen. Bajus nahm ausdrücklich die Bauarbeiter in Schutz, die unfaire Kritik von Autofahrern zu ertragen hätten.

Anette Meyer zu Strohen (CDU) stimmte Bajus in diesem Punkt zu: Es geht nicht, dass Bauarbeiter beschimpft werden.″ Aber dieser Umstand zeige, wie angespannt die Nerven der Pendler seien. Sie kritisierte, dass manchmal eine Baustelle eingerichtet wird, und dann sehe ich 14 Tage keinen Bagger″.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Heiko Panzer, warf der CDU vor, es sich zu einfach zu machen, wenn sie nur über die Baustellen schimpfe. Wo sind die konkreten Vorschläge aus der CDU?″, fragte Panzer und erinnerte an einen SPD-Antrag, eine Gesamtstrategie für die Erneuerung der Infrastruktur zu erstellen. Er hoffe, dass diese Bestandsaufnahme nun in Angriff genommen werde.

Robert Seidler (FDP) holte einen Antrag vom 12. Dezember 2006 hervor, die Stelle eines Baustellenkoordinators zu schaffen. Wo ist dieser Koordinator?″, fragte Seidler. Die Koordinierungsstelle gebe es, und sie arbeite gut und effektiv, antwortete Stadtbaurat Frank Otte. Darüber hinaus gebe es eine Gesprächsrunde mit den umliegenden Straßenbaubehörden. Otte betonte, die Zahl der Baustellen pro Jahr habe sich in Osnabrück in den vergangenen Jahren kaum verändert. Verändert habe sich aber die Zahl der Fahrzeuge.

Der Bund Osnabrücker Bürger sieht sich bestätigt: Wir freuen uns riesig, dass diese Diskussion endlich geführt wird″, sagte Kerstin Albrecht. Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) lenkte den Blick auf die Bauarbeiter und die Beschäftigten in der Verwaltung. Sie dankte ausdrücklich der Verwaltung, dass sie mit so wenig Personal das alles schafft″. Diese Aktuelle Stunde ändere nichts, übe aber Druck auf jene aus, die die Arbeit machten. Die Meckerei geht mir auf den Geist″, schloss Brandes-Steggewentz.

Susanne Hambürger dos Reis (SPD) versuchte, die Wogen zu glätten, und zitierte einen NOZ-Kommentar vom Samstag: Es sei an der Zeit, sich ein wenig zu entspannen.
Autor:
Wilfried Hinrichs, sdo


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