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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Drei Straßen werden umbenannt
Zwischenüberschrift:
Heinrich-Röper-Weg, Carl-Diem-Straße und Giesbert-Bergerhoff-Straße verschwinden von der Karte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Jetzt ist es offiziell: Die Stadt tilgt drei Straßennamen mit NS-Bezug von der Karte. Der Heinrich-Röper-Weg (Schölerberg) wird umbenannt in Färberweg, die Carl-Diem-Straße (Wüste) bekommt den Namen An der Moorweide und die Giesbert-Bergerhoff-Straße (Atter) soll von nun an Frida-Schröer-Straße heißen.

Osnabrück. Der Rat der Stadt Osnabrück hat die Umbenennungen nun endgültig beschlossen.

Das was bedeutet das konkret? Die Umbenennungen würden rechtskräftig, wenn innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung des Ratsbeschlusses keine Klage eingereicht werde, sagt Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt Osnabrück.

Für die Veröffentlichung und die neue Beschilderung werden demnach für die Stadt Kosten von rund 1500 Euro anfallen. Genauso viel habe auch die Durchführung von Infoveranstaltungen für die betroffenen Anwohner gekostet. Schließlich müssen diese noch schriftlich über die Änderung ihrer Anschrift informiert werden: Hierfür seien rund 300 Euro Kosten veranschlagt worden, so Jürgensen.

Für die Anwohner fallen ihm zufolge grundsätzlich keine Kosten an: Die Änderung amtlicher Dokumente sei für Betroffene gebührenfrei. Anders sehe es aber beispielsweise für Firmen aus, die ihre Visitenkarten, Werbematerialien und Ähnliches anpassen müssen.

Nachdem die Umbenennungen rechtskräftig sind, werden verschiedene öffentliche Verwaltungen benachrichtigt. Diese berichtigen dann ihre Unterlagen und Verzeichnisse″, so Jürgensen. Die Anwohner würden über die neue Adresse informiert und neue Straßenschilder angebracht.

Die alten Straßenschilder bleiben laut Stadt für eine Übergangsfrist von einem Jahr erhalten: Die Namen werden zwar durchgestrichen, sollen aber lesbar bleiben. Bei Bedarf könne Anwohnern die Freiwilligenagentur zur Seite gestellt werden, um Vertragspartner über die neue Anschrift zu informieren.

Die Umbenennung hat eine lange Vorgeschichte: Der Arbeitskreis Erinnerungskultur bekam bereits 2012 den Auftrag, Straßennamen zu identifizieren, deren Namensgeber einen nationalsozialistischen Bezug haben, weil sie das NS-Regime auf unterschiedliche Weise unterstützt haben.

Auf der Liste des Arbeitskreises landeten schließlich der Heinrich-Röper-Weg am Schölerberg, die Carl-Diem-Straße in der Wüste und die Giesbert-Bergerhoff-Straße in Atter. Ziel der Umbenennung dieser Straßen ist laut Stadtverwaltung unter anderem auch die Festigung des Profils von Osnabrück als Friedensstadt. Dem würden historisch belastete Straßennamen im Wege stehen.

Die Anwohner wurden in die Namensfindung mit einbezogen, wobei die geplante Umbenennung überwiegend auf Ablehnung stieß. Einige Betroffene sprachen sich aber auch dafür aus. Die endgültige Entscheidung lag beim Rat und dieser gab nun grünes Licht.

Bildtext:
Einen Stolperstein gibt es für Frida Schröer bereits. Künftig wird an die 1943 von den Nationalsozialisten ermordete Frau zusätzlich mit einem Straßennamen erinnert.
Foto:
Archiv/ Martens
Autor:
Lena Fischer


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