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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bäume pflanzen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Leserbrief Bäume pflanzen und Brunnen aufstellen″ von Astrid Bracksieker (Ausgabe vom 10. Juli) mit Bezug auf den Artikel Mehr Extremwetter in Niedersachsen erwartet Forscher schlagen mit Klimareport Alarm″ (Ausgabe vom 20. Juni).

Astrid Bracksieker hat recht. Bäume pflanzen tut dem Stadtklima gut, und grünste Stadt Deutschlands zu werden wäre wirklich ein schöner Titel für Osnabrück.

Ein wichtiger Aspekt wurde jedoch noch nicht erwähnt: Bäume binden das Treibhausgas CO2, und Bäumepflanzen ist Klimaschutz. Ein Baum, der wächst, holt ständig CO2 aus der Atmosphäre; daraus baut der seine Biomasse auf. Das ist aktiver Klimaschutz nicht durch Verzicht, sondern er bereichert uns auch noch.

Leider müssen [...] immer mal wieder Bäume gefällt werden, sonst haben wir nach einer Generation flächendeckend mitteleuropäischen Mischwald. Umso wichtiger ist es, dass immer wieder da, wo sie keinen stören, neue Bäume angepflanzt werden. Da kann jeder und jede mitmachen: Jungbäume muss man nicht kaufen; sie sprießen überall von selbst, man muss sie nur ausgraben (mit Erdballen an der Wurzel) und an geeigneter Stelle wieder einpflanzen. Das muss überhaupt nicht im eigenen Garten sein, sondern überall in unserer Stadt und Umgebung gibt es Stellen, wo ein Baum fehlt. Und bei der Behörde nachfragen müssen wir deswegen auch nicht. Guerilla-Reforestation nennen das die Experten. Das ist Klimaschutz von unten, denn auf unsere Regierung oder Verwaltung können wir in dieser Sache leider nicht mehr warten. Im großen Maßstab wäre zum Beispiel Aufforstung im Bereich der südlichen Sahara sinnvoll und eine sehr wirkungsvolle Maßnahme zur Bekämpfung von Fluchtursachen. Das weiß die Regierung natürlich, aber sie stockt stattdessen lieber den Militäretat auf.

Außer dem Pflanzen von Bäumen kann man auch etwas gegen sinnloses Bäumefällen tun: Bei uns kann man Büsche, zum Beispiel im Bereich von Autobahnauffahrten, einfach wachsen lassen, statt sie sinnlos am Boden abzusägen – , auf den Stock zu setzen′, nur weil das früher so üblich war, als man noch nichts von Klimaschutz wusste.

Und weltweit wird immer noch ungebremst der Urwald gerodet, entweder zur Gewinnung von Tropenholz und Soja-Flächen (Brasilien) oder zur Ausweitung von Palmöl-Plantagen (Indonesien). Wer Möbel aus Tropenholz oder Nuss-Nugat-Creme aus Palmöl kauft, befeuert diesen Prozess noch mit seinem eigenen Geld.

Wir fangen unterdessen schon mal klein an, siehe oben. Gute Pflanzzeiten sind der Herbst und das Frühjahr. Und wer′s gern mit anderen zusammen mag: Der Solarenergieverein macht öfter mal eine Baumpflanzaktion für jedermann und jedefrau (info@ solarenergieverein.de).

Diesen Herbst ist auch eine geplant. Alle, die mitmachen wollen, sind herzlich willkommen. Es kostet nichts und tut auch nicht weh, sondern macht auch noch Spaß.″

Klaus Kuhnke

Solarenergieverein Osnabrück

Tja, da kann doch jede Bürgerin, jeder Bürger nur zustimmen, oder? Leider ist der Weg der Erkenntnis bis zum Handeln sehr lang, auch offenbar in Osnabrück?

Hierzu ergänzend noch folgende Fragen: Warum ist die Baumschutzsatzung noch außer Kraft gesetzt? Warum gibt′s keine Auflagen für Fassadenbegrünungen? Warum auch keine verbindlichen Vorgaben für die Dach-/ Fassadenbelegung mit Solaranlagen?

Warum wird die Installation für Grauwasser (Regenwasser zur Nutzung der Toilettenspülung) nicht gesetzlich vorangetrieben aufgrund der spürbaren Klimaveränderungen, was sich letztlich aufs Haushaltsbudget entlastend auswirken würde, sowohl dem öffentlichen als auch dem privaten?

Wie wollen wir den weltweiten Klimaflüchtlingen erklären, dass wir unser Abwasser aufwendig und kostspielig reinigen und dann in die Klospülung rauschen lassen?

Warum soll der einzige grüne und größere Erholungsort der Innenstadt, der Schlosspark, verkleinert werden durch Ergänzungsbauten der Universität? Warum wird hier nicht eine sogenannte Mehrgenerationenspielanlage zur Gesunderhaltung und sicher nicht nur für die anliegenden Bewohnerinnen und Bewohner und Studierenden geplant?

Warum werden hier Pläne gehegt für eine Neugestaltung der Brunnen- und Grünanlage, die seit der Expo vorbildlich und abwechslungsreich bepflanzt wird und Nahrung für gefährdete Insekten bietet?

Warum wird der relativ kleine Neumarkt noch durch einen weiteren Baukörper eingeengt? Warum werden auf allen veröffentlichten Plänen zum Neumarkt, auch den prämierten, nur Fußgänger dargestellt, entgegen den aktuellen Planungen und real mit Auto- und Busverkehr?

Warum werden plötzlich so viele Hotels geplant, gleichwohl notwendiger Wohnraum in der Innenstadt fehlt und diese auch an den Abenden beleben würde (Kiezcharakter) und eine Untersuchung im Frühjahr dieses Jahres eine Unterauslastung der Hotelbetten ergab?

Warum wird die Bundesstraße 68 nicht endlich aus der Innenstadt verbannt und damit die gesundheitsgefährdenden Immissionen?

Warum keine Stadtbahn, zum Beispiel als Ringbahn, planen, sicher mit entsprechenden Zuschüssen vom Land, Bund, der EU zu ermöglichen, gegebenenfalls mit ergänzender Zustiftung/ Anteilsverfahren oder Ähnlichem, die über den historischen Wall in kurzen Takten fahren könnte? Ich behaupte, dass diese Umsetzung eine enorme Lebensverbesserung für die Anlieger und uns alle inklusive der Besucher und Besucherinnen wäre und dankbar angenommen würde.

Last but not least meine Empfehlung an die Verantwortlichen und Mitbürgerinnen und Mitbürger: Anstehende Besprechungstermine in die Außen-Restaurationen am Neumarkt und andere belastete Orte der Innenstadt und an den 68er-Wall″ verlegen oder/ und Exkursionen zu Hauptverkehrszeiten dorthin durchführen. Das brächte vermutlich den erforderlichen Schwung in die Zukunftsplanung für die Friedensstadt Osnabrück.″

Gisela M. Legener-Pfeifer

Osnabrück
Autor:
Klaus Kuhnke, Gisela M. Legener-Pfeifer


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