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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
E-Mobilität mittelfristig kein Allheilmittel
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Leserbriefen von Hans-Joachim Bertrams Nicht auf Braunkohle vorzeitig verzichten″ und Trotz Nachteilen für das E-Auto″ von Sabine Driehaus (Ausgabe vom 11. Juni).

Zuerst zur Braunkohle: Weil man es geschafft hat, dass Braunkohle nicht mehr ganz so schmutzig verbrennt und weil man den Wirkungsgrad erhöht hat, ist Braunkohle wichtig, um die Klimaziele zu erreichen? Die Technik hat sich natürlich verbessert.

Dadurch ist Braunkohle aber nicht sauberer als andere Stromerzeugungsarten mit modernster Technik. Weil viele Assistenzsysteme in Autos inzwischen Unfälle verhindern oder zumindest abmildern und es deshalb möglicherweise weniger Opfer durch Alkoholfahrten gibt, kann man ja auch nicht folgern, dass Alkohol im Straßenverkehr dazu beiträgt, die Unfallrate zu verringern… Im Übrigen ist es ja auch die Gewinnung der Braunkohle, die alles andere als umwelt- und klimafreundlich ist: Von den ursprünglich 12 000 Hektar des Hambacher Forstes, eines Waldes mit sehr altem Baumbestand und , hoher ökologischer Wertigkeit′, bleiben karge 300 Hektar übrig. Ganze Siedlungen wurden abgerissen und die Menschen umgesiedelt und das alles nur, um mit einem sehr klimaschädlichen Brennstoff billig Strom zu erzeugen.

Womit ich beim zweiten Leserbrief angekommen bin. Frau Driehaus beklagt sich über ständiges , E-Auto-Bashing′. Möglicherweise habe ich irgendetwas verpasst, aber mir kommt es vor, als glorifizierten Medien, Politiker und ein großer Teil der Bevölkerung die E-Mobilität als einzig vernünftige Alternative zu Benzinern und Dieseln. Egal wo man liest oder hinhört: Beim Thema , Alternative Antriebe′ geht es immer um E-Mobilität (eventuell als Hybrid mit Benzin oder Diesel). Natürlich ist auch die E-Mobilität ein wichtiger Baustein zu umweltschonenderem Verkehr, aber sie ist zumindest mittelfristig kein Allheilmittel.

Wir werden einen Mix aus verschiedenen Antriebskonzepten benötigen, um unsere Umwelt lebenswert zu erhalten. Solange E-Autos auch Atom- und Braunkohleautos sind, sind sie nicht , sauber′. Was aber viel schlimmer ist: die Rohstoffe, die zur Herstellung der Lithium-Batterien benötigt werden, sind teilweise sehr knapp, und mir konnte bisher niemand erklären, wo die alle herkommen sollen, wenn plötzlich die gesamte Welt mit Elektroautos fahren will. Beim jetzigen Verbrauch ist es womöglich tatsächlich möglich, diese Rohstoffe aus konfliktfreien Regionen zu beziehen, wenn sich aber die Nachfrage drastisch erhöht, kann die Industrie kaufen oder eben nicht. Irgendeiner nimmt Kobalt und Co. dann schon ab aus Minen, in denen Kinder arbeiten und mit deren Gewinnen Kriege finanziert werden (Kongo). Und das alles, damit wir hier uns ein grünes Mäntelchen anziehen wollen und angeblich die Umwelt schützen.

Wie sehr es den Energiekonzernen (die ja die große Lobby der E-Mobilität sind) um Umweltschutz geht, sieht man ja schon beim Thema Kohle und Atomkraft. Der Industrie dann zu unterstellen, die Produktion statt auf Profit lieber auf Fairness und Umweltschutz auszurichten, halte ich für sehr naiv. Man sieht ja beim aktuellen Dieselskandal, worum es der Autoindustrie wirklich geht und Umweltschutz ist definitiv nicht die Triebfeder. […]″

Rüdiger Hune

Osnabrück

Bildtext:
Über die Braunkohle wird bei unseren Lesern viel diskutiert.
Foto:
dpa
Autor:
Rüdiger Hune


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