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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Natur geht unwiderruflich verloren
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Stadt sichert sich Bauland in Hellern Grundstücksdeal eingefädelt: 1, 9 Hektar Ackerfläche am Kampweg″ (Ausgabe vom 28. Mai).

Planer und Politiker stehen angeblich unter Druck, um Bauland beziehungsweise Wohnraum zu schaffen. Aber nicht um jeden Preis. In den Achtzigerjahren wurde versucht, das [. . .] Gebiet der ehemaligen Schnepperschen Tongrube (Mülldeponie mit verseuchtem Boden) als Bauland zu erschließen. Dieses Projekt scheiterte. Nun versucht die Stadt, eine Ackerfläche (welche tiefer liegt als das Rückhaltebecken) als Bauland zu erschließen. Was für eine Farce.

Das Ackerland steht [. . .] mindestens 25 bis 30 Wochen im Jahr [. . .] unter Wasser. Bei Starkregen tritt die nahe gelegene Düte über die Ufer, und auch das Rückhaltebecken ist nach der , Entschlammung′ nicht die entspannteste Variante!

Nach dem heftigen Regen am 27. Mai steht der Grundwasserspiegel enorm hoch. Werden nun auch noch die angrenzenden Felder mit Beton gepflastert, hat das Wasser [. . .] noch geringere Chancen, um im Boden zu versickern. Das Hochwasser 2010 hat gezeigt, dass es von großer Wichtigkeit ist, diese Flächen nicht zu bebauen, um noch größere Katastrophen zu verhindern.

Das Klagen des Fachbereichs Städtebau kann ich nicht nachvollziehen. Warum haben Grundstücksbesitzer kein Interesse, ihre Bauplätze zu verkaufen? Das muss man nicht hinterfragen, sondern es gibt eine logische Konsequenz. Ein gewisser Respekt vor Privatsphäre darf doch wohl erlaubt sein. Und als weiterer Aspekt ist die Geldanlage in Grundstücken in der jetzigen Zeit doch wohl erlaubt.

Die Grundstückspreise sind in den letzten Jahren so drastisch in die Höhe geschnellt, dass sich Familien kaum ein Grundstück größer als 200 bis 300 Quadratmeter leisten können. Und wenn die Stadt so weiter zugepflastert wird, gibt es bald keine Flora und Fauna mehr, sondern nur noch Beton und Überschwemmungen.

Vielleicht sollte man erst mal die leer stehenden Wohnungen und Häuser vermarkten, bevor [. . .] Natur geopfert wird.

Aber schon klar, die Stadt braucht Geld und kann in Toplagen reichlich Kohle verdienen! Auf den Feldern brüten Gänse, Enten etc. ist das der Sinn, damit der Fachbereich Städtebau ein ruhigeres Gewissen hat, die Natur zu zerstören und schwarze Zahlen schreibt durch neue, völlig sinnlose Bebauungspläne?

Wenn die Stadt alles so genehmigen kann, wie es dem Fachbereich Städtebau in die Karten spielt, müssen wir uns in der Tat fragen: Hat das ganze Vorhaben in Osnabrück noch einen Sinn? Gefangen in der eigenen Stadt! Ist das die Lösung ?

Die Lösung heißt dann nur verkaufen und Wege frei machen, um Wohnraum zu schaffen und der Stadt Osnabrück den Rücken zu kehren. Wenn das so gewollt ist . . . Herzlichen Dank an den Fachbereich Städtebau! Und das Fazit: Der Kompensationskompromiss als Wiedergutmachung für die Eingriffe in die Natur steht in keinem Verhältnis zu den Ausmaßen für das Vorhaben, welches mit Beton zugepflastert wird.″

Torsten Höcker

Osnabrück

Als Acker mag das Stück Land wertlos sein (es ist oft versumpft), als unversiegelte Fläche in dem überschwemmungsgefährdeten Hellern ist es Gold wert. [. . .] Da wurden mit vielen Steuergeldern alle Rückhaltebecken vergrößert, um die seit Jahren wachsenden Regenwasser-Fluten ein wenig zu kanalisieren. Und nun soll ein großes Stück Natur (bereits als Flora-Fauna-Habitat avisiert) mit 1, 9 Hektar [. . .] bis nah an die Düte bebaut werden. Und die Alt-Helleraner dürfen absaufen?

Und wo bleibt der Naturschutz? Endlich ist der Eisvogel zurück nach den vielen Baggereien am Becken und dem Kahlschnitt der Böschung. Die seltene Reiherente brütet wieder an dem Rückhaltebecken, Störche, Rehe und Gänse fühlen sich auf den Feldern und Wiesen wohl. Bauland ist dieses Gebiet nicht. [. . .] Denn es ist als Naturfläche nicht bezahlbar und dann unwiderruflich weg. [. . .]″

Uschy Ortner

Osnabrück

In 300 Meter Entfernung von dieser geplanten Neubauversiegelung der Landschaft beginnt das vorgesehene Flora-Fauna-Habitat und Überschwemmungsgebiet der Düte. Im angrenzenden Außenbereich (300 Meter entfernt) muss ein privater Bauherr, der einen kleinen Wintergarten anbaut [. . .], zwei Ausgleichsbäume pflanzen! Was muss man dann als Ausgleich für so eine große Fläche pflanzen? [. . .] Wenn die Fläche versiegelt ist und die Grundwasser- und Überflutungsprobleme beginnen, will das vorher keiner gewusst haben . . . Die Schwaben würden sagen , Herr, schmeiß Hirn ra′!

Monika Hohenstein

Osnabrück

Bildtext:
Soll mit Wohnhäusern bebaut werden: die annähernd quadratische Fläche knapp unterhalb der Bildmitte.
Foto:
André Havergo
Autor:
Torsten Höcker, Uschy Ortner, Monika Hohenstein


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