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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Dieckmann-Mitarbeiter wollen helfen
Zwischenüberschrift:
1400 Unterschriften gegen die drohende Abschiebung von Azubi Jamal gesammelt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seine Lehre wird der 19-jährige Jamal vielleicht nicht beenden können, denn ihm droht die Abschiebung. Die Mitarbeiter der Firma Dieckmann Bauen + Umwelt haben 1400 Unterschriften gesammelt. Ihre Forderung: Der Azubi soll einen sicheren Aufenthaltsstatus bekommen.

Osnabrück Der junge Mann ist angehender Kfz-Mechatroniker, und seine Chefs sind sehr zufrieden mit seinen Leistungen. Aber die Ausländerbehörde des Landkreises will ihre unbefristet erteilte Duldung zurückziehen, falls ein aus dem Sudan angefordertes Dokument nicht in den nächsten Wochen eintrifft. Jamal Eldein Ahmed weiß, dass Bürokratie in seinem Heimatland langwierig sein kann. Er befürchtet, dass er dann bei Dieckmann aufhören muss. Damit wäre sein Lebenstraum geplatzt.

Ausbildungsleiter Friedrich Pfohl hatte sich an Innenminister Boris Pistorius gewandt, aber der konnte den Termin nicht wahrnehmen. Deshalb nahm der Landtagsabgeordnete Frank Henning den roten Leinenbeutel mit den Unterschriftenbögen entgegen. Als beeindruckendes Zeichen der Solidarität″ bezeichnete der SPD-Politiker die Aktion, die auch außerhalb des Unternehmens viel Anklang gefunden hatte.

Henning kündigte an, dass Pistorius die Angelegenheit prüfen werde. Im Zweifel werde sich die Härtefallkommission mit dem Fall befassen. Zugleich machte der Abgeordnete deutlich, dass eigentlich die Bundespolitik gefordert sei. Denn Jamals Problem sei am besten mit einem Einwanderungsgesetz zu lösen. Und daran werde in Berlin auch gearbeitet. Für den Flüchtling aus dem Sudan könne es aber zu spät kommen.

Von einer unerträglichen Situation″ sprach Dieckmann-Personalchef Gerold Jerosch einerseits für Jamal, der in einer ungewissen Situation stecke und um seine Existenz fürchte, aber auch für das Unternehmen Dieckmann, das den Ausbildungsvertrag auf der Grundlage der vom Landkreis ausgestellten Duldung abgeschlossen habe. Es ist wichtig, dass Betriebe eine Sicherheit haben″, erklärte Geschäftsführer Jens-Peter Zuther. Fachkräfte seien die Zukunft des Unternehmens. Und mit Jamal sei ein aufmerksamer und wissbegieriger Auszubildender ins Team gekommen, der sich gut integriert habe.

Der 19-jährige Sudanese unterstrich seinen Ehrgeiz, einen guten Abschluss zu erzielen. Aber wegen der Unsicherheit um seinen Aufenthaltsstatus könne er sich manchmal nicht konzentrieren. Die berufliche Perspektive sei ihm wichtig, deshalb setze er alles daran, die Klausuren in der Berufsschule mit 2 und nicht mit 4 zu bestehen.

Bildtext:
1400 Unterschriften hat die Belegschaft der Firma Dieckmann Bauen + Umwelt gesammelt, um die Abschiebung des 19-jährigen Jamal zu verhindern. Der Landtagsabgeordnete Frank Henning nahm die Unterschriften stellvertretend für Innenminister Boris Pistorius entgegen.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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