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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
FMO fordert: Flughafenbus erhalten
 
FMO-Chef: Das ist das falsche Signal
Zwischenüberschrift:
Harsche Kritik für Einstellung des Flughafenshuttles / Imageschaden für die Stadt Osnabrück befürchtet
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück FMO-Chef Rainer Schwarz, Fluggäste, Unternehmer und FMO-Mitarbeiter üben harsche Kritik an der für Ende August geplanten Einstellung des Flughafenshuttles aus Osnabrück. Das ist das falsche Signal″, rügt Schwarz angesichts stark steigender Fluggastzahlen. Bei vielen Reisenden, die auf Billigfluglinien wie Laudamotion″ oder auf Flugverbindungen wie nach Bulgarien oder in die Türkei setzten, sei der Nahverkehr eine bevorzugte Anreisevariante zum Flughafen. Schwarz bedauerte, dass es künftig in die namensgebende Stadt Osnabrück keine ÖPNV-Verbindung mehr geben soll″, und befürchtete einen Imageschaden für die Stadt Osnabrück. Der Türke Engin Uslu beklagte Dienstag im Shuttle auf dem Weg zum FMO: Ein Taxi ist viel zu teuer. Der Bus muss bleiben.″

Der FMO-Chef, Fluggäste, Mitarbeiter des Flughafens Münster/ Osnabrück (FMO), Unternehmer und Pendler auf der Linie X150 üben harsche Kritik an der geplanten Einstellung des Flughafenshuttles von Osnabrück zum FMO. Sie warnen einhellig vor dem Imageschaden, wenn eine 170 000-Einwohner-Stadt sich nicht mehr die Nahverkehrsanbindung an ihren Regionalflughafen leisten kann.

Osnabrück Das ist das falsche Signal″, empörte sich FMO-Geschäftsführer Rainer Schwarz und war damit auf einer Linie mit den Reisenden, die nach der für Ende August geplanten Einstellung des Flughafenbusses befürchten, ein Vielfaches für eine Taxifahrt zum FMO bezahlen zu müssen. Schwarz stellte heraus, dass nach der erheblichen Steigerung der Fluggastzahlen von 23 Prozent im vergangenen Jahr auch aktuell ein weiteres Wachstum zu erwarten sei. Bei vielen Reisenden, die auf Billigfluglinien wie Laudamotion″ oder auf Flugverbindungen wie nach Bulgarien oder in die Türkei setzen, sei der Nahverkehr eine bevorzugte Anreisevariante zum Flughafen. Daher hält Schwarz es für falsch, die direkte Nahverkehrsanbindung von Osnabrück zum FMO zu kappen.

Bei Airports mit einem ländlichen Einzugsgebiet wie dem Münsterland, dem Osnabrücker Land oder auch dem Emsland sei das Auto als Anreisevariante für viele Fluggäste zwar erste Wahl, doch gerade im städtischen Umfeld sei der öffentliche Nahverkehr eine gute Alternative. Schwarz betont, dass viele Reiseveranstalter sogenannte Rail& Fly-Optionen bei ihren Pauschalreisen anbieten, die von den Fluggästen auch durchaus wohlwollend aufgenommen werden″.

Neben anderen Faktoren würden auch die Anreisemöglichkeiten bei der Wahl des Flughafens ins Gewicht fallen. Auf der Straße habe der FMO mit einem eigenen Autobahnanschluss eine exzellente Infrastruktur. Auch der Nahverkehrsanschluss in das Münsterland und in die Stadt Münster sei ausgesprochen gut. So fahre von dort sogar alle 30 Minuten ein Bus zum FMO. Von daher ist es sehr bedauerlich, dass es künftig in die namensgebende Stadt Osnabrück keine ÖPNV-Verbindung mehr geben soll″, beklagte FMO-Geschäftsführer Schwarz. Einen möglichen Imageschaden sehe ich im Übrigen stärker für die Stadt Osnabrück als für den Flughafen, der ja auch zukünftig leider dann nur noch über Münster im 30-Minuten-Takt an den ÖPNV angebunden ist.″

Bereits vor einem Jahr habe sich der FMO mit Vertretern der Stadtwerke Osnabrück in zahlreichen Gesprächen mit dem Thema auseinandergesetzt. Der FMO habe signalisiert, sich auch weiter an den Verlusten des X150 zu beteiligen, und dabei sogar eine Summe von knapp 90 000 Euro angeboten. Auch der Landrat des Kreises Steinfurt habe signalisiert, dass der Kreis seinen Zuschuss weiterhin anbiete. Darüber hinaus sei auch eine reduzierte Anzahl von Frequenzen als Lösungsmöglichkeit in die Diskussion eingebracht worden, da in der Tat nicht wie bislang jede Stunde ein Bus fahren müsse.

Die Flughafenmitarbeiterin Birgit Grötsch, die seit 17 Jahren mit dem Bus zur Arbeit am FMO fährt, weist darauf hin, dass Osnabrück sich das Ziel gesetzt habe, den Nahverkehr zu fördern und das Umland einzubeziehen. Der ÖPNV dient der Daseinsvorsorge unter der Berücksichtigung bestimmter öffentlicher Ziele auch eines Flughafens –, um den motorisierten Individualverkehr zur Entlastung der Umwelt einzudämmen″, betonte die Ingenieurin.

Am Dienstag um 19.20 Uhr fuhr etwa die türkische Familie Uslu in einem zu diesem Zeitpunkt mit zehn Personen besetzten Shuttle zum FMO. Engin Uslu erläuterte, dass die fünfköpfige Familie im Gruppenticket für jeweils sechs Euro zum FMO fahre. Ein Taxi ist viel zu teuer. Der Bus muss bleiben″, forderte er. Der Ladberger Chef der Firma Mobile Tronics, Christoph Müller, fürchtet, dass wegen des Wegfalls der Linie X150 keine Osnabrücker Studenten mehr in sein Unternehmen kommen.

Der Sprecher der Stadt Osnabrück, Gerhard Meyering, sagte: Die Linie X150 wurde nur unzureichend angenommen.″ Es sei nicht hinnehmbar, einen unterbesetzten Bus zwischen Osnabrück und dem FMO pendeln zu lassen″. Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer ergänzte, dass im Schnitt nur ein Fahrgast pro Fahrt mit der Linie gefahren sei. Der Betrieb sei wirtschaftlich nicht darstellbar. Künftig sei es möglich, mit dem Zug nach Ibbenbüren zu fahren, um von dort mit der Schnellbuslinie S50 zum FMO zu gelangen.

Der CDU-Fraktionschef im Kreistag, Martin Bäumer, forderte die Verkehrsexperten auf, sich Gedanken zu machen, wie Osnabrück auf anderem Weg an den Flughafen angebunden werden kann.

Bildtext:
Erhaltet den Flughafenshuttle″, fordern Fluggäste, FMO-Mitarbeiter und Unternehmer die Stadt Osnabrück auf.
Foto:
Fays

Kommentar
Osnabrück spart am falschen Ende

Es ist peinlich. Da bringt die Stadt Osnabrück einen zweistelligen Millionenbetrag zur Entschuldung des Flughafens Münster/ Osnabrück ein, aber einen Kleinbus zum FMO stellt sie mangels Wirtschaftlichkeit ein und kappt damit die einzige direkte Nahverkehrsanbindung.

Wenn ein Osnabrücker künftig fragt: Wie komme ich denn hier zum Flughafen?″, lautet die Antwort: Also, da fahren Sie mit dem Bus zum Hauptbahnhof, dann fahren Sie mit dem Zug nach Ibbenbüren, und von dort mit dem Bus zum Flughafen.″ Der Imageschaden für Osnabrück ist immens. Zynisch wird man den FMO künftig vielleicht nur noch FMI (Flughafen Münster/ Ibbenbüren) nennen, wenn Osnabrück es sich selbst in einem reduzierten Zwei-Stunden-Rhythmus nicht leisten kann, eine Direktanbindung anzubieten. Ein Flughafenbus wird immer ein Zuschussgeschäft bleiben, aber wenn die Stadt dieses Geld einspart, spart sie am falschen Ende.
Autor:
Jean-Charles Fays, Sebastian Stricker


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