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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Karmann-Demo im Dom
 
1000 Karmänner beten für Arbeit
Zwischenüberschrift:
Demonstrationszug in den Dom
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Rund 1000 Mitarbeiter des angeschlagenen Fahrzeugbauers Karmann sind gestern Morgen in den Dom eingezogen, um für ihre Arbeitsplätze zu beten. Der Demonstrationszug war zuvor durch Osnabrück gezogen. Die gute Beteiligung zeigt, dass alle weiterhin bereit sind, für ihren Arbeitsplatz zu kämpfen″, erklärte Betriebsrats-Chef Wolfram Smolinski. Ein dringenden Anliegen der Beschäftigten sei, dass die Geschäftsführung von der gesetzten Frist 30. Juni abrücke. Sollte bis zu diesem Tag immer noch kein rettender Auftrag für den Fahrzeugbau in Sicht sein, wolle die Unternehmensleitung die Sparte Fahrzeugbau nach über 100 Jahren schließen. Mit der Fürbitte im Dom wollte die Belegschaft ein Zeichen setzen: Generalvikar Theo Paul sagte dazu, ein Arbeitnehmer sei nicht nur ein Kostenfaktor″.

OSNABRÜCK. So voll war das hier schon lange nicht mehr″, meinte gestern Mittag ein Besucher des Osnabrücker Doms. Staunend blieb er stehen, als rund 1000 Mitarbeiter des angeschlagenen Fahrzeugbauers Karmann in den Dom einzogen, um für ihre Arbeitsplätze zu beten.
Mehrere Hundert Meter zog sich Minuten zuvor ein Karmann-Demonstrationszug durch Osnabrück. " Die gute Beteiligung zeigt, dass alle weiterhin bereit sind, für ihren Arbeitsplatz zu kämpfen″, erklärte Betriebsrats-Chef Wolfram Smolinski. Ein dringendes Anliegen der Beschäftigten sei, dass die Geschäftsführung von der Frist 30. Juni abrücke. Sollte bis zu diesem Tag immer noch kein rettender Auftrag für den Fahrzeugbau in Sicht sein, wolle die Unternehmensleitung die Sparte Fahrzeugbau nach über 100 Jahren schließen.
Solidarisch zeigen
Nicht nur die Karmänner demonstrierten gegen den Stellenabbau: Georg Rolfing ist bereits Rentner, wollte sich gestern aber trotzdem mit den Karmännern solidarisch zeigen. Ob die Demonstration etwas bringe, könne er nicht sagen. Aber ein Zeichen der Solidarität zu setzen sei wichtig.
Unter die Demonstranten hatten sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Schwanholz und die Linke-Landtagsabgeordnete Marianne König gemischt. Er wolle mit seiner Teilnahme ein Zeichen setzen, so Schwanholz. Dieser Demonstrationszug werde Ministerpräsident Christian Wulff an seine Versprechen vor der Landtagswahl erinnern, meinte die Landtagsabgeordnete Marianne König. Ziel der Massen war der Osnabrücker Dom, wo die Mitarbeiter gemeinsam mit ihren Familien Kerzen vor dem Altar entzündeten und ein Vaterunser beteten.
Generalvikar Theo Paul lobte in seiner Ansprache den Zusammenhalt der Karmänner und erinnerte an die Wirkung des Miteinanders: Wenn es diesen gemeinsamen Protest nicht gäbe, würden Entscheidungen gegen das Werk möglicherweise viel schneller und härter getroffen″, sagte der Generalvikar. Ein Arbeitnehmer sei nicht nur ein Kostenfaktor. Außerdem könnten die Karmänner stolz auf ihre Leistung sein. Die hätten sie in den vergangenen Jahrzehnten oft unter Beweis gestellt.
Er sei zwar Moslem, sagte Chedli Trabelsi. Trotzdem sei er gerne in den Dom gekommen, um die Verbundenheit mit seinen Kollegen zu zeigen. Und: Ohne Karmann läuft in Osnabrück nichts″, rief er laut. Während der Fürbitte erinnerten andere Mitarbeiter daran, dass sie ohne ihren Arbeitsplatz in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Bildtext:
Ein Vaterunser für den Arbeitsplatz: 1000 Karmänner waren gestern in den Dom gekommen.
Foto:
Michael Hehmann
Autor:
prin


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