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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
In neuer Uniform auf Streife
 
Neue Uniform soll Eindruck machen
Zwischenüberschrift:
Ordnungsaußendienst geht personell verstärkt wieder mehr auf Streife
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Seit April gehen die Mitarbeiter des Osnabrücker Ordnungsaußendienstes in blauen Uniformen auf Streife, die denen der Polizei ähneln. Das verschaffe mehr Akzeptanz, sagt der zuständige Fachdienstleiter Jürgen Wiethäuper. Und noch mehr hat sich geändert: Den Schriftzug OS-Team″ tragen nur noch die Mitarbeiter des Verkehrsaußendienstes, beim Ordnungsaußendienst steht Ordnungsdienst″ auf Hemden und Jacken. Außerdem wurde das Team personell erheblich verstärkt: von neun auf derzeit 13 Mitarbeiter; bis 2020 kommen fünf weitere dazu. Sie müssen vermehrt Aufgaben im Bereich der allgemeinen Gefahrenabwehr wahrnehmen, von denen sich die Polizei zurückgezogen hat, da laut Gesetz die Kommunen zuständig sind, zum Beispiel Ruhestörung oder Belästigung.

Und Kleider machen wirklich Leute: Seit die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsaußendienstes mit Uniformen auf Streife gehen, die denen der Polizei ähneln, würden sie anders wahrgenommen und besser akzeptiert, sagt Osnabrücks Ordnungsamtsleiter Jürgen Wiethäuper. Personell wird kräftig aufgestockt.

Osnabrück Nach den ersten 100 Tagen mit 13 statt bislang neun Mitarbeitern und im neuen Outfit hat die Stadt eine Pressemitteilung verschickt, in der sie ein positives Zwischenfazit zieht.

Mehr als eine halbe Million Euro jährlich kostet die personelle Aufstockung des Teams. Vor einem Jahr hatte der Osnabrücker Rat der Erhöhung der Stellenzahl zugestimmt. Andere Kommunen sind diesen Schritt früher gegangen″, so Wiethäuper. Fünf weitere Mitarbeiter kommen bis 2020 hinzu.

Sie tragen nicht länger die Aufschrift OS-Team″ auf den Uniformen, sondern Ordnungsbehörde″. Das OS-Team bei den meisten Osnabrückern wohl am meisten bekannt fürs Knöllchenverteilen gibt es weiterhin: Bei diesen Mitarbeitern (von 18 Stellen sind zurzeit 16 besetzt) handelt es sich um den Verkehrsaußendienst.

Anlass für die personelle Verstärkung im Ordnungsaußendienst war, dass die niedersächsische Polizei sich in den vergangenen Jahren aus den Bereichen zurückgezogen hat, für die laut Gesetz originär die Kommunen zuständig sind: Was sich im Gesetz allgemeine Gefahrenabwehr″ nennt, reicht von Beschwerden über Trinkgelage auf Spielplätzen bis hin zu Ruhestörung. Früher sah in solchen Fällen in der Regel die Polizei nach dem Rechten, jetzt muss der Ordnungsaußendienst der Stadt ran. Der Rückzug der Polizei auf ihre Kernaufgaben und zunehmende Ordnungsstörungen wie Alkohol- und Drogenkonsum, Verwahrlosungen von Straßen und Plätzen durch unrechtmäßiges Plakatieren und Verschmutzungen beeinträchtigen das Sicherheitsempfinden in Osnabrück erheblich″, sagt der zuständige Fachdienstleiter Jürgen Wiethäuper. In jüngster Zeit sind außerdem Aufgaben hinzugekommen, etwa Kontrollen nach dem neuen Prostituiertenschutzgesetz.

Jetzt sind die Mitarbeiter verstärkt als Zweier-Streifen unterwegs, nicht nur im Innenstadtbereich, sondern auch in weiter außen gelegenen Stadtteilen. Bis auf das Tragen von Waffen hätten die Mitarbeiter dieselben Befugnisse wie die Polizei, so Wiethäuper. Mit Handschellen sind sie ausgerüstet.

Wir sind keine Rambo-Truppe″, betont der Ordnungsamtsleiter. Vorrangige Aufgabe der Mitarbeiter sei die Prävention. Ein bisschen Sozialarbeiter schwingt auch mit″, so Wiethäuper. Wir betrachten jeden als individuellen Menschen, der ein Recht hat auf Akzeptanz.″ Immerhin waren seine Kollegen zuletzt auch häufig mit der Alkohol- und Drogenszene in Kontakt, die vom Salzmarkt an den Raiffeisenplatz und aktuell an den Willy-Brandt-Platz gezogen ist. Wiethäuper: Wir wollen Situationen verbessern.″ Von der Ausbildung seien alle Verwaltungsfachangestellte, bei denen das Prinzip Learning by Doing″ gelte, ergänzt durch Weiterbildungen. In der Regel sind die Mitarbeiter von 7 bis 23 Uhr auf Streife, so Wiethäuper die übrigen Zeiten deckt die Polizei ab.

Beide Behörden arbeiten nach eigenen Angaben gut zusammen. Oft ist es so, dass Leute bei uns anrufen und wir das dann an die Stadt weitergeben″, erläutert Polizei-Sprecher Frank Oevermann. Diese Zusammenarbeit habe immer schon bestanden, doch dass der Ordnungsaußendienst nun verstärkt draußen unterwegs sei, sei für die Polizei eine verbesserte Situation, so Oevermann.

Beschwerden können Bürger über die Hotline 0541/ 800-800 auch direkt beim Ordnungsamt loswerden.

Bildtext:
Sehen ein bisschen aus wie amerikanische Cops, tragen aber keine Waffen: Die Mitarbeiter des Ordnungsaußendienstes sind in neuen Uniformen im Stadtgebiet unterwegs.
Foto:
Stadt Osnabrück/ Simon Vonstein

Kommentar
Kein Zuständigkeitsgerangel

Es geht um nichts Geringeres als das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger. Die Mitarbeiter des Ordnungsaußendienstes haben durch den Rückzug der Polizei aus den Aufgabenfeldern, für die laut Gesetz originär die Stadt zuständig ist, daher eine hohe Verantwortung.

Vor einem Jahr hatte der Osnabrücker Rat den zusätzlichen Stellen für mehr als eine halbe Million Euro jährlich zugestimmt. Eine wirkliche Wahl hatte die Politik nicht. Gesetz ist Gesetz. Gerade in Sicherheitsfragen wäre ein Zuständigkeitsgerangel zwischen Kommune und Polizei fatal. Schlimm genug, dass es hier über Monate eine erhebliche personelle Lücke gab.

Wichtig ist: Wenn es wirklich brenzlig wird, müssen die Bürger sicher sein, dass nach wie vor die Polizei kommt und nicht der unbewaffnete Ordnungsaußendienst. Entscheidend ist daher, dass beide Behörden weiter eng zusammenarbeiten. Das scheint der Fall zu sein. Auch dass die Stimmung im Team laut Fachdienstleiter Jürgen Wiethäuper gut ist, ist ein positives Signal. Wie die Mitarbeiter auf Dauer mit der Belastung klarkommen, wird sich zeigen. Wenn neue Uniformen dazu beitragen, dass sie von den Bürgern besser akzeptiert und respektiert werden, ist das schon mal eine gute Sache.
Autor:
Sandra Dorn


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