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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Ikea Osnabrück lehnt P+R auf Kundenparkplatz ab
 
Ikea lehnt P+R auf Kundenparkplatz ab
 
Kritik an Plänen für „halben Ringbus″
Zwischenüberschrift:
Dämpfer für Stadtwerke-Pläne / Einrichtungshaus sieht „positives Einkaufserlebnis″ gefährdet
 
Verkehrsclub bemängelt Verlauf und Taktung der neuen Bogenlinie 110
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Überlegungen der Stadtwerke Osnabrück, den Kundenparkplatz von Ikea im Gewerbegebiet Hellern künftig zumindest teilweise für Park-and-ride-Zwecke zu nutzen, haben einen Dämpfer erlitten. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte das schwedische Einrichtungshaus mit, dass eine solch veränderte Nutzung grundsätzlich nicht infrage″ komme. Aus Sicht des Unternehmens gefährde eine Überschneidung von Kunden- und Pendlerverkehr ein positives Einkaufserlebnis″, zu dem auch die Bereitstellung ausreichender Parkmöglichkeiten gehöre. Gegen eine geplante bessere Anbindung des Geschäfts an den öffentlichen Nahverkehr habe Ikea jedoch nichts einzuwenden.

Das schwedische Einrichtungshaus Ikea will seinen Kundenparkplatz in Osnabrück nicht für Park and ride (P+ R) zur Verfügung stellen. Entsprechende Pläne der Stadtwerke, die im Busnetz 2019 eine Aufwertung der Haltestelle vorsehen, erhalten damit einen Dämpfer.

Osnabrück Auf den Ikea-Kundenparkplatz im Gewerbegebiet Hellern passen nach Unternehmensangaben über 1230 Autos. In Kombination mit der angrenzenden Haltestelle bietet er damit aus Sicht der Stadtwerke beste Voraussetzungen für den Wechsel auf öffentliche Verkehrsmittel.

Schon heute würden viele Einpendler ihre Wagen dort abstellen und mit den beiden bestehenden Linien (31, 91) in die City weiterfahren, erklärten Verantwortliche des kommunalen Verkehrsbetriebs Mitte Juni bei der Vorstellung ihrer Entwürfe für das Busnetz 2019. Inwieweit der Standort nahe der Autobahn 30 künftig als offizielle P+ R-Station dienen könne, werde zurzeit gemeinsam mit Ikea ausgelotet, hieß es.

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte der Möbelgigant am Montag erste Abstimmungsgespräche″ mit den Stadtwerken. Auch ein Ortstermin sei in Kürze geplant. Hier ist jedoch noch nichts entschieden″, teilte Sprecherin Chantal Gilsdorf mit. Bei den Verhandlungen sei es bislang auch nur um den beabsichtigten Ausbau der Bushaltestelle Ikea″ zum Dreifachknoten mit Metrobus- und Tangenten-Anschluss gegangen.

Eine mögliche Freigabe des Ikea-Parkplatzes für Park-and-ride-Zwecke sei bislang kein Thema gewesen. Eine solch veränderte Nutzung kommt für uns auch grundsätzlich nicht infrage″, stellte Gilsdorf klar. Andernfalls käme es zu Überschneidungen zwischen Kunden- und Pendlerverkehr mit der Folge, dass Ikea kein positives Einkaufserlebnis mehr gewährleisten könnte″. Denn dazu gehöre die Bereitstellung ausreichender Parkmöglichkeiten.

Zwar sei eine bessere Anbindung des Einrichtungshauses an den öffentlichen Nahverkehr durchaus interessant″, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Wir möchten, dass uns auch möglichst viele Besucher mit alternativen Verkehrsmitteln erreichen können.″ Dies werde jedoch nicht zulasten der Kunden gehen, die weiterhin mit dem Auto zu uns kommen und erwarten, dass sie dabei auch jederzeit einen Parkplatz finden können″, betonte Gilsdorf.

Wie das Osnabrücker Busnetz 2019 aussehen soll, lesen Sie auf noz.de/ verkehr-os

Bildtext:
Mehr als 1230 Autos passen auf den Kundenparkplatz von Ikea in Osnabrück. Für Park-and-ride-Zwecke, wie es die Stadtwerke sich vorstellen, will der schwedische Möbelgigant die Fläche jedoch nicht freigeben.
Foto:
David Ebener

Osnabrück Für unzureichend hält der Osnabrücker Verkehrsclub (VCD) die im Busnetz 2019 vorgesehene Tangentialverbindung vom Heger Friedhof zum Gewerbegebiet Hasepark. Die halbkreisartig durch den Norden der Stadt geführte Linie sei nicht lang genug, außerdem zu schlecht getaktet. Kritik gibt es auch an anderen Punkten.

Im Entwurf verknüpft die als Stadtbus-Linie 110 firmierende Tangentialverbindung Nord knapp 30 Haltestellen zwischen Weststadt und Fledder, stellt dabei unter anderem Anschlüsse her an alle fünf geplanten Metrobus-Linien. Verkehren soll sie allerdings nur montags bis freitags, und dann auch nur alle halbe Stunde.

Natürlich sollte die neue Linie 110 auch an Wochenenden und Feiertagen fahren″, fordert VCD-Sprecher Jörn Keck. In der Hauptverkehrszeit wäre zudem ein Zehn-Minuten-Takt nötig, davor und danach immerhin ein Viertelstundentakt. Andernfalls gebe es für die Fahrgäste teilweise so lange Wartezeiten, dass das Angebot unattraktiv werde.

Darüber hinaus müsse der halbe Ringbus″ in beiden Richtungen deutlich weiter fahren als geplant, so Keck. Weil es gerade im industriell geprägten Stadtteil Fledder besonders viele Arbeitsplätze gebe, sei es angebracht, die Linie dort über die bislang vorgesehene Endhaltestelle Gewerbegebiet Hasepark″ hinaus auch über die Schellenbergbrücke zu führen oder nach einer Brückenrenovierung über die Hamburger Straße. Dann würden sich laut VCD-Sprecher auch weitere Anschlüsse ergeben, etwa an die künftigen Stadtbus-Linien 71 (Voxtrup Hauptbahnhof) und 171 (Industriegebiet West Hettlicher Masch). „ Am anderen Ende der Linie 110 wäre eine Verlängerung von Heger Friedhof bis Spitze Hellern sinnvoll″, meint Keck und verweist unter anderem auf das dortige Einkaufszentrum Blankenburg.

Ruftaxis als Ergänzung

Mit Blick auf den künftigen Verlauf der Hochschullinie 22 (Campus Westerberg/ ICO Hauptbahnhof) schlägt der Osnabrücker Verkehrsclub vor, diese um eine Haltestelle bis zur Paracelsus-Klinik zu verlängern. So werde das privat geführte Krankenhaus mit seinen vielen Beschäftigten, Patienten und Besuchern direkt an die Innenstadt angebunden und nicht ausschließlich von der Bogenlinie 110 bedient. Gleichsam empfehle sich für das Marienhospital im Zentrum eine neue Haltestelle am Pottgraben, wo ab Herbst 2019 die Linie 71 verkehren soll. Ersatz scheint dem VCD nötig, weil die heutige, kleine Elektrobus-Linie 94 (Hauptbahnhof Marienhospital) im Entwurf der Stadtwerke nicht mehr auftaucht.

Um ferner eine völlige Abkopplung entlegener Bereiche wie Hörne oder die Siedlung Widukindland vom ÖPNV-Netz zu verhindern, macht sich Keck für die Einführung von Ruftaxis stark. Gemeint sind Shuttlefahrzeuge, die nur auf Bestellung dorthin vordringen, wo dem Verkehrsbetrieb ein häufiger Abstecher mit dem Bus unrentabel erscheint. Solche Anrufliniendienste würden die Kunden dann zum Bustarif von und zur nächsten Taktlinien-Station bringen. So etwas wäre vorstellbar als Zubringer von Haltestellen am Hörner Weg zum Übergang Spitze Hellern oder aus der Siedlung Widukindland zu Haltestellen an der Bremer Straße.″

Kommentar
Basta-Manier

Die Gespräche zwischen Stadtwerken und Ikea über den möglichen gemeinsamen Aufbau einer Park-and-ride-Station haben noch nicht einmal richtig begonnen, da scheint auch schon jedes weitere Bemühen des Verkehrsbetriebs in der Sache zwecklos. In Basta-Manier schiebt das schwedische Einrichtungshaus der an und für sich cleveren Idee örtlicher Liniennetzplaner einen Riegel vor, den riesigen Kundenparkplatz wenigstens teilweise auch für jene Autofahrer freizugeben, die zunächst einmal nichts im gelb-blauen Möbelparadies kaufen, sondern bloß mit dem Bus in die Innenstadt wollen.

Wer pessimistisch veranlagt ist, mag die grundsätzliche″ Weigerung des Unternehmens, wie sie unserer Redaktion am Montag auf Nachfrage mitgeteilt wurde, jedenfalls so deuten. Als ob sich da auf dem Verhandlungswege nicht im Geringsten etwas machen ließe. Dabei ist ein Grundsatz nichts weiter als eine selbst aufgestellte Regel von der man also unter bestimmten Voraussetzungen durchaus eine Ausnahme machen könnte. Warum nicht auch hier?

Bei guter Überzeugungsarbeit der Stadtwerke lässt sich Ikea ja vielleicht doch noch auf eine pendlerfreundliche Kooperation ein. Die geplante Aufwertung der Haltestelle zum Dreifachknoten ist schließlich auch ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt.
Autor:
Sebastian Stricker


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