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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Umzug nach Berlin nützte nichts
Zwischenüberschrift:
Stolpersteine in Osnabrück: Das Ehepaar Flathauer wurde in Auschwitz ermordet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. In der Herderstraße 22 finden sich die beiden Stolpersteine für Alma und Raphael Flathauer. Mit der Beschreibung ihrer Schicksale endet unsere kleine Serie, die an jene Osnabrücker Bürger erinnert, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.
Die Familien Flathauer und Jacobsohn, zu der Alma gehörte, stammten aus dem Gebiet des heutigen Polen und kamen erst in den 1920er Jahren nach Osnabrück. Sie hatten 1919 im westpreußischen Graudenz geheiratet und bekamen zwei Söhne, Kurt und Hans. In der Hasestadt stellte sich für das Ehepaar schnell wirtschaftlicher Erfolg ein: Zusammen mit seinem Bruder Siegfried betrieb Raphael Flathauer die Großgarage Osnabrück-West, die sich in der Adolfstraße befand. In der Möserstraße wurde die Textilhandlung Flathauer und Co. KG″ gegründet.
Das Geschäft wurde im Zuge der Pogromnacht im November 1938 von der SA geplündert, einige Monate später wurden die Flathauers enteignet und mussten auch ihr Wohnhaus verlassen. Der ältere Sohn Kurt war schon seit 1934 in Palästina, sein Bruder Hans wurde 1939 von der Familie nach England geschickt. Beide überlebten, und Kurt besuchte 1986 Osnabrück.
1940 sahen der inzwischen 63-jährige Raphael und seine 13 Jahre jüngere Frau als einzigen Ausweg den Umzug von Osnabrück nach Berlin. Wie viele andere Verfolgte hatten sie geglaubt, in der Anonymität der Großstadt untertauchen zu können″, berichtet Renate Wall. Sie ist zusammen mit Karin Jabs-Kiesler Patin der Stolpersteine der Flathauers. Wall ist Herausgeberin des literaturwissenschaftlichen Standardwerks Deutschsprachige Schriftstellerinnen im Exil 1933 bis 1945″.
Dem Ehepaar Flathauer gelang es trotz des Überwechselns in die Hauptstadt nicht, ihren Verfolgern zu entkommen. Sie wurden aufgespürt und am 26. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert. Noch im selben Jahr wurden sie dort ermordet.

Bildtext:
An der Herderstraße 22 erinnern zwei Stolpersteine an das Schicksal von Alma und Raphael Flathauer.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
iza


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