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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Roter Mond und roter Mars: Bühne frei für Himmelsspektakel
 
Spektakulärer Nachthimmel
Zwischenüberschrift:
Längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts zu sehen / Mars der Erde besonders nah
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Offenbach Schon eine partielle Mondfinsternis (wie sie unser Bild im vorigen August über Stuttgart zeigt) ist ein beeindruckender Anblick. Heute aber ist deutschlandweit ein extrem seltenes astronomisches Ereignis am Abendhimmel zu beobachten bei hochsommerlichen Temperaturen und halbwegs klarer Sicht. Zu der mit etwa 103 Minuten längsten totalen Mondfinsternis dieses Jahrhunderts gesellt sich dann ein besonders heller und großer Mars. Der Mond tritt um 19.13 Uhr in den Halbschatten der Erde ein . Die totale Phase der Finsternis beginnt um 21.30 Uhr, die maximale Verfinsterung wird um genau 22.22 Uhr erwartet. Der Mars erscheint währenddessen von der Erde aus gesehen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vollmond.

Foto:
imago/ Arnulf Hettrich

Zwei besondere astronomische Konstellationen fallen heute am späten Abend zu einem ganz besonderen Himmelsereignis zusammen: die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und ein riesiger, der Erde besonders naher Mars.

Heppenheim Wenn heute Abend die mit 103 Minuten längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts stattfindet, spielt das Wetter wohl mit: Vor allem die Himmelsgucker im Westen und im Norden Deutschlands dürften einen weitgehend ungetrübten Blick auf das Spektakel haben. Nur in Ostdeutschland und Teilen Bayerns könnten gebietsweise Wolkenfelder auftreten.

Für die Regionen Landkreis Osnabrück, Emsland, Ostfriesland, Grafschaft Bentheim, Bremen und auch für Schleswig-Holstein sagt eine Sprecherin des Wetterdienstes Meteogroup jedenfalls einen fast wolkenfreien Himmel voraus. Von einigen leichten Quellwolken abgesehen, die sich über den Tag retten konnten, kann hier eigentlich nichts den Blick auf das Ereignis stören″, meint sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Auf etwas mehr Wolken müssten sich die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern einstellen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was passiert mit dem Mond? Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Der Mond taucht dabei völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Am Freitag kommt es nach Darstellung von Astronomen zur längsten sichtbaren totalen Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts: Eine Stunde und 43 Minuten dauert sie. Übertroffen wird diese Dauer erst bei der Mondfinsternis am 9. Juni 2123 um etwa drei Minuten. Damit hat sie dann fast die maximal mögliche Länge von einer Stunde und 47 Minuten erreicht″, sagt Astronomin Carolin Liefke von der VdS und dem Haus der Astronomie in Heidelberg.

Warum leuchtet der Mond im Erdschatten kupferrot bis orange? Die kurzwelligen blauen Lichtwellen der Sonnenstrahlen werden vollständig in der Erdatmosphäre gestreut, erläutert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das langwellige rote Licht werde hingegen gebrochen und in Richtung Mond gelenkt. Es fällt im Kernschatten auf die Mond-Oberfläche, ergänzt Elsässer. Der Mond schimmert rötlich, mancher spricht von einem Blutmond″.

Warum ist der Mars so hell und rot? Der auch als Roter Planet bekannte Mars kommt der Erde am Freitag so nah wie selten er ist nur rund 58 Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernt. Das ist der Minimalabstand, wie Liefke sagt. Zuletzt geschah das vor rund 15 Jahren, heißt es beim DLR. Anders als die Erde braucht der Mars auf seiner weiter entfernten Umlaufbahn um die Sonne nicht ein, sondern fast zwei Jahre. Wenn die Erde den Mars auf der Innenbahn überholt und der Mars der Sonne vergleichsweise nahe steht, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen.

Was kann man wann sehen? Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am Abend an. In München geht der Mond um 20.48 Uhr auf, in Hamburg um 21.16 Uhr. Dann dauert es noch einige Minuten, bis der Mond komplett in den Kernschatten der Erde eingetaucht ist und die totale Mondfinsternis beginnt. Die Mitte der totalen Finsternis wird um 22.22 Uhr und das Ende um etwa 23.13 Uhr erreicht. Der Mond ist gleich merklich röter und dunkler″, kündigt Liefke an. Es ist klar und deutlich zu sehen, dass er anders aussieht als sonst.″

Die Mondfinsternis ende kurz nach Mitternacht. Mars hingegen ist die ganze Nacht lang zu sehen.″ Zum Höhepunkt der Mondfinsternis stehen sowohl Mond als auch Mars noch tief über dem Südosthorizont. Am Ende der Finsternis sieht es besser aus: Dann stehen die Himmelskörper deutlich höher, es ist richtig dunkel, und man wird sich so das Wetter mitspielt an ihrem rötlichen Leuchten erfreuen können. Nach Mitternacht wird zu sehen sein, wie der Mond den Erdschatten verlässt. Um 1.30 Uhr hat der Mond den Halbschatten komplett verlassen.

Wo sollte man am Himmel hingucken? Die Mondfinsternis ist nach Darstellung des DLR am besten im Süden und Osten Deutschlands zu sehen. Egal wo, wichtig sei auf jeden Fall ein bis zum Horizont freier Blick in südöstliche Richtung auch weitgehend frei von irdischen Lichtquellen. Zur Mitte der totalen Mondfinsternis ist der Mars etwa sechs Grad südlich des Mondes zu erkennen, direkt über dem Horizont. Dann könne man versuchen, beide zusammen zu fotografieren.

Wie häufig treffen diese beiden Ereignisse aufeinander? Eine totale Mondfinsternis, die ähnlich lang ist wie die heute, und der genau gleiche Stand des Mars werden nach Berechnungen von Stefan Krause von der Volkssternwarte Bonn erst in etwa 105 000 Jahren wieder auftreten.

Bildtext:
Für Fotografen bietet sich heute Nacht eine besondere Gelegenheit.
Foto:
dpa/ Sven Hoppe
Autor:
wam, dpa


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