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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Evangelische Hochburg sagt willkommen
Zwischenüberschrift:
Zeitreise zum Katholikentag 1901
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Einen Blick vom Gertrudenberg auf die Stadt bietet die heutige Zeitreise. Verschickt wurde die historische Karte am 27. August 1901. Also zu der Zeit, als in Osnabrück die 48. Deutsche Katholiken- versammlung stattgefunden hat. Sie war ein Vorläufer des Katholikentages.

Vom 25. bis zum 29. August 1901 war Dr. Heinrich Hubertus Aloysius Voß der Gastgeber für Gläubige aus ganz Deutschland und Europa. Er war von 1899 bis 1914 Bischof in Osnabrück. Die Versammlung begann mit einem Festumzug durch die Stadt, an der sich mit stolzgeschwellter Brust″ auch die Gesellenund Arbeitervereine beteiligt hatten.
2562 Besucher waren für die Versammlung eingeschrieben. Das Tagungsbüro befand sich im Hotel Germania. Heute steht auf dem Areal das Kaufhaus Galeria Kaufhof. Die Teilnehmer trafen sich in der Herz-Jesu-Kirche, die damals noch nicht eingeweiht war.
Zweiter Treffpunkt war das Vereinshaus am Kollegienwall. Dieses Haus war von 1897 bis 1899 errichtet worden. Es gab den Ausschlag dafür, dass die Katholikenversammlung in Osnabrück abgehalten wurde. Um die Veranstaltung hatten sich auch zwei Städte in Süddeutschland beworben. Da das Vereinshaus jedoch bis zu 7000 Personen fasste, fiel die Entscheidung für Osnabrück.
Zu den Themen zählte das Alltagsleben von Katholiken in evangelischen Hochburgen wie auch Osnabrück eine war. Diskutiert wurde zudem über die Bekämpfung des Duells und die Bedeutung des Papstes für die Sicherung des Friedens.
Die Bilder der Zeitreise wurden auf dem Gertrudenberg aufgenommen. Der Blick geht von der Klostermauer vor dem Äbtissinnenhaus am Senator-Wagner-Weg hinunter auf die Stadt. Um die gleiche Perspektive zu erzielen, musste das aktuelle Foto von einem Hubsteiger aus aufgenommen werden. Weiter unten verwehren Bäume die freie Sicht.
Ob auf dem Gertrudenberg je ein Torbogen mit einer Statue von St. Wiho stand, ist fraglich. Der friesische Missionar war der erste Bischof von Osnabrück, nachdem Karl der Große den Missionsbezirk um 800 zum Bistum erhoben hatte. Vor dem Bischof, der ohne Kanonisation als Heiliger verehrt wird, lehnt das Osnabrücker Rad am Treppenaufgang. Rechts oben ist auf dem historischen Bild das Wappen von Papst Leo III. zu sehen. Er hatte Karl den Großen 800 zum Kaiser gekrönt.
Im Hintergrund zieht sich der Teutoburger Wald durch das Bild. Aber wie kommt wohl das Hermannsdenkmal ins Bild? Ein Scherzbold muss es auf die Postkarte gezeichnet haben. Das Denkmal in Detmold ist von Osnabrück aus ohnehin nicht zu sehen.
Links auf den Bildern ist der Vierungsturm von St. Peter zu erkennen. Ebenso wie die großen Domtürme mit den markanten Barockhauben ist er im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und zeigt sich heute mit einem flacheren Dach. Auch der Turm der Katharinenkirche, etwas weiter rechts, brannte bei einem Bombenangriff aus. Beim Wiederaufbau in den 50er Jahren wurde auf die markanten Ecktürmchen verzichtet. Einzig der Turm der Marienkirche (Bildmitte) hat seine Form behalten. Der Turm ganz rechts gehört zur Bergkirche am Westerberg.

Bildtexte:
Den Torbogen hat es wohl nie gegeben, aber der Blick auf die Stadt ist offenbar authentisch: Die Ansichtskarte von der Katholikenversammlung 1901 stammt aus der Sammlung unseres Lesers Dieter Mehring aus Moers.
Der gleiche Blick heute: Dom und St. Katharinen, St. Marien und die Bergkirche.
Foto:
E. Seiler
Autor:
Marie-Luise Braun


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