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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Absichtsloses Schlendern
 
Schnittlauch und Rosen in einem Beet
 
Sebastian Kneipp im Rosengarten
Zwischenüberschrift:
Japanisches Entspannungskonzept: Beim Waldbaden die Natur bewusst erleben
 
Zusammenspiel von Zier- und Nutzgarten – Rosenfreunde suchen Mitstreiter
Artikel:
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Originaltext:
Es ist ein irreführender Name: Wer Waldbaden geht, geht dort nicht schwimmen, sondern badet in der Atmosphäre des Waldes. Die Landesgartenschau in Bad Iburg ermöglicht ein solches bewusstes Erleben. Vom absichtslosen Schlendern und beobachtetem Atem.

Bad Iburg Für einen Moment scheint es so, als nähme die Landesgartenschau ihr eigenes Angebot nicht wirklich ernst. Inmitten des Waldkurparks sind Badewannen in den Boden eingelassen. Die siebenköpfige Gruppe, die unter der Leitung von Maria Anna Schröder am Waldbaden teilnimmt, muss kurz schmunzeln. Erst gerade war abschließend verdeutlicht worden, dass die Aktivität Waldbaden″ nicht bedeutet, dort schwimmen zu gehen, sondern den Wald und seine Atmosphäre bei einem absichtslosen Schlendern″ bewusst zu erleben. Die Badewannen im Boden fassen zwar kein Wasser, nehmen das japanische Entspannungskonzept, das in seinem Herkunftsland Shinrin-Yoku″ heißt, aber trotzdem augenzwinkernd auf die Schippe.

Dabei ist es wichtig, genau das nicht zu machen, um bei diesem neuen Wellness-Trend auch wirklich sinnvoll mitmachen zu können. Alles am Waldbaden schreit schließlich, wenn man es zulässt, in waldgrün-leuchtenden Lettern nach Esoterik, nach Bewusstseinserweiterung; nach Leuten, die Bäume umarmen. Wer aus der Waldbadestunde etwas Positives mitnehmen möchte, sollte versuchen, dem Ironie-Impuls für 60 Minuten nicht nachzugeben.

Das Waldbaden umfasst einen einstündigen Spaziergang durch den Wald. Man solle sich einfach treiben und die Eindrücke auf sich wirken lassen. Um diese zu intensivieren, macht die Waldbadegruppe immer wieder Rast und wird von der Leiterin zu sogenannten Sinnesübungen″ angeleitet. Die Teilnehmer sollen etwa die Augen schließen und dabei ihren Atem beobachten″: bewusst einatmen und die frische Waldluft genießen. Sie sollen die Bäume anfassen und fühlen, wie alt sie sein könnten. Sie sollen einen Gegenstand vom Waldboden aufheben, der ihnen besonders gut gefällt, oder beantworten, was sie mit der Farbe Grün verbinden oder warum sie gerne in den Wald gehen. Schröder rundet die Erlebnisse ab, indem sie ein Gedicht rezitiert oder eine Geschichte vorträgt, in der es um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geht. Das Waldbaden rät dazu, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren.

Der Konsens der siebenköpfigen Gruppe: Im Wald sei es sehr beruhigend, die Stille und das Zwitschern der Vögel sei entspannend. Man fühle sich ausgeglichen.

Maria Anne Schröder zufolge werde Waldbaden in Japan inzwischen durch Krankenkassen anerkannt. Ein Bad″ im Wald und seiner Luft sei gut für die Gesundheit. Der Wald kommuniziert mit unserem Immunsystem″, sagt sie. Es heißt, die Terpene und ätherischen Öle in der Waldluft aktivieren die Abwehrkräfte des Körpers.

Dass Walbaden trotz seines esoterischen Eindrucks nicht wie Quacksalberei wirken soll, zeigt der Weg, den Maria Anna Schröder gehen musste, um eine solche Expedition durch den Waldkurpark in Bad Iburg leiten zu dürfen. Von Oktober 2017 bis Januar 2018 nahm sie an einer 70 Stunden umfassenden Schulung teil, inklusive abschließender Projektarbeit und abzulegender Prüfungen. Sechs Kursleiter wurden im Vorfeld der Landesgartenschau ausgebildet.

Die Rentnerin hat sich dafür entschieden, weil sie sich schon immer gerne im Wald aufgehalten hat und sie ist sich sicher, dass sie auch nach dem Ende der Landesgartenschau noch immer als Waldbademeisterin aktiv sein möchte.

Bildtext:
Waldbaden bedeutet, den Wald mit verschiedenen Sinnen bewusst wahrzunehmen. Etwa auch, indem man die Bäume erfühlt, wie es die Teilnehmer des Rundgangs vormachen.
Foto:
David Ebener

Bad Iburg Auf der Landesgartenschau in Bad Iburg haben engagierte Rosenfreunde den Rosengarten Die Rose bittet zu Tisch″ angelegt, damit er bleiben kann. Sie stehen in Kontakt mit anderen Rosengärten im Südkreis und suchen weitere Unterstützer.

Ein Spiel mit Historie und Moderne: Der neue Rosengarten entstand in der Achse vor dem Jagdschlösschen Freudenthal, und seine Gestaltung bezieht sich auf die historische Umgebung. In den Beeten ziehen jedoch nicht nur alte und blühfreudige, sondern auch duftende, neue Rosensorten sowie bienenfreundliche Varianten die Blicke der Besucher auf sich.

Das Konzept für den Rosengarten entwickelten die Rosenfreunde aus Bad Rothenfelde, der Freundeskreis der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde Osnabrück-Münster und das Team der Laga gemeinsam. Bei der Gestaltung setzten sie auf eine moderne Interpretation von formalen Schlossanlagen und alten Bauerngärten, erkennbar am Zusammenspiel von Zier- und Nutzgarten: Essbare Pflanzen und Kräuter wie Salate, Schnittlauch oder Thymian begleiten die Rose. Nicht ohne Grund: Sie ist nicht nur ein Augenschmaus, mit Rosenblättern und Rosenblütenwasser lassen sich beispielsweise Desserts veredeln.

Um die Pflege des Rosengartens kümmern sich unter anderem Rosenfreunde aus Bad Iburg, Bad Rothenfelde, Georgsmarienhütte, Ibbenbüren und Bad Essen. Auf Dauer seien jedoch noch mehr ehrenamtlich engagierte Rosenfreunde aus der Nähe nötig, sagt Elisabeth Harting, Leiterin des Freundeskreises der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde Osnabrück-Münster.

Besonders engagieren sich derzeit Bad Rothenfelder Rosenfreunde in Bad Iburg: Die Sache der Rose, das ist unser Ding″, erklärt Eberhard Schröder und fügt hinzu: Wir sind im Austausch mit Partnern überall. Dies tut uns und der Sache gut.″

Apropos Austausch: Im Südkreis gibt es alleine drei Rosengärten oder Rosenwerkstätten″, wie Schröder sie nennt. Während die Bad Rothenfelder Rosenfreunde auf die Rose pur″ ohne Begleitpflanzen setzen, stehen in Bad Laer Rosen im Fokus, die Insekten und Bienen anziehen.

Wer noch mehr Rosen entdecken möchte, kann bei den Tagen der offenen Gartentore″ exzellente Rosensammlungen in privaten Anlagen erkunden.

Bildtext:
Rosen, Kräuter und Gemüsesorten bilden in einigen Beeten eine Pflanzengemeinschaft.
Foto:
PM/ Claudia Sarrazin

Eine Edelrose mit nostalgischer Anmutung das ist die Züchtung Sebastian Kneipp″, die im Rosengarten auf der Laga natürlich nicht fehlen darf. Die Sebastian-Kneipp-Rose erreicht eine Höhe von 120 Zentimetern und wird zwischen 50 und 70 Zentimeter breit. Die Knospen zeichnen sich durch eine rundliche, mittelgroße Form sowie grün-weiße Blütenblätter aus. Die stark gefüllten, geviertelten, cremefarbenen Blüten mit einem Hauch von Apricot werden bis zu elf Zentimeter groß und sind ein echter Blickfang das auch gleich öfter im Jahr, weil die Sebastian-Kneipp-Rose mehrfach blüht. Außerdem kombiniert diese Sorte einen frischen Rosenduft mit warmen, würzigen Noten, die sich am besten mittags und abends entfalten. Davon abgesehen, eignet sich für diese Edelrose ein luftiger, sonniger Standort. Weitere Pluspunkte: Sie hält Frost aus und ist hitzeverträglich.

Bildtext:
Ein echter Blickfang ist die nach Kneipp benannte Rose.
Foto:
PM/ Sarrazin
Autor:
Frederik Tebbe, pm, sarr


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