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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sommer, Socken und Sandalen
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf die schlimmsten Modesünden des deutschen Mannes enttarnte
Artikel:
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Originaltext:
Sommerzeit, Ferienzeit, Zeit der modischen Furchtlosigkeit… Nicht ohne Grund wird deutschen Männern im Sommer eine bisweilen schmerzbefreite Kleiderwahl nachgesagt. Der Osnabrücker Karikaturist Fritz Wolf spürte solcherlei Geschmacksverirrungen wiederholt augenzwinkernd nach.

Osnabrück Betont lässig präsentieren sich die drei Herren im sommerlichen Outfit. Die Sonnenbrille cool auf der Nase gesetzt, erinnert ihre Formation an einen Gang auf dem Laufsteg. Während ihnen Schirmmütze oder Pepita-Hütchen eine persönliche Note verleihen, zeugt ihr Schuhwerk vom teutonischen Modegleichschritt: An ihren Sandalen samt hübsch gemusterten Socken sollt ihr sie erkennen!

Auch die Beinkleider sind augenfällig. Zwei kurze Höschen erinnern an typisches Feinripp-Design und sind reichlich knapp ausgefallen. Die dritte knielange Variante bietet hingegen viel Raum um die Hüften. Auf großzügigen Gestaltungsspielraum am Oberkörper deuten T-Shirt, Unterhemd oder für ganz Wagemutige ein kurzärmeliges Oberhemd mit Krawatte.

Am Bildrand beobachtet ein chillender halbwüchsiger Bengel die denkwürdige Szene und bemüht dabei fast schon spitzfindig das alte Arbeiter-Motto: Brüder, zur Sonne, zur Freiheit.″ Allerdings hat dieses Blatt eine sprachliche Variante, die mit einem eindringlichen Schämt euch! wirklich Position bezieht. Die Sonne bringt die Männermode an den Tag″ betitelte Fritz Wolf diese Zeichnung 1997 nüchtern.

Schon drei Jahre zuvor hatte er die Männersommermode 94″ aufs Korn genommen und dabei sommerlich-modische Unverdaulichkeiten für Beruf und Freizeit in je vier Varianten zu Papier gebracht. Hier gibt es nur eine Konstante: Zumindest Teile der Waden sollten sichtbar bleiben.

Weitaus häufiger spießte der Osnabrücker Zeichner sommerliche Modeskurrilitäten in seinen Bilderfolgen für die Frauenzeitschrift Brigitte″ auf: Ob Badenixen 86″ mit einem einführenden, die äußerliche Befreiung der Frau″ dokumentierenden Streifzug durch die Geschichte des Badeanzugs″, die vielfältige Verwendung von T-Shirts oder ein kritischer Blick auf typisch deutsche Urlaubskleidung Fritz Wolf beobachtete generationen- und geschlechterübergreifend und lässt auch den heutigen Betrachter schadenfroh schauen und schaudern.

Eigene leidvolle Erinnerungen weckt hingegen die Folge Was Kinder so anziehen müssen …″.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

100 Jahre Fritz Wolf

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf anlässlich seines 100. Geburtstags eine Karikaturen-Serie.

Außerdem sind in der Region mehrere Ausstellungen zu sehen: Das Diözesanmuseum zeigt in der Sonderschau Er war ein Osnabrücker! Wolf′sche Karikaturen zu regionalen Themen. Weitere Fritz-Wolf-Ausstellungen zu den Themen Kunst, Musik und Fußball sind im Stadtmuseum Quakenbrück, im Kunstverein Melle, im Kreishaus am Schölerberg sowie im Berliner Carré der Sparkasse Osnabrück am Berliner Platz zu sehen, während das Tuchmachermuseum in Bramsche am morgigen Freitag um 18 Uhr seine Sonderausstellung über Fritz Wolf und die Mode eröffnet.

Infos erteilt der Medienwissenschaftler Sebastian Scholtysek, Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de
Autor:
Hermann Queckenstedt


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