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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Man will die Zeichen der Zeit nicht sehen
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Ausbaustopp für Windkraft gefordert″ (Ausgabe vom 6. August).

Leider keine Sommerloch-Meldung sondern eine, die mit schöner Regelmäßigkeit die Medien beherrscht: Der angeblich schleppende Netzausbau bremse die Energiewende, und der massive Zubau erneuerbarer Energien überlaste das Netz. Ebenso regelmäßig die Konsequenz: Drosselung (des Ausbaus) der erneuerbaren Energien. Auf welchen Fakten fußen diese Behauptungen? Auf den Einschätzungen der Übertragungsnetzbetreiber?

Erst kürzlich (be-) klagte die EU, dass in Deutschland die großen (fossilen) Energiekonzerne entgegen geltendem EU-Recht immer noch zu stark mit den Übertragungsnetzbetreibern verbandelt seien (Amprion zum Beispiel gehört zu einem Viertel der RWE), und die Bundesnetzagentur eigentlich als neutrales Kontrollinstrument gedacht zu sehr unter dem Einfluss der Politik agiere.

Dagegen belegen namhafte Experten aus der Wissenschaft wie beispielsweise Lorenz Jarass und Claudia Kemfert seit Jahren, dass der derzeit geplante Netzausbau überdimensioniert ist, am Bedarf vorbeigeht und (auf Daten der Bundesnetzagentur bezogen!) es keine Netzengpässe gibt, die eine Deckelung des Ausbaus von Ökostromanlagen rechtfertigt. Der jüngsten , Transparenz-Studie′ des Ökoinstituts zufolge ist die Art des Netzausbaus für ein Kohleausstiegsszenario völlig ungeeignet. Eine verbrauchernahe Energieerzeugung würde die Zahl der notwendigen Leitungen außerdem deutlich reduzieren. Diese allerdings so Herr Koeppen und Ökoinstitut unisono scheitere wohl an der Akzeptanz der Bevölkerung.

Mal abgesehen davon, dass Windräder nicht die ganze Energiewende sind, gibt es auch beim Netzausbau Akzeptanzprobleme, und zwar so gewaltige, dass 2014 das mehrjährige Forschungsprojekt , Net-Future-Niedersachsen′ ins Leben gerufen wurde, um , juristische′, , kommunikationstechnische′ und , steuerungspolitische′ Mittel und Wege zu finden, diese Akzeptanz zu steigern. Die Akzeptanz der Windkraftgegner dagegen sucht man damit zu steigern, einfach keine Windräder mehr zu bauen denn genau das bewirken eine noch schärfere Abstandsregelung sowie auch das Ausschreibungsmodell, das bekanntermaßen im In- und Ausland zum Nichterreichen der Ausbauziele führt.

Windkraftgegner, die kein Windrad in Sichtweite wünschen, sind also unterstützungswürdige , gute′ Bürger, Netzausbaukritiker aber unliebsame Störenfriede, die man zum wahren Glauben bekehren muss? Man bringt die Energiewende ganz bestimmt nicht voran, indem man die Ökostrombranche zerstört (hier wurden insgesamt schon knapp 100 000 Arbeitsplätze vernichtet). Der anhaltende Protektionismus der fossilen (Energie-) Wirtschaft wird nicht nur unsere Umwelt, sondern mittelfristig auch den Rest unserer Wirtschaft dahinraffen einfach, weil man die Zeichen der Zeit nicht sehen will. […]′′

Sabine Driehaus

Bissendorf

Bildtext:
Windräder sind nicht die ganze Energiewende, meint unsere Leserin.
Foto:
dpa/ Julian Stratenschulte
Autor:
Sabine Driehaus


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