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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Pessimismus im Einzelhandel
 
Handel kämpft gegen schlechte Stimmung
Zwischenüberschrift:
Handelsmonitor 2018: Kaufleute mit Standortbedingungen unzufrieden
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der 6. Osnabrücker Handelsmonitor offenbart eine pessimistische Grundstimmung in der Branche. Die Händler geben dem Standort nur noch die Schulnote 3, die schlechteste Benotung seit Einführung des Handelsmonitors 2014.

Im Osnabrücker Einzelhandel stagnieren die Umsätze und wächst der Frust: Die Kaufleute geben dem Standort im Handelsmonitor 2018 nur noch die Schulnote 3. So gedämpft war die Stimmungslage noch nie seit Einführung des Handelsmonitors vor vier Jahren. Jetzt will der Handel gegensteuern.

Osnabrück. Es sind die harten Zahlen, die auf die Gemütslage der Einzelhändler schlagen. Es sind aber auch politische Entscheidungen oder Nicht-Entwicklungen wie am Neumarkt, die die Unzufriedenheit in der Kaufmannschaft schüren. Die Zahl der Passanten ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr um knapp elf Prozent zurückgegangen, im Weihnachtsgeschäft sogar um 20 Prozent. Die Umsatzerwartungen gehen in Osnabrück eher zurück, während die Handelsumsätze bundesweit in diesem Jahr moderat um gut zwei Prozent steigen werden und die Onlinegeschäfte erneut um zehn Prozent nach oben gehen. Das Baustellenmanagement und die Verkehrspolitik in Osnabrück empfinden viele Geschäftsinhaber als suboptimal.

Ungenügend″

Diese Mixtur ergibt in der Stimmungsabfrage die Note 3. Im vergangenen Jahr gaben die Kaufleute noch eine 2, 2, davor eine 2, 8 und 2, 4. Zum ersten Mal haben die befragten Einzelhändler bei ihrer Bewertung auch in die unterste Schublade gegriffen: Vier Prozent vergaben ein Ungenügend″. Eine Sechs hatte es in den Jahren zuvor nicht gegeben. Der Anteil der Kaufleute, die sehr zufrieden″ mit dem Standort sind, schmolz von 25 Prozent im Vorjahr auf vier Prozent zusammen.

Osnabrück entwickelt sich weniger dynamisch als Bielefeld, Oldenburg oder Münster und verliert erneut einige Punkte in der wichtigen Kategorie der Handelszentralität. Diese Kennzahl zeigt an, wie viel Kaufkraft aus dem Umland nach Osnabrück fließt. Sie ist also ein Indikator für die Anziehungskraft des innerstädtischen Einzelhandels auf die Region. Die Zentralitätskennziffer sank von 148 in 2016 auf jetzt 142. Was über 100 liegt, ist der Kaufkraftzufluss von außerhalb. In Euro ausgedrückt: Laut Handelsmonitor erwartet der Osnabrücker Einzelhandel in diesem Jahr einen Umsatz von 1, 4 Milliarden Euro. Die Kaufkraft der Osnabrücker wird auf 1, 1, Milliarden beziffert.

Eine der Boom-Branchen ist der Fahrradhandel mit einem Plus im Vorjahr um elf Prozent. Auch Unterhaltungselektronik und Bekleidung legten um acht Prozent zu. Verlierer sind der Buchhandel, Spielwaren- und Schmuckgeschäfte. Immer mehr Geschäftsinhaber erkennen die Notwendigkeit, ihre Kunden auch online besser abzuholen und zu bedienen. Die meisten Betriebe wollen die Digitalisierung im eigenen Hause vorantreiben und würden ein digitales Schaufester″ für den Handelsstandort Osnabrück begrüßen.

Der Leerstand hat in der Innenstadt um neun Prozent zugenommen. Laut Handelsmonitor sind 72 Flächeneinheiten unvermietet. Das ergibt eine Leerstandsquote von 7, 3 Prozent. Nur in der Großen Straße gibt es keine leeren Verkaufsflächen.

Deutlich größer geworden ist das gastronomische Angebot in der Innenstadt. Der Anteil der Gastronomiebetriebe (einschließlich Filialbäckereien mit Sitzgelegenheiten) ist in der Innenstadt um vier Prozent angestiegen.

Herausforderungen

Was ist zu tun? Es braucht (noch) mehr Gemeinsamkeit″, fasste Falk Hassenpflug, Handelsexperte bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), die Einschätzungen der befragten Kaufleute zusammen. Für besonders wichtig erachten es die Geschäftsleute, eine eigene Marke Handelsstandort Osnabrück″ zu entwickeln und im Bewusstsein der Kunden zu verankern. Osnabrück brauche einen Pakt für eine positive Darstellung des Handelsstandorts″, wird ein Kaufmann im Handelsmonitor zitiert.

Auf Platz zwei der wichtigsten Herausforderungen steht die Verkehrsfrage: Die Kaufmannschaft fordert Maßnahmen zur Sicherung der Erreichbarkeit″. Fahrverbote seien unbedingt zu vermeiden. Außerdem auf der Aufgabenliste: Strategien zur Entwicklung der einzelnen Quartiere, gemeinsame Aktionen zur Steigerung der Besucherfrequenz, eine Verbesserung der Kommunikation zwischen den Unternehmen und der Stadt, bessere Abstimmung zwischen Betrieben, Maklern und Immobilieneigentümern und schließlich eine größere Präsenz in den sozialen Medien und Ausbau des Onlinegeschäfts.

Shopping in Osnabrück: Diskutieren Sie mit auf noz.de

Bildtext:
Bekenntnis zu Osnabrück: Der Handelsmonitor 2018 offenbart eine pessimistische Stimmung im Einzelhandel. Doch die Händler wollen gemeinsam in die Offensive gehen.
Archivfoto:
Jörn Martens

Handelsmonitor

Der Handelsmonitor Osnabrück ist eine Studie der Osnabrück-Marketing und Tourismus GmbH (OMT), des Osnabrücker City Marketings (OCM), der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Wirtschaftsförderung Osnabrück. Ziel ist eine bessere Positionierung des Osnabrücker Einzelhandels durch laufende Marktbeobachtungen. Der Handelsmonitor wird jährlich aktualisiert. Ein Vergleich von Städten mit vergleichbarer Einzelhandelsstruktur wird dadurch möglich. Neben der Auswertung von Branchenkennziffern und statistischem Material werden auch die Handelsbetriebe und andere Gewerbetreibende in der Stadt Osnabrück in die Untersuchungen einbezogen, die wichtige Daten in einer Online-Befragung beigetragen haben. Darüber hinaus wird mit dem Quartierscheck″ ein Blick auf ausgewählte Geschäftsstraßen vor Ort geworfen.

Kommentar
Klappern statt meckern

Eine Spirale beginnt sich zu drehen, und das ist gefährlich: Jede Klage über angeblich schlechte Rahmenbedingungen für den Einzelhandel in Osnabrück beschädigt das Image des Handelsstandorts und kommt der Aufforderung an die auswärtige Kundschaft nahe, lieber gleich andere Städte oder die Outlets zu besuchen.

Natürlich bedarf es klarer Worte und schonungsloser Analyse. Nur wer Fehlentwicklungen und Versäumnisse eindeutig identifiziert, kann die richtigen Schlüsse ziehen. Der Handelsmonitor ist in dieser Hinsicht nicht nur ein wichtiges Analyse-Instrument, er kann und sollte auch der Anstoß sein, das Stadium des Lamentierens zu verlassen und in die Offensive zu gehen. Warum lässt sich der Handel nicht anstecken vom Optimismus der L& T-Eigner, deren neues Sporthaus wie ein Leuchtturm in die Region strahlt? Warum wird allenthalben über die angeblich schlechte Erreichbarkeit der City gemault, statt die Vorzüge der sehr zentrumsnahen Parkhäuser hervorzuheben? Warum nicht das Positive hervorheben, statt das Schlechte zu betonen?

Es ist ja nicht so, dass die Akteure das nicht wüssten. Was bislang fehlte, ist die Initialzündung, die guten Vorsätze und Ideen auch umzusetzen und zwar gemeinsam. Bessere Vernetzung von Gastronomie und Handel, ein engerer Schulterschluss, mehr gemeinsame Aktionen, Neuausrichtung des Marketings.

Kurzum: Klappern statt meckern.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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