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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leuchtender Radweg lässt auf sich warten
Zwischenüberschrift:
Technische Probleme – Umgebung am Rosenplatz zu hell
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Idee klang ungewöhnlich, aber visionär: selbstleuchtende Radwege am Rosenplatz. Vor einem Jahr wurde dies diskutiert, Osnabrück wäre damit die erste Stadt in Deutschland gewesen. Was ist daraus geworden?

Nach einer intensiven Untersuchung durch den Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) musste festgestellt werden: Es geht nicht. Ich musste einsehen, dass die selbstleuchtenden Radwege am Rosenplatz wegen technischer Probleme nicht möglich sind″, sagt Thomas Haarmann enttäuscht.

Vor einem Jahr machte sich der stellvertretende Vorsitzende im FDP-Kreisverband Osnabrück und Verkehrsexperte der Liberalen für leuchtende Radwege am Rosenplatz stark. Dahinter verbirgt sich eine phosphoreszierende Schicht, die auf den Straßenbelag aufgetragen wird. Sie fängt das Sonnenlicht am Tage ein und gibt es abends ab. Diese Technik wird bereits bei nachleuchtenden Fluchtwegschildern oder bei analogen Weckern verwendet, bei denen nachts die Zahlen und Punkte leuchten.

Osnabrück hätte die erste Stadt in Deutschland sein können mit einem solchen Radweg. In Großbritannien, Holland und Polen gibt es bereits Erfahrungen mit dieser Technik. Seit Ende Mai gibt es nun auch in Duisburg einen 2, 6 Kilometer langen Radweg, dessen Seitenränder nachts grünlich leuchten. Eine Schulklasse der Gesamtschule Duisburg-Meiderich hatte dies möglich gemacht, die bei einem Schülerwettbewerb gewann.

Mit dem leuchtenden Radweg sollte die Sicherheit von Radfahrern erhöht werden, die in den vergangenen Jahren immer wieder Opfer von teilweise schweren Verkehrsunfällen wurden. Gleichzeitig sollte davon ein Signal ausgehen, das Menschen zum Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel bewegt. Wir schaffen die Verkehrswende nicht durch Verbote, sondern durch Attraktivitätssteigerung″, sagte Haarmann damals.

Er brachte das Thema ins Osnabrücker Mobilitätsforum ein, einer gemeinsamen Initiative von Stadt und Stadtwerken, die sich einer neuen, nachhaltigen Verkehrspolitik verschrieben hat. Die Idee der leuchtenden Radwege wurde dann Teil eines Zehn-Punkte-Plans. Haarmann war damals zuversichtlich, dass eine Umsetzung noch im Jahr 2017 kommen könnte.

Doch daraus wurde nichts. Der OSB habe ihm glaubhaft mitgeteilt, dass die phosphoreszierende Schicht nicht für den Rosenplatz geeignet sei. Die Umgebung müsse ziemlich dunkel sein, damit die Chemikalie ihre leuchtende Wirkung abgibt. Das wäre am Rosenplatz, wo es viele Straßenlaternen gibt, nicht möglich. Die Alternative wäre gewesen, einen Teil Beton auszufräsen und darauf kleine Lampen anzubringen. Dies hätte jedoch den Beton zu stark geschwächt, sodass man auch diese Variante verwarf.

Uwe Schmidt, Osnabrücker Kreisvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), findet die Idee der leuchtenden Radwege zwar grundsätzlich nicht schlecht, sieht aber am Rosenplatz keine Notwendigkeit dafür. Häufig wird der Radweg einfach ignoriert, da hilft auch keine zusätzliche Beleuchtung″, sagt Schmidt. Schlimmer sei dort eine Bordsteinkante in der Einmündung, wenn man von der Kommenderiestraße kommt. Da seien schon mehrere Radfahrer gestürzt. Er spricht sich deshalb dafür aus, mehr in die Instandsetzung bereits bestehender Radwege zu investieren.

Tot sind die leuchtenden Radwege aber noch nicht. Wir verfolgen die Idee weiter″, sagt Haarmann. Man könne auch überlegen, die phosphoreszierende Schicht an anderen Stellen im Stadtgebiet aufzutragen, wo die Umgebung geeigneter ist. Wichtig sei ihm, dass man Projekte finde, die klein, überschaubar und realisierbar seien. Die Bevölkerung soll merken, dass in Osnabrück was passiert.″

Das will der FDP-Politiker nun mit der Protected Bike Lane″ zeigen, die am Heger-Tor-Wall entsteht. Diese geschützte Fahrradspur ist breiter als ein normaler Radweg und durch einen Bordstein baulich abgetrennt von der Fahrbahn. Die Protected Bike Lane soll bis Ende Juni zwischen Dielinger- und Katharinenstraße in Richtung Schlosswall fertig werden, allerdings zunächst ohne bauliche Trennung.

Bildtext:
Sicher in der Nacht: Ein leuchtender Radweg, wie er gerade in Duisburg fertiggestellt wurde, war auch in Osnabrück angedacht doch bislang nicht umgesetzt.
Foto:
Lina Nikelowski
Autor:
bhav


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