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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schwitzen für den Sommerflor
 
Gartenschauen machen glücklich
 
Illumination Raspberry
Zwischenüberschrift:
Helfer setzen 30 000 Pflanzen / Tipps fürs sommerliche Gartenbeet
 
Anwohnerin: Da hat Bad Iburg endlich mal was richtig gut gemacht
Artikel:
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Originaltext:
Sie schützen sich mit Hüten, halten die Wasserflasche griffbereit, während die Flüssigkeit darin warm und schal wird. Unter sengender Sonne setzen Unentwegte fast 30 000 Pflanzen. Der Sommerflor hat seinen Preis. Schweiß.

Bad Iburg Frühjahrsblüher raus, Sommerblumen rein: In den nächsten Tagen verschwinden die Wurzelballen von Lobelien, Begonien, Petunien, Gänseblümchen und vielen anderen zuverlässigen Sommerblühern zwischen Kneipperlebnispark und Blütenterrassen in der Erde. Schon kommende Woche soll alles fertig sein.

Was im Großen klappt, funktioniert auch im Kleinen. Auch zu Hause können jetzt schöne, sommerliche Beete angelegt werden. Dafür hat Landschaftsplanerin Konstanze Wegwerth aus Potsdam jede Menge Vorschläge. Sie hat die Gestaltung der Kneippbänder am Charlottensee, das Blütenfeuerwerk, die Blütenterrassen und den Haupteingang geplant.

Dahlien sind ihr erster Tipp: Das sind klassische Sommerblumen, die sehr lange halten.″ Im Topf blühend gekauft, sorgten sie bis in den Herbst für dicke Blütentuffs vorausgesetzt, die verblühten Köpfe werden stetig gekappt.

Als Füllpflanzen empfiehlt Wegwerth Bidens, im Volksmund Zweizähne: Sie breiten sich dicht und kissenförmig aus.″ Als Ergänzung eignen sich Husarenknöpfchen, Petunien, Zauberglöckchen und Lobelien. Ist das Beet schattiger, rate ich zu fleißigen Lieschen, Fuchsien und Begonien.″

Was sie noch mag: Purpurglöckchen und Tagetes, die Studentenblume, die im Fachmarkt auch mit vielen kleinen Blüten von hellgelb bis orange erhältlich ist. Regelrecht in Mode sei gerade die Indianernessel, die sich im Sommer zum blühenden Farbwunder entwickelt und durch Anspruchslosigkeit und Winterhärte punktet.

Was Konstanze Wegwerth wichtig ist: Man sollte auch an die Bienen denken und beispielsweise Salbei und Euphorbien dazu pflanzen.″ Ungefüllte Blüten bieten hungrigen Insekten Nahrung.

Daran hat sie auch im Großen, bei der Auswahl der 25 000 Pflanzen für ihren Part der Landesgartenschau gedacht. Den Charlottensee säumen bald wellenförmige Kneippblütenbänder. Da haben wir uns für farbliche Frischmacher entschieden, in Weiß, Rot und Violett.″ Tuffs hoher Dahlien ragen aus der Erde, Cosmeen und Verbenen schweben ätherisch darüber.

Das Blütenfeuerwerk neben dem Balkon bleibt bei seinem Konzept: Eckige Beete platzen aus dem grasgrünen Hügel, jedes strahlt in der eigenen Farbwelt. Für das violette hat Konstanze Wegwerth Salbei mit einem zart lilafarbenen Blatt eine zweite Sorte mit lila Blüten gegönnt. Gemischt sind sie mit Dahlien, lila Gänseblümchen und Mini-Petunien.

Im Wäldchen an der Fußgängerbrücke entsteht ein raffinierter Farbverlauf. Zwischen rein rosa, rein pinken und violetten Beeten vermischen sich die Farben für ein changierendes Bild. Unter den Bäumen sind schattenliebende Exemplare wie Fleißige Lieschen, Fuchsien, Begonien und ausdrucksstarke Gräser gut gewählt.

Richtig knallen soll es auf den Blütenterrassen, findet Wegwerth in Weiß und Rosa. Und am Haupteingang will sie Vorfreude auf die Landesgartenschau erzeugen: Das Entree soll freundlich aussehen: mit typischen Sommerblumen wie Canna oder Dahlien, in Gelb, Orange und Weiß.″

Im Kneipperlebnispark ziehen bereits sommerliche Solitäre die Blicke auf sich: Canna, wieder Dahlien und Fingerhüte. Auch sie eine prächtige Inspiration für den eigenen Garten.

Bildtext:
Das große Umpflanzen ist bei diesen Temperaturen kein ungetrübtes Vergnügen. Das sommerlich-fröhliche Blütenmeer, das dabei entsteht, wird es umso mehr.
Foto:
Gert Westdörp

Bad Iburg Soll man sein Geld lieber in materielle Dinge oder in Erlebnisse investieren? Der amerikanische Psychologe Thomas Gilovich ist sich sicher: in die Erlebnisse. Seine Studien belegen, dass Erfahrungen Menschen glücklicher machen als materielle Güter. Wenn Erfahrungen jedoch befriedigender seien als materieller Konsum, dann solle man sie leichter zugänglich machen, fordert der Psychologe. Damit meint Gilovich auch Erfahrungen, die nur in freier Natur möglich sind: Leute können nicht radeln und wandern, wenn es keine Wege dafür gibt.″ Und: Wir müssen eine erfahrungsorientierte Infrastruktur bauen! Genau das passiert, wenn Kommunen wie Bad Iburg Gartenschauen ausrichten sie investieren damit in Parks, Gärten, Wege und ebenso in schöne und farbenfroh blühende Blumenbeete.

Auch Gartenschauen sind Freiräume und machen glücklich. Ein gutes Beispiel dafür ist Monika Heymann aus Hilter. Sie ist oft auf der Landesgartenschau anzutreffen. Manchmal nur, um in der Abendsonne ein Buch zu lesen. Gestern haben wir den Geburtstag meiner Mutter hier gefeiert. Das war einfach toll und superpraktisch: nichts am Abend aufzuräumen″, erzählt Heymann. Jeder sei auf seine Kosten gekommen, und das Wetter habe auch mitgespielt. Da hat Bad Iburg endlich mal was richtig gut gemacht″, zeigt sich Heymann überzeugt.

Karen Lorenz schreibt auf Facebook begeistert über die Landesgartenschau: Bad Iburg... ich bin so stolz auf unser kleines Örtchen so eine idyllische Atmosphäre… Dickes Dankeschön an alle Iburger, die meiner Heimat neues Leben einhauchten!

Das ist die Art von Nachhaltigkeit, die Gartenschauen bieten: Sie schaffen eine erfahrungs- und erlebnisorientierte Infrastruktur, sie lassenneue Parks, Seen, Spazierwege, Blumenbeete, Gärten, Bänke und Aussichtspunkte entstehen.

Imma Schmidt ist Pressesprecherin der Landesgartenschau in Bad Iburg.

Bildtext:
Monika Heymann verbringt ihre Abende regelmäßig auf der Landesgartenschau in Bad Iburg.
Foto:
Imma Schmidt

Ein echter Blickfang ist der Fingerhut Digitalis Hybride Illumination Raspberry″. Es handele sich um eine Gattungskreuzung des heimischen Fingerhuts, botanisch Digitalis purpurea, und des Kanarischen Fingerhuts Isoplexis canariensis″, erklärt Landschaftsarchitektin Laura Heuschneider. Sie hat Teile des Blütenflors der Laga geplant. Die tropisch anmutenden Blüten zeigen eine Farbpalette von Himbeerrosa bis kräftig Orange und werden über den Sommer bis in den Herbst gebildet. Sie sind bei Bienen sehr beliebt. Doch Vorsicht: Ebenso wie normaler Fingerhut ist Illumination Raspberry″ für Menschen giftig! Die Pflanze mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort, wird 70 bis 90 Zentimeter hoch und ist nur bedingt winterhart.

Bildtext:
Der Fingerhut Digitalis Hybride ist bei Bienen beliebt, für Menschen ist er jedoch giftig.
Foto:
Laga
Autor:
Stefanie Adomeit, Imma Schmidt


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