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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
13,7 Millionen Euro für die digitale Schule
 
Ende der Kreidezeit in Osnabrücker Schulen
Zwischenüberschrift:
13,7 Millionen Euro für die Digitalisierung – Verwaltung legt Medienentwicklungsplan vor
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück hat einen Medienentwicklungsplan (MEP) vorgelegt. Das 87 Seiten starke Papier sieht bis zum Jahr 2023 Investitionen in Höhe von 13, 7 Millionen Euro in die digitale Infrastruktur der allgemein- und berufsbildenden Schulen in städtischer Trägerschaft vor.

Der MEP nennt acht Schwerpunkte, unter anderem den Ausbau des Breitbandnetzes, denn viele Schulen erreichen die Daten aus dem Netz bislang nur tröpfchenweise.

Ein Kostenfaktor in der digitalen Zukunft der Osnabrücker Schulen wird der Support sein. Der von der Firma ifib consult in Zusammenarbeit mit den Schulen und dem Schulträger erstellte Medienentwicklungsplan nennt hier Kosten ab dem Jahr 2023 in Höhe von 715 000 Euro für elf Vollzeitstellen.

Die meisten Schulen hinken der technischen Entwicklung im IT-Bereich weit hinterher. Es fehlt an allen Ecken und Enden, beim Breitband-Anschluss ebenso wie bei der Ausstattung mit Endgeräten. Mit einem Medienentwicklungsplan will die Verwaltung den Sprung der Schulen in die digitale Gegenwart schaffen. Kostenpunkt: 13, 7 Millionen Euro.

Osnabrück. Nicht weniger als 87 Seiten umfasst der von der Firma ifib consult in Zusammenarbeit mit den Schulen und dem Schulträger erstellte Medienentwicklungsplan (MEP) für die Osnabrücker Schulen in städtischer Trägerschaft, den zunächst der Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 29. Mai, und in der Folge der Schul- und Sportausschuss am Donnerstag, 31. Mai, beraten wird. Der Schwerpunkt des Papiers liegt auf der pädagogischen Arbeit an Schulen. Verwaltung oder auch Unterrichtsvor- oder - nachbereitung sind ausdrücklich nicht Bestandteil des MEP. Der MEP folgt auf das Konzept Neue Medien in die Schulen″, das aus dem Jahr 2001 stammt. Rund 500 000 Euro flossen mit dem Konzept jährlich für die IT-Beschaffung in die Schulen. In den vergangenen Haushaltsberatungen stockte der Rat diesen Betrag auf eine Million Euro auf.

Nun sind 17 Jahre im innovationsfreudigen IT-Bereich ein gewaltiger Zeitraum. Weder allgemeinbildende noch berufsbildende Schulen haben mit der oftmals rasanten Entwicklung Schritt halten können. In der Regel fehlten die finanziellen Mittel, aber auch das Know-how hinkte dem Fortschritt hinterher. Diese Lücken zu schließen und bis 2023 möglichst alle Schulen auf den Stand der Dinge zu bringen, ist eine Aufgabe des nun aufgelegten MEP. Schuldezernent Wolfgang Beckermann betont, der Medienentwicklungsplan gebe den Rahmen vor, der im Laufe der kommenden Jahre konkret mit Inhalt gefüllt werden müsse. Dabei ist der MEP kein bunter Wunschzettel, auf dem die digitalen Träumereien für eine bessere Schulwelt erfasst wurden. Er ist notwendiges Instrumentarium, um zum einen die digitale Weiterentwicklung an den Schulen in kommunaler Trägerschaft koordiniert voranzutreiben, gleichzeitig ist er unabdingbar, um Förderprogramme wie zum Beispiel die Digitalisierungskampagne für Schulen der Bundesregierung in Höhe von fünf Milliarden Euro anzuzapfen. Kurz gesagt: Ohne Konzept kein Geld von Bund und Land.

Und so schlägt der MEP Maßnahmen in acht zentralen Bereichen vor, wobei Beckermann gleichzeitig betont, dass sich auch die Schulen soweit noch nicht vorhanden mit Konzepten auf den Weg machen müssen. Dass an vielen Schulen aufgrund von schwächelnden Leitungen nur tröpfchenweise Daten aus dem Netz in den Klassenraum sickern, ist eines von vielen Problemen. Deshalb zählt der MEP die Funkvernetzung und den Breitbandausbau zu den grundlegenden Maßnahmen, ebenso wie zentrale Serverlösungen, die einen einfachen Zugang zum Netz insbesondere auch über W-Lan ermöglichen.

Das alles aber macht kaum Sinn, wenn das Verhältnis Schüler/ Computer nicht stimmig ist. Soll heißen: Wünschenswert wäre ein 1: 1-Verhältnis für jeden Schüler ein Endgerät. Der MEP schlägt vor, dieses Verhältnis durch die Nutzung schülereigener Geräte bis zum Jahr 2023 umzusetzen. Eine Zwischenetappe wäre erreicht, wenn demnächst wenigstens schon ein Endgerät auf fünf Schüler käme. Dass im Jahr 2018 bei Weitem noch nicht in allen städtischen Klassenzimmern Beamer, Drucker oder Dokumentenkameras zur Verfügung stehen, kommt einem Anachronismus gleich. Auch hier sieht der MEP dringenden Handlungsbedarf.

Was aber nutzt alle Technik, wenn sie mal nicht funktioniert? Support heißt das Zauberwort. Der aber ist nur durch ausreichend Personal zu gewährleisten. An dieser Stelle wird es spannend, weil die damit verbundenen Ausgaben sich dauerhaft im Haushalt niederschlagen werden. Für die 44 allgemeinbildenden und drei berufsbildenden Schulen mit dann über 6000 Endgeräten rechnet der MEP ab dem Jahr 2023 mit Personalkosten von 715 000 Euro jährlich. In den Jahren zuvor sind es 520 000 Euro (2020 bis 2022) und 325 000 Euro im kommenden Jahr. Wir machen hier einen großen Schritt″, sagt Beckermann. Dass 13, 7 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre ein gewaltiger Schluck aus der Pulle sind, weiß auch Osnabrücks Schuldezernent. Aber: Es geht hier um einen Bildungsauftrag, den wir als Stadt auszufüllen haben.″ Für Beckermann besteht also keinerlei Zweifel an der unbedingten Notwendigkeit des MEP.

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Bildtext:
Osnabrück macht sich auf den Weg, die städtischen Klassenzimmer zu digitalisieren.
Symbolfoto:
dpa

Kommentar
Das digitale Klassenzimmer

Eine Tafel und ein Stück Kreide damit erschöpft sich auch heute noch die Ausstattung der meisten Klassenzimmer. Nur zur Erinnerung: Das sind jene Räume, in denen der bundesdeutsche Nachwuchs auf sein Leben in Studium und Berufswelt vorbereitet wird.

Dass ein Land, in dem Kinderzimmer im IT-Bereich besser ausgerüstet sind als Klassenräume, noch leidlich in einer hoch technisierten Welt Schritt halten kann, grenzt schon fast an ein Wunder. Um so löblicher ist es, dass die Stadt die Zeiten gut gefüllter Kassen nutzt und die Digitalisierung ihrer Schulen vorantreibt. Dieser längst überfällige Schritt bedarf noch des Segens aus der Politik. Der ist zwar wahrscheinlich wer will sich schon gegen eine zukunftsgewandte Ausbildung unserer Kinder stellen –, könnte aber wegen der avisierten Personalkosten den Damen und Herren des Rates nicht ganz so flüssig über die Lippen gehen.

Gefragt sind aber auch die Schulen und ihr lehrendes Personal. Alle Investitionen in digitale Technik sind nichts wert, wenn sie im Unterricht nicht eingesetzt werden. Die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung ist wichtiger Bestandteil für eine erfolgreiche Umsetzung des Medienentwicklungsplans. Hier ist das Land gefordert, seine Lehrer von anderem unnötigen Ballast zu befreien und so die notwendigen Freiräume zu schaffen.
Autor:
Dietmar Kröger


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