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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Angst der Bürger missbraucht
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Weniger Engpässe im Stromnetz″ (Ausgabe vom 7. August).

Dieser Sommer kommt den Planern des Netzausbaus gerade recht, aufs Tempo zu drücken. Das ist natürlich sehr verständlich. Aber die Argumentation, woran das bislang scheitert, ist schon fast perfide. Als Schreckgespenste werden weit in den Himmel ragende Windkrafträder gemalt. Gerade jetzt die Angst der Bürger am Scheitern der Energiewende im Sinne des Klimaschutzes zu missbrauchen ist heuchlerisch, denn es geht beim beschleunigten Netzausbau weniger um Klimaschutz als vielmehr um die Vormachtstellung im europäischen Strommarkt.

Es ist aber leichter, die Schuld auf die Uneinsichtigkeit von Bürgern abzuwälzen, die keine hohen Masten und Windkrafträder in ihrer Landschaft haben wollen, als sich mit der hochkomplexen Erzeugug und Verteilung von Strom zu befassen. Angeblich haben wir genug Kapazitäten, nur die Netzstabilität sei gefährdet, weil der immer und zu jeder Zeit dorthin transportiert werden soll, wo er gebraucht wird, und hier meint man hauptsächlich den Transport der Windkraft nach Bayern. Von dem ursprünglich geplanten Energiemix und dezentraler Stromversorgung ist man weit entfernt.

Unerwähnt bleibt, dass es für schon heute technisch machbare Speicher keine Regelung für die Bezahlung des Speicherns als Dienstleistung gibt, dass viele hochflexible Gaskraftwerke trotz der vermeintlichen Engpässe nicht zum Einsatz kommen, dass Pumpspeicherkraftwerke für den Betrieb der Braunkohle- und Atomkraftwerke genutzt, anstatt an die Produktion der Solar- und Windkraftanlagen angepasst werden. Verschwiegen wird auch, dass seit Jahren unsere lobbygesteuerten Politiker alles unternehmen, um die Energiewende im Sinne der Energieriesen, die die Energiewende verschlafen haben, torpedieren oder die Probleme seit Langem aussitzen, obwohl Klimakatastrophen wie der derzeitige Sommer seit Jahrzehnten von allerdings ehemals belächelten Experten vorausgesagt wurden. Jetzt will man angesichts der Erkenntnis, dass es den lange geleugneten teilweise menschlich verursachten Klimawandel doch gibt, mit altbekannten und längst widerlegten (zum Beispielvom Ökoinstitut) Argumenten der Bevölkerung klarmachen, dass der Netzausbau noch mehr beschleunigt werden muss.′′

Gerd Hündorf

Bissendorf

Bildtext:
Die Probleme der Klimakatastrophen werden von den Politikern zu sehr ausgesessen, meint unser Leser.
Foto:
dpa
Autor:
Gerd Hündorf


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