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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neues „Region-Ticket″ gefordert
 
Breites Bündnis für „Region-Ticket″
Zwischenüberschrift:
Gleichbehandlung gefordert: Busfahren soll für Osnabrücker so günstig werden wie für Landkreis-Schüler
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Für Oberstufen- und Vollzeitberufsschüler aus der Stadt ist Busfahren ab August fast doppelt so teuer wie für Schüler, die im Landkreis wohnen. Aktuell kostet die Monatskarte für Schüler in der Stadt rund 43 Euro und im Jahresabo 38, 80 Euro. Das Landkreis-Ticket″ kostet für Oberstufen- und Berufsschüler ab Klasse 11 nur 23, 60 Euro pro Monat, obwohl es im gesamten Kreis sowie in der Stadt gültig ist. Das wollen die SPD-Ratsfraktion, Jusos, Junge Union, Jugendparlament und Stadtelternrat ändern und fordern ein Region-Ticket″ für Schüler in Stadt und Landkreis statt des ab August nur für Landkreis-Schüler gültigen Landkreis-Tickets″. Der Osnabrücker CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde kündigte aber bereits an: Mehr Geld werden wir für Schülerbeförderungen nicht ausgeben.″

Das Busfahren ist für Osnabrücker Oberstufen- und Vollzeit-Berufsschüler fast doppelt so teuer wie für Landkreis-Schüler, weil der Kreis ab August ein Landkreis-Ticket″ für 23, 60 Euro pro Monat einführt. Die SPD-Stadtratsfraktion, Jusos, Junge Union, Jugendparlament und Stadtelternrat fordern ein Region-Ticket″ mit gleichen Preisen für alle Oberstufen- und Berufsschüler ab Klasse 11 in Stadt und Landkreis.

Osnabrück Aktuell kostet die Monatskarte für Schüler in der Stadt rund 43 Euro und im Jahresabonnement („ YoungAbo″) 38, 80 Euro. Dafür haben Silke Mönter und viele andere Osnabrücker Eltern, die bei den Stadtwerken Osnabrück vergeblich ein Abo nach den Konditionen des Landkreis-Tickets einfordern, kein Verständnis: Es kann doch eigentlich nicht angehen, dass die Eltern der Stadt Osnabrück mehr für die Buskarte ihrer Kinder zahlen müssen als Eltern aus dem Landkreis″, beschwert sich Mönter. Die Strecke ihrer Tochter aus Voxtrup im Osnabrücker Süden zur Berufsschule in Haste im Osnabrücker Norden betrage rund zehn Kilometer. Damit sei ihre Tochter mindestens genauso auf den Bus angewiesen wie Schüler aus dem Landkreis. Für die meisten Schüler in Belm oder Wallenhorst ist die Anreise sogar noch kürzer. Dennoch zahlen alle Schüler, die im Landkreis wohnen egal, ob in Belm, Wallenhorst, Glandorf oder Quakenbrück –, ab August nur 23, 60 Euro für das monatliche Busticket.

SPD für Region-Ticket

Der Stadtelternratsvorsitzende Wolfgang Schäfer bedauert, dass Stadt und Landkreis sich nicht vor der Entscheidung des Kreistags abgestimmt haben, um ein einheitliches Ticket für die Schüler in der Region Osnabrück anzubieten: Wir verstehen uns schließlich als Bildungsregion, da sollten die Bedingungen auch vergleichbar sein.″ Der Stadtelternrat werde im kommenden Schulausschuss ein Region-Ticket und damit die Angleichung des Preisniveaus für Schüler auch in der Stadt Osnabrück fordern.

Unterstützung bekommt der Stadtelternrat vom Chef der SPD-Stadtratsfraktion, Frank Henning, der ein Region-Ticket zu gleichen Bedingungen für Schüler in Stadt und Landkreis Osnabrück für sinnvoll″ hält. Um das entscheiden zu können, müssten aber noch die Finanzierungskonditionen zwischen den beteiligten Gebietskörperschaften und den Stadtwerken abgeklärt werden. Dazu wünscht er sich nach der Sommerpause Gespräche zwischen den politischen Akteuren und den Stadtwerken.

Zudem hofft Henning auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD auf Landesebene. Danach soll geprüft werden, inwieweit alle Schüler der Oberstufe kostenlos befördert werden. Demnach würde das Land die Kosten übernehmen und die Kommunen und Landkreise finanziell entlasten. Die Beratungen über den Landeshaushalt 2019 werde er als Landtagsmitglied und Mitglied des Haushaltsausschusses aktiv begleiten.

Auch der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation Jusos in der Stadt Osnabrück, Timo Spreen, hält ein gemeinsames Ticket für die Region für eine gute Idee. Für Schüler aus Stadt und Landkreis müssten die gleichen Bedingungen gelten. Langfristig müsse das Ziel sein, dass alle Schüler kostenlos mit dem Bus zur Schule kämen. Auch Auszubildende und Freiwilligendienstleistende sollten nicht vergessen werden.

In diesem Punkt schließt sich auch die Industrie- und Handelskammer an. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Eckhard Lammers fordert, das Landkreis-Ticket nicht nur auf die kleine Gruppe der Vollzeit-Berufsschüler mit Wohnsitz im Landkreis Osnabrück zu beschränken″, sondern es auf alle Berufsschüler in Stadt und Landkreis Osnabrück, also auch die in einer dualen Berufsausbildung, auszuweiten.

Auch der Vorsitzende der CDU-Jugendorganisation Junge Union in der Stadt Osnabrück, Christoph Peiler, begrüßt die Idee eines Region-Tickets″ mit gleichen Kosten in Stadt und Landkreis. Stadtwerke und Verwaltungen sollten seiner Meinung nach alle Möglichkeiten einer Realisierung prüfen″ und dann der Politik zur Entscheidung vorlegen.

CDU setzt aufs Fahrrad

Der Vertreter des Osnabrücker Jugendparlaments im Schul- und Sportausschuss der Stadt, Fynn Brackmann, erklärt, dass Vertreter des Jugendparlaments in einigen Wochen ohnehin einen Termin mit den Stadtwerken hätten, um über günstigere Bustickets für Oberstufenschüler in der Stadt zu sprechen. Von den Gesprächen mit der Stadt und den Stadtwerken erhoffe ich mir, dass es demnächst wieder ungefähr gleiche Preise für alle Schüler gibt″, sagt Brackmann.

Der CDU-Stadtratsfraktionschef Fritz Brickwedde zeigt sich überzeugt: Mehr Geld werden wir für Schülerbeförderungen nicht ausgeben.″ Seiner Meinung nach können 17- bis 19-jährige Schüler in Osnabrück in der Regel mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Im Landkreis hingegen seien die Entfernungen durchschnittlich länger, weshalb Schüler sehr häufig auf den Bus angewiesen seien.

Der Fraktionschef der Osnabrücker Grünen, Michael Hagedorn, glaubt, dass es wegen der unterschiedlichen Angebotsbreite, der unterschiedlichen Grade der Nutzung und damit der Kosten″ schwierig werden dürfte, einen fairen gemeinsamen Preis zu finden. Über die Frage der Schülerbeförderung hinaus hält Hagedorn es aber für sinnvoll, Vor- und Nachteile für ein Bürgerticket auszuloten, damit alle Bürger den öffentlichen Nahverkehr dann kostenlos nutzen können.

Bildtext:
Busfahren ist für Oberstufen- und Berufsschüler ab Klasse 11 aus Osnabrück ab August fast doppelt so teuer wie für Schüler, die im Landkreis wohnen. Daher fordern SPD, Jusos, Junge Union, Jugendparlament und Stadtelternrat ein Region-Ticket″ mit einem einheitlichen Preisniveau für Oberstufen- und Berufsschüler in Stadt und Landkreis.
Foto:
Archiv/ David Ebener

Kommentar
Eltern interessiert die Stadtgrenze nicht

Der Einwand ist berechtigt: Warum sollen Schüler, die aus Belm oder Wallenhorst nur wenige Kilometer zur Berufsschule nach Osnabrück-Haste fahren, stärker auf den Schulbus angewiesen sein als Schüler, die aus Osnabrück-Voxtrup quer durchs Stadtgebiet zehn Kilometer zur BBS zurücklegen müssen?

Der Einzelfall veranschaulicht, es ist zu kurz gedacht, Politik nur an Stadt- oder Kreisgrenzen zu orientieren. Schüler und Eltern interessiert es nicht, wo die Zuständigkeit des Stadtrats endet und wo der Kompetenzbereich des Kreistags beginnt. Bereits im Dezember 2015 forderte die IHK eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis. Es wurde angeregt, der Stadt-Schulausschuss solle auch mal mit dem Kreis-Bildungsausschuss tagen. Bis heute ist diese gute Idee nicht ein einziges Mal in die Tat umgesetzt worden.

Stadt- und Kreispolitik drehen sich viel zu sehr um sich selbst und denken politisch zu wenig regional. Warum tagen Stadtrats- und Kreistagsfraktionen nicht viel öfter gemeinsam? Das Thema Busfahrten für Oberstufen- und Berufsschüler beschäftigt den Kreis schon seit zwei Jahren, doch nicht einmal haben Stadt und Kreis seither gemeinsam überlegt, ob statt eines Landkreis-Tickets nicht auch ein Region-Ticket eingeführt werden könnte. Dieses Versäumnis gilt es jetzt endlich nachzuholen.
Autor:
Jean-Charles Fays


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