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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Haster wollen bei Elektrobus-Linie mitreden
Zwischenüberschrift:
Planen die Stadtwerke an den Interessen der Anwohner vorbei? Unmut im Bürgerforum
Artikel:
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Originaltext:
Planen die Stadtwerke an den Interessen der Bürger vorbei? Im Bürgerforum für die Stadtteile Dodesheide, Haste und Sonnenhügel vermissten Anwohner die Planer der künftigen Elektrobus-Linie. Außerdem wünscht sich eine Initiative eine Sommerbühne für den Großspielplatz Lerchenstraße.

Osnabrück Was ändert sich in Haste, wenn die Elektrobusse kommen? Was und wie die Stadtwerke für die Buslinie 41 entlang des Östringer Weges, der Berningstraße und der Rostocker Straße planen, gefällt vielen Anwohnern nicht. Und sie ärgern sich darüber, wie mit ihrer Kritik und ihren Fragen umgegangen wird.

Erhard Fricke vom Bürgerverein Haste bemängelt, dass die Stadtwerke an den Interessen der Bürger vorbeiplanen und mit manchen Antworten nicht herausrücken, wie er meint. Deshalb fragte er im Bürgerforum: Welche Gründe haben die für die Planung verantwortlichen Stellen, den Planungsprozess derart verdeckt voranzutreiben? Wolfgang Hermle, der bei den Stadtwerken für die Bäder zuständig ist, hatte eine Liste dabei, auf der mehrere Veranstaltungen und Ortstermine dokumentiert waren. Von einer verdeckten Planung könne nicht die Rede sein. Derzeit werteten die Stadtwerke die Stellungnahmen von Bürgern aus. Doch damit zeigte sich Fricke nicht zufrieden. Er hatte sich für das Bürgerforum klare Antworten gewünscht: Ich bin erstaunt, dass die Verantwortlichen nicht da sind.″

Fricke berichtete von einem Ortstermin mit den Planern, die der felsenfesten Meinung″ gewesen seien, dass es keine Alternative für eine neue Bushaltestelle am Östringer Weg gegenüber der Bäckerei gebe. Doch dann hätten die Anwohner mit ihrem eigenen Zollstock″ nachgemessen und gezeigt, dass es doch anders geht. Aber andere Fragen sind noch offen″, stellte Fricke fest. Auch in den Fällen könnten die Bürger zu besseren Lösungen beitragen. Eine Sorge der Anwohner ist es, dass die Ratspolitiker für ihre Entscheidung nicht alle Optionen vorgelegt bekommen. Anwohnerin Ruth Massmann und weitere Nachbarn bemängelten, dass die Rostocker Straße von der Linie abgehängt werden soll. Es entflammte eine Diskussion über die künftige Rolle der Berningstraße, über Belastungen für das hintere Ende des Östringer Weges in Richtung Kloster Nette und über die Kombination von Endstation und Buswende doch verlief sie ins Leere, weil die Planer als Gegenüber fehlten.

Bürgermeister Burkhard Jasper (CDU, MdL), der das Bürgerforum leitete, stellte sich auf die Seite der Anwohner: Wenn die Stadtwerke nicht bereit sind, auf die Wünsche der Bürger einzugehen, und Ratspolitiker nicht richtig informiert werden, dann ist das äußerst unbefriedigend.″ Hier gehe Sorgfalt vor Schnelligkeit″, sonst bestehe außerdem die Gefahr, dass Steuern verschwendet werden. Jasper drängt auf eine weitere Informationsveranstaltung mit den Stadtwerken speziell zugeschnitten auf die Pläne für Haste. Wichtig dabei: Die Anregungen der Bürger müssen ernst genommen werden.″

Martin Büker trug einen Wunsch der Kulturinitiative Sommerbühne an der Lerchenstraße″ vor: Ihr fehlt noch die Bühne, um dem Namen gerecht zu werden. Als Standort haben die Akteure den Großspielplatz auserkoren: Eine Freilichtbühne wäre genau hier zwischen den Stadtteilen Sonnenhügel, Dodesheide und Haste eine tolle Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen.″ Der Initiative geht es nicht um Großveranstaltungen wie Rockkonzerte, sondern um einen besonderen Spielplatz″ für Chöre, Liedermacher, Puppenspieler, Improvisationstheater, Schülergruppen, Instrumentenklassen und Lesungen. Wie Eva Güse vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) berichtete, ist bereits ein Kontakt mit der Initiative zustande gekommen. Auch prüfe der OSB, ob um Spielplatzpaten″ geworben oder ein Projekt mit der pädagogischen Umweltberatung initiiert werden kann. Büker selbst hatte die Vermüllung des Spielplatzes″ angesprochen.

Eine Nachbarin des Großspielplatzes wies darauf hin, dass der Müll wenigstens zum Teil nachts produziert werde. Nach 23 Uhr befänden sich dort Besucher, die Krach machten: Wir hören manchmal bis spät in die Nacht metallische Geräusche und Schreie. Manchmal rufen wir die Polizei.″ Aber die Beamten könnten kaum etwas ausrichten. Ob das anders wäre, wenn Öffnungszeiten festgelegt würden? Bürgermeister Jasper brachte diese Frage ins Spiel. Grundsätzlich hält er es für sinnvoll herauszufinden, um welche Gruppen es sich handelt. Möglicherweise sei dies ein Fall für die Jugendarbeit.

Das letzte Bürgerforum vor den Sommerferien endete trotz der teils heftigen Anwürfe dann doch mit Applaus wie so oft bei den Stadtteilgremien, in denen Anwohner die Tagesordnung bestimmen.

Bildtexte:
Versetztes Parken: So schützen sich Anwohner am Östringer Weg vor Rasern. Sie befürchten, dass die Buslinie ihre Straße zum Nadelöhr werden lässt.
Wie sieht der Östringer Weg in einem Jahr aus? Anwohner haben andere Vorstellungen von der Linienführung für die Elektrobusse als die Stadtwerke.
Fotos:
Sebastian Philipp
Autor:
Jann Weber


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