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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Diplomatie statt Duell
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf nordkoreanische Aufmüpfigkeit und atomare Abrüstung ins Bild setzte
Artikel:
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Originaltext:
Bei der Vorbereitung des Gipfeltreffens von US-Präsident Donald Trump mit seinem nordkoreanischen Widersacher Kim Jong Un ist derzeit die Stunde der Diplomaten gekommen. Eine solche ersann der Karikaturist Fritz Wolf zum Jahresbeginn 1962, als er eine behutsame Kontaktaufnahme zwischen den USA und der Sowjetunion ins Bild setzte.

Osnabrück. Der Showdown zum Duell scheint angelaufen: Mit aggressivem Blick und vor der Brust gekreuzten Armen stehen der neue US-Präsident John F. Kennedy und der sowjetische Chefkommunist Nikita Chruschtschow Rücken an Rücken.

Auf den ersten Blick erinnern sie an Trump und Kim: Auch Kennedy zeichnet sich durch eine beeindruckende Haartolle aus, während der untersetzte Russe entfernt dem Nordkoreaner ähnelt.

Die Kleidung der Kontrahenten ist landestypisch: Während Kennedy Cowboystiefel mit langen Sporen übergestreift hat, trägt der Russe eine Uniform der Roten Armee. Trotz der angespannten Lage zeichnet sich ein Ausweg ab: Statt eines Colts beziehungsweise einer Pistole lugen aus den beiden Halftern barock gekleidete Diplomaten, die bereits in ein lockeres Gespräch vertieft sind. Allerdings sollte sich diese Hoffnung als trügerisch erweisen: Im Laufe des Jahres schlitterten die Großmächte mit Verve in die Kuba-Krise samt ihrem bedrohlichen Endzeit-Szenario.

Vor den aktuellen Signalen für einen Gipfel zwischen Trump und Kim hatten nordkoreanische Raketentests samt aggressiver Begleitrhetorik die USA erzürnt und eine hitzige verbale Eskalation ausgelöst. Neu ist ein solches Gehabe indes nicht. Bereits für die Amtszeit des Kennedy-Nach-Nachfolgers Richard Nixon ersann Fritz Wolf eine koreanische Herausforderung″, indem er diesem einen zähnefletschenden nordkoreanischen Soldatenzwerg auf der Nase herumtanzen ließ.

Darüber hinaus sind sich duellierende US-Staatsoberhäupter ein durchaus gängiges Wolf′sches Motiv, das ihm auch für Karikaturen zum Thema Abrüstung geeignet schien. Statt aufeinander zu schießen, lassen US-Präsident Ronald Reagan und der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow 1985 jeweils drei ihrer sechs (atomaren) Patronen aus der Revolvertrommel zu Boden fallen. Dabei gibt Ronald Reagan zu bedenken: OK, Mister Gorbatschow, aber die Hälfte ist immer noch zuviel!

Doch noch einmal zurück zu den Herren Kennedy und Chruschtschow: Dieses Werk Fritz Wolfs gehört zu jenen frühen Originalen, die in Privatbesitz überliefert wurden: Im vorliegenden Fall vermittelt durch den Redakteur Hans Clausing, mit dem der Karikaturist gelegentlich nach Dienst Tischtennis spielte oder kegelte. Viele andere seiner frühen Arbeiten sind hingegen so die Erinnerung ehemaliger Setzer der Neuen Tagespost″ nach dem Druck im Papierkorb gelandet.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Bildtexte:
OK, Mister Gorbatschow, aber die Hälfte ist immer noch zuviel!
Die koreanische Herausforderung.″

Fritz Wolf

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf anlässlich seines 100. Geburtstags eine Karikaturen-Serie. Das Diözesanmuseum am Dom zeigt noch bis zum 15. Juli in der Sonderausstellung Er war ein Osnabrücker! Karikaturen zu regionalen Themen. Weitere Wolf-Ausstellungen zu den Themen Kunst, Musik, Kirche, Umwelt und Fußball sind im Stadtmuseum Quakenbrück, im Kunstverein Melle, im Ludwig-Windthorst-Haus in Holthausen-Biene bei Lingen sowie im Museum am Schölerberg und im Kreishaus zu sehen, während das Museum Industriekultur derzeit 24 Zeichnungen in seiner Sonderausstellung Na dann, Prost! präsentiert. Infos unter Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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