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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Speicher am Hafen sind verkauft
 
Die Speicher am Hafen sind verkauft
Zwischenüberschrift:
Investoren wollen ein neues Kreativquartier entstehen lassen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die alten Getreidespeicher an der Elbestraße sind verkauft. Die Erschließungsgesellschaft ESOS, eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke, veräußerte die beiden Kolosse aus den 30er-Jahren an die neu gegründete Speicher GbR. Es gibt konkrete Pläne für die künftige Nutzung.

Beim Osnabrücker Hafen kehrt weiteres neues Leben ein: Die alten Getreidespeicher an der Elbestraße sind verkauft. Die Erschließungsgesellschaft Esos, eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke, veräußerte die beiden Kolosse aus den 30er-Jahren an die neu gegründete Speicher GbR. Die Pläne für die künftige Nutzung sind schon recht konkret.

Osnabrück Hinter dem Erwerb der beiden 60 Meter langen und fünf Stockwerke hohen Getreidespeicher aus der NS-Zeit steckt die Speicher GbR, gegründet von vier Unternehmern aus Osnabrück und Umgebung: Matthias Folkers, Vorstand der Osnabrücker Pion Technology AG und Gründer von Billsafe (2011 von Paypal gekauft), Martina Bensmann-Krebs, Geschäftsführerin der Wellentaucher Beratungsgesellschaft in GMHütte (meinesauna.de), sowie Max und Benedictus Lingens. Die Brüder sind die Geschäftsführer der Corso Sauna Manufaktur aus Bramsche-Hesepe.

Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer sowie Max Lingens bestätigten das Geschäft auf Anfrage unserer Redaktion. Zum Kaufpreis schweigen beide Seiten.

Mit der Stadt führt die Speicher GbR bereits Gespräche. Die künftige Nutzung solle im Sinne eines Kreativquartiers sein, sagt Max Lingens. Ziel und Hauptaufgabe ist es, das Viertel zum Leben zu erwecken, zu einem jungen und dynamischen Viertel.″ Er glaube an den Standort und das Projekt. Wir freuen uns darauf, das wird bestimmt ein gutes Projekt.″

Aus der Stadtverwaltung ist zu hören, die Stadt begrüße die Entwicklung im Sinne des Stadtentwicklungskonzeptes zum Kreativstandort. Schon vor sieben Jahren hatte die Stadt die Speicher sowie umliegenden Gebäude als Kreativquartier Hafen perspektivisch beschrieben.

Die Käufer haben schon konkrete Idee für die künftige Nutzung für die 4700 Quadratmeter Nettogrundfläche. Es wird einen lauten und einen leisen Speicher geben″, sagt Max Lingens. Grundsätzlich soll der industrielle Charakter der Gebäude erhalten bleiben, sagt er. Die Räume könnten mit großen Fenstern und viel Licht Loftcharakter erhalten. Früh will er mit künftigen Mietern ins Gespräch kommen, um die Räume an deren Bedürfnissen ausrichten zu können.

Im leisen Speicher sollen Ateliers und Büroräume für etwa Architekten, Designer, Makler und Eventagenturen entstehen. Auch Gastronomie wäre dankbar, sagt der Unternehmer.

Im lauten Speicher sollen Proberäume entstehen – „ das bietet sich dort förmlich an″. Und überdies würden diese derzeit händeringend gesucht. Zur Erinnerung: Ende des Jahres muss das Kulturzentrum Petersburg den Güterbahnhof verlassen mitsamt den Proberäumen. Und auch die Proberäume auf dem ehemaligen Briten-Areal am Limberg sind bald Geschichte. 60, 80 oder auch mehr Proberäume konnten im lauten Speicher entstehen″, sagt Lingens.

Warum Proberäume? Durch persönliche Kontakte in dieser Szene und die Begeisterung für die coole, handgemachte Musik, die hier von vielen hobbymäßig und mit großer Leidenschaft gemacht wird, haben wir uns infizieren lassen.″ Es gehe nicht darum, das große Geld zu machen.

Auch Tänzer, Künstler wie etwa Bildhauer und Musikschulen könnten dort eine Heimat finden. Es gibt viele Möglichkeiten für den lauten Speicher.″ Denkbar wären zudem kleine Konzerte.

Für den lauten Speicher habe Lingens die Baugenehmigung übernehmen können, den Bauantrag will die Speicher GbR bald stellen. Dann sollen die Bauarbeiten beginnen″, sagt Lingens sofern die Denkmalbehörde mitspielt. Wir wollen jedenfalls nicht kaputt sanieren″, versichert er. Schon Ende dieses Jahres könnten dort die ersten Bands auf einer Etage proben. Das ist ambitioniert aber so sind wir″, sagt Lingens.

Brandschutz, Stromleitungen, sanitäre Einrichtungen bevor die ersten Mieter einziehen, gibt es aber noch viel zu tun. Lingens hofft, dass die Sanierung nicht allzu teuer wird. Wir wollen ja Mieten zu moderaten Preisen.″ Zumindest die Gebäudesubstanz sei gut. Künftig sollen die Speicher ökologisch genutzt werden, etwa mit Fernwärme. Tatsächlich sind wir in mehreren Bereichen aktiv und betreiben auch eine Firma für Altbausanierung. Das Fachwissen in puncto Sanierung und Baustoffe kommt uns jetzt natürlich sehr zu gute″, teilte Lingens mit.

Aus der Stadtverwaltung heißt es, sie werde zeitnah alle notwendigen Unterlagen für die Baugenehmigung vorbereiten. Sofern alle benötigten Unterlagen korrekt sind, könne der enge Zeitplan funktionieren.

In den 30er-Jahren hatte Hitler in Deutschland nahezu baugleiche Heeresverpflegungslager errichten lassen als Vorbereitung auf den geplanten Krieg. Fünf dieser Speicher entstanden in Reih und Glied am Stichkanal sowie eine Getreidemühle und eine Bäckerei.

Als die Briten das Kommando in der Winkelhausenkaserne übernahmen, ließen sie einen Speicher abreißen. Vier Speicher dienten ihnen als Möbellager, Büro, Mannschaftsräume und Kasinos.

Zwei der verbliebenen vier Speicher ließ die Esos 2016 abreißen . Das Areal wurde als Containerumschlagplatz benötigt. Ursprünglich sollte sogar ein dritter Speicher abgerissen werden, letztlich wurde er erhalten.

Gegenüber vom alten Speicher hatte sich im vergangenen Jahr ein neues Kulturzentrum der Petersburg niedergelassen das K.A.F.F.″. Das Gebäude, in dem der Verein untergebracht ist, hatte die Deutsche Rockmusik-Stiftung gekauft, Proberäume eingerichtet und Teile ans K.A.F.F. vermietet. Das Gebäude hatte 1933 als Heereslager fungiert, später als Wache der britischen Militärpolizei.

Weitere Informationen zu den Speichern sind im Internet unter speicher-osnabrueck.de zu finden.

Bildtext:
Jahrelang standen die Speicher am Hafen leer. Schon Ende des Jahres sollen in einem der Kolosse die ersten Bands proben können.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Jörg Sanders


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