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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Investor stellt Bauantrag für Einkaufszentrum
 
„Oskar″ ist auf dem Papier schon fertig
Zwischenüberschrift:
Investor stellt Bauantrag für Einkaufszentrum am Neumarkt / Eröffnung 2020?
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Unibail Rodamco Westfield hat am Freitag den Bauantrag für das Einkaufszentrum am Neumarkt übergeben. Ende 2020 solle Oskar″ eröffnet werden, sagte der Deutschland-Chef von Unibail, Andreas Hohlmann, nach der Übergabe von 98 Aktenordnern im Rathaus. Der Konzern mit Sitz in Paris will 130 Millionen Euro in Osnabrück investieren. Gemeinsam mit der Stadt und dem bestehenden Handel werden wir einen lebendigen und erlebnisreichen Ort kreieren″, sagte Hohlmann. Die Baugenehmigung soll nach den Worten von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bis Ende des Jahres vorliegen. Der Abriss der Altimmobilien am Neumarkt werde im März 2019 beginnen.

Es war eine ungewöhnliche Pressekonferenz in der Kleinen Ratskammer des Rathauses. Investor Unibail Rodamco Westfield war am Freitag mit großem Stab aus Düsseldorf angereist, um zu signalisieren: Wir meinen es ernst, das Center wird gebaut.

Osnabrück Andreas Hohlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Sparte des französischen Konzerns, übergab persönlich die 98 Ordner mit dem Bauantrag. Begleitet wurde er von drei Topmanagern des Unternehmens sowie zwei Architekten des Büros Kadawittfeld. Das unterstreicht, dass wir heute einen wichtigen Schritt machen″, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Nach den Jahren des Wartens und der Ungewissheit können wir sagen: Jetzt geht es an einem der wichtigsten Plätze im Zentrum der Stadt endlich auf einem privaten Schlüsselgrundstück weiter.″

Andreas Hohlmann, seit gut einem Jahr bei Unibail Rodamco Westfield, äußerte Verständnis für die Ungeduld in Osnabrück″. Wir haben aber nie wirklich an dem Projekt Oskar gezweifelt″, versicherte der Geschäftsführer. Wir sind nach wie vor fest vom Einzelhandelsstandort Osnabrück überzeugt. Gemeinsam mit der Stadt und dem bestehenden Handel werden wir einen lebendigen und erlebnisreichen Ort kreieren, der die Osnabrücker ebenso wie Menschen aus der nahen und erweiterten Umgebung in die Innenstadt führt und ihre Attraktivität langfristig steigern wird.″ Das Einkaufszentrum, das hausintern unter dem Arbeitstitel Oskar″ geführt wird, werde als zentraler Gelenkpunkt″ der Innenstadt den Neumarkt mit der Universität und den Einkaufsstraßen verbinden.

Der Bauantrag ist nach den Worten von OB Griesert bereits sehr detailliert. Er geht davon aus, dass die Baugenehmigung bis Ende des Jahres erteilt werden kann. Mit dem Abriss der Schrottimmobilien am Neumarkt will Unibail im März 2019 beginnen. Die Eröffnung des Centers ist zum Weihnachtsgeschäft 2020 geplant.

Zum Stand der Vermietung und über künftige Nutzer wollte sich Hohlmann nicht äußern. Die Resonanz im Markt ist äußerst positiv, und die Gespräche mit etlichen interessierten Partnern verlaufen intensiv und erfolgreich.″ Unibail Rodamco hat sich vertraglich verpflichtet, das Center mindestens zehn Jahre selbst oder durch eine Tochtergesellschaft zu betreiben.

Hoher Gastro-Anteil

Vier Jahre nach Inkrafttreten des Bebauungsplans und Unterzeichnung des Durchführungsvertrages erreicht das 130-Millionen-Projekt damit die nächste Phase. Hohlmann begründete die Verzögerungen mit der langen Rechtsunsicherheit. Erst nach Rechtskraft der Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts, das Normenkontrollklagen gegen den Bebauungsplan im Februar 2018 abgewiesen hatte, habe sein Unternehmen die Planungen mit Nachdruck vorantreiben können. Wir wollten ein wirtschaftliches Risiko vermeiden″, so Hohlmann. Allein der Bauantrag habe gut drei Millionen Euro gekostet. Hohlmann erinnerte daran, dass Unibail die Immobilien am Neumarkt für eine mittlere zweistellige Millionensumme″ gekauft hat ohne Rücktrittsrecht. Auch daran sehen Sie, dass wir überzeugt sind, hier ein erfolgreiches und nachhaltiges Projekt zu realisieren.″

Das Center wird auf 16 500 Quadratmeter Verkaufsfläche etwa 80 Läden haben, darunter einen hohen Gastronomie-Anteil. Die Gastro-Schiene hat in den vergangenen Jahren in Mall-Konzepten immer größere Bedeutung erlangt. Es werde dabei das Erleben″ im Mittelpunkt stehen, mit Markthallenatmosphäre sowie frischen und handgemachten Produkten, sagte der Unibail-Chef.

Mit oder ohne Autos?

Architektur und Außendesign stammen aus dem Büro Kadawittfeld. Das Innendesign entwickelt die internationale Agentur Saguez & Partners. Eine Besonderheit sind hohen Fronten und Highlight-Fassaden im ersten Obergeschoss. Hohen Wert legten die Entwickler nach eigenen Angaben auf die Aufenthaltsqualität im Center. So seien in der geschwungenen Mall zahlreiche Loungebereiche vorgesehen, teilt das Unternehmen mit.

Hohlmann und Griesert äußerten sich zuversichtlich, dass das Einkaufscenter die gewünschte Anziehungskraft auf das weitere Umland ausüben wird. Knapp 800 000 Menschen leben im direkten Einzugsbereichs Osnabrücks. Wichtig sei, dass der gesamte Handelsstandort Osnabrück an Attraktivität gewinne. Dann werde das Center nicht zur internen Konkurrenz, sondern zum Gewinn für Stadt und Region. Diesem Ziel dient auch die Neuvermietungsquote, die Stadt und Investor im Durchführungsvertrag ausgehandelt hatten. Darin ist unter anderem festegelegt, dass die Hälfte der Flächen und Geschäfte mit neuen Mietern belegt sein muss, die bisher in Osnabrück nicht vertreten waren oder ein zusätzliches Geschäft eröffnen wollen. Hohlmann versicherte, es liege auch im Interesse von Unibail, möglichst viele neue Angebote nach Osnabrück zu holen, um die Zentralität zu stärken. Das tut dann allen gut.″

Die Auto-Frage auf dem Neumarkt verfolgt der Unibail-Chef übrigens ganz entspannt. Für ihn sei nur wichtig, dass der Platz neu gestaltet werde und sich die Menschen dort wohlfühlten. Ob mit oder ohne Autoverkehr ist uns egal, das sollen die Bürger entscheiden″, sagte Hohlmann.

Originaltöne von der Pressekonferenz auf noz.de

Bildtext:
Blick ins Innere: das erste Obergeschoss mit Highlight-Fassaden.
Der Haupteingang an der Ecke Neumarkt/ Johannisstraße.
Grafiken:
Unibail Rodamco/ Kadawittfeld

Kommentar
Neuer Schwerpunkt

Kritiker haben schon vor einiger Zeit das Ende der Einkaufszentren ausgerufen. In Amerika siechen Shopping Malls dahin, und in Deutschland ist die Neigung zu Neuinvestitionen gering. Auch Unibail Rodamco hat nur das Übersee-Quartier in Hamburg immerhin ein 1, 1-Milliarden-Projekt und Oskar″ in der Pipeline. 500 Millionen will der Konzern in die Modernisierung bestehender Center investieren. Trotz dieser ungünstigen Rahmendaten: Oskar″ kann im Zusammenspiel mit anderen mutigen Investitionen in der Stadt zum Beispiel werden, wie sich ein Handelsstandort erfolgreich der Bedrohung aus dem Internet entgegenstellt.

Die Spitzenlage in der City wird sich in Zukunft auf das Dreieck zwischen L& T, Kamp-Promenade und Oskar″ konzentrieren. Das ist nicht gut für die Randzonen, aber gut für den Handelsstandort, denn dieses Quartier wird genug Masse haben, um magnetisch auf das Umland zu wirken. Jeder Einzelne wäre dafür zu klein, erst das Zusammenwirken macht den Standort richtig stark. Unibail Rodamco Westfield will am Neumarkt ein Center der nächsten Generation realisieren, das die Menschen mit Gastronomie und Erlebnis lockt, das stationären Handel und Online-Geschäft verknüpft, das mit dem Umfeld eine Einheit bildet.

Nicht zu vergessen: Der französische Konzern repariert ein städtebauliches Katastrophengebiet, das ausgerechnet den am meisten belebten Platz der Stadt umgibt. Die Investition von 130 Millionen Euro ist vermutlich die größte Einzelinvestition, die die Innenstadt je erlebt hat. Und es werden damit gewiss weitere Investitionen ausgelöst. Der Neumarkt hat eine bewegte Geschichte hinter sich, vor allem in jüngster Vergangenheit. In drei Jahren, wenn der Platz modern gestaltet ist und rundherum die Neubauten stehen, wird ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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