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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Seehundbaby im Osnabrücker Zoo geboren
 
Freude über Baby Greetje
Zwischenüberschrift:
Seehund-Nachwuchs im Zoo schwimmt bereits
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Seehund-Nachwuchs im Zoo Osnabrück: Am Montagmorgen entdeckten Tierpfleger die kleine Greetje an der Seite ihrer Mutter. Bei Seehunden verläuft die Geburt meist unkompliziert und schnell. In der Wildbahn müssen sie mit der ersten Welle direkt schwimmen können. Dank der fetthaltigen Muttermilch wird das Junge in den nächsten sechs Wochen sein Geburtsgewicht verdoppeln und dann zum ersten Mal Fisch fressen.
Foto:
David Ebener

Bei den Seehunden im Osnabrücker Zoo gibt es Nachwuchs. Am Montagmorgen entdeckten Tierpfleger Baby Greetje schwimmend neben Mutter Biene im Wasserbecken. Sein Geburtsgewicht wird das Jungtier in den nächsten Wochen wohl verdoppeln.

Osnabrück Als Tierpflegerin Priska Hennig-Lippe am Montagmorgen ins Gehege kommt, sieht sie einen dritten Seehundkopf aus dem Wasser schauen. In der Wildbahn wird der Nachwuchs auf einer Sandbank geboren. Mit der ersten Welle geht es direkt ins Wasser, und die Jungtiere müssen sofort schwimmen. So ähnlich ist es auch im Osnabrücker Zoo gewesen.

Die Tierpflegerin freut sich: Die Geburt verläuft bei den Seehunden in der Regel sehr schnell und unkompliziert. Morgens haben wir am Beckenrand die Nachgeburt gefunden, und Greetje schwamm bereits neben Mama Biene durch das Becken.″ Das Seehundbaby fühlt sich im Zoo Osnabrück schon richtig wohl. Die meiste Zeit schwimmt es neben der Mutter im Becken und steckt immer wieder den Kopf aus dem Wasser, um Luft zu holen.

Alle paar Stunden trinkt es an Land bei seiner Mutter. Die Muttermilch ist sehr fetthaltig mit 45 bis 48 Prozent Fett″, erklärt Hennig-Lippe. In den ersten sechs Lebenswochen werden kleine Seehunde von der Mutter gesäugt. Dabei verdoppeln sie ihr Geburtsgewicht von zehn bis zwölf Kilogramm. Man kann richtig sehen, wie die Kleinen dicker werden. Jetzt ist sie noch recht schmal und länglich. Später wird sie ganz rund sein″, so Hennig-Lippe.

Nach sechs Wochen werden Jungtiere meist abrupt abgenabelt und müssen allein zurechtkommen. Bei dem Umstieg auf Fisch unterstützen wir die Jungtiere: In dieser Phase halten wir sie einzeln und bewegen den Fisch vor ihrem Maul, um sie so zum Fressen zu animieren″, sagt die Tierpflegerin. Ohnehin habe das Jungtier dann genügend Fettpolster und Zeit für die Umstellung. Die Fütterung des Seehund-Babys erfolge erst separat von den Eltern. Die Großen sind einfach schneller im Wasser, und Papa Max würde nichts überlassen″, erklärt Hennig-Lippe.

Seehund-Vater Max (11 Jahre) zeigt immer wieder Interesse an seinem vierten Jungtier, aber noch möchte Mutter Biene (19 Jahre) Ruhe haben und scheucht ihn meistens weg. Erst nach etwa 14 Tagen wird der Vater mit seinem Kind spielen dürfen.

Besucher können die junge Familie besonders gut bei den täglichen Fütterungen um 10.40 und 15.30 Uhr beobachten. Außerdem führen die Tierpflegerinnen täglich ein Medical Training durch, bei dem die Tiere für tierärztliche Untersuchungen üben. Beim Training müssen die Seehunde aus dem Wasser herauskommen und die Hand des Pflegers berühren, um als Belohnung einen Fisch aus seiner Hand zu erhalten. Den Fisch gibt es aber nur, wenn sie sich abtasten lassen. Damit bereiten wir die Tiere auf medizinische Untersuchungen vor, bei denen der Tierarzt sie anfasst und die Augen, Ohren und Krallen anschaut″, berichtet Hennig-Lippe. Doch nicht immer können die Tierärzte helfen: Im März starb Seelöwe Diego im Zoo nach einer Zahnoperation.

Auffällig ist, dass das Wasser aktuell sehr grün ist. Normalerweise wird das Wasser im großen Becken abgelassen und dann mit Frischwasser aufgefüllt. Da die Seehundmama mit ihrem Baby aber nicht rüber in das kleine Becken geht, kann nach den Worten der Tierpflegerin derzeit nur etwa die Hälfte des Wassers abgelassen und erneuert werden. Durch das sonnige Wetter bilden sich zudem noch schneller Algen, sodass das Wasser schnell trübe wird. Die Besucher können die Tiere dennoch gut sehen, da sie häufig mal draußen liegen.

Auf Dauer kann Greetje übrigens nicht in Osnabrück bleiben, da das weibliche Jungtier nicht dauerhaft beim Vater sein sollte, um Inzest zu vermeiden. Doch bevor es in ein oder zwei Jahren woanders hingeht, bleibt der Zoo Osnabrück die Heimat des kleinen Seehunds.

Bildtext:
Seehundnachwuchs Greetje an der Seite von Mutter Biene.
Foto:
David Ebener
Autor:
Jana Henschen


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