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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Paten putzen Stolperstein
Zwischenüberschrift:
Demnächst werden weitere Gedenktafeln für NS-Opfer verlegt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
284 Stolpersteine erinnern in den Osnabrücker Straßen an Opfer des Nationalsozialismus. Einige weitere soll es noch geben. Dafür hatte das städtische Büro für Friedenskultur kürzlich Paten gesucht und ist von Anfragen förmlich überrannt worden.

Osnabrück Ermordet Mai 1943″ so steht es auf der kleinen Messingtafel, die Frida Schröer gewidmet ist. Die damals 29-Jährige befand sich nach einem mehr als dreijährigen Aufenthalt in der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Gertrudenberg im Michaeliskloster in Hildesheim, als sie der dortige Anstaltsleiter Grimme ausselektierte″.

Hinter diesem bürokratischen Ausdruck verbarg sich Frida Schröers Todesurteil. Es folgte ihre Verlegung in sächsische Altscherbitz wo sie nur wenige Wochen später, am 30. Mai 1943, starb. Ihre genaue Todesursache ist ebenso unbekannt wie die Erkrankung, die zu Frida Schröers ursprünglicher Einweisung in eine Anstalt geführt hatte. Es liegt aber nahe, dass sie psychische Probleme hatte oder unter Epilepsie litt und dass man sie in Altscherbitz entweder verhungern ließ oder mit Medikamenten vergiftete: Menschen wie Frida Schröer führten in den Augen der Nationalsozialisten ein lebensunwertes Leben″ und konnten deshalb getrost getötet werden.

Damit die zahlreichen Opfer der menschenverachtenden NS-Ideologie niemals vergessen werden, startete der Kölner Künstler Gunter Demnig das Projekt Stolpersteine″. Dabei machen überall in Deutschland und Europa kleine Messingtafeln auf das Schicksal der jeweiligen Person aufmerksam. Zu finden sind diese vor den letzten freiwilligen Wohn- oder Arbeitsorten der Opfer und sorgen dafür, dass Passanten im Alltag sinnbildlich über die Vergangenheit stolpern″.

Seit 2007 gibt es die Stolpersteine auch in Osnabrück. Die Finanzierung erfolgt durch Patenschaften, die Osnabrücker Bürger, Schulen, Kirchengemeinden oder Vereine übernehmen. So hat beispielsweise das Bürgerforum in Atter die Patenschaft für Frida Schröers Stolperstein übernommen.

Kürzlich kamen die Mitglieder des Bürgerforums an der Benzstraße 9 im Atteraner Gewerbegebiet zusammen, um ihren″ Stolperstein zu reinigen.

Unter den Freiwilligen war auch Karin Beiderwellen, eine Großcousine von Frida Schröer. Sie las aus der Biografie der ermordeten Frau vor und legte Rosen am Stolperstein nieder.

Alle Beteiligten zeigten sich zufrieden darüber, dass die bisherige Giesbert- Bergerhoff-Straße in Atter künftig Frida-Schröer-Straße heißen wird so hat es der Rat der Stadt kürzlich beschlossen und damit Konsequenzen aus der Verstrickung des früheren Bürgermeisters der Gemeinde Atter in den NS-Staat gezogen.

Bildtexte:
Karin Beiderwellen, Großcousine von NS-Opfer Frida Schröer, legte an deren Stolperstein im Gewerbegebiet des Stadtteils Atter Rosen nieder.
Der Stolperstein für Frida Schröder befindet sich vor dem Gebäude Benzstraße 9.
Fotos:
Bürgerforum Atter/ Annette Niemann
Autor:
Mona Alker


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