User Online: 1 | Timeout: 05:39Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zwei Bomben sicher entschärft
 
Zwei Blindgänger sicher entschärft
Zwischenüberschrift:
Evakuierung in den Stadtteilen Schinkel-Ost und Gretesch dauerte drei Stunden
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Es war ein schweißtreibender Job für die Bombenräumer: In den Stadtteilen Schinkel-Ost und Gretesch sind am Sonntag zwei Blindgänger aus dem Zweiten We ltkrieg entschärft worden. Mehr als 5000 Menschen hatten dafür morgens ihre Wohnungen verlassen müssen. Am Nachmittag um kurz vor 15 Uhr konnte Sprengmeister Michael Tillschneider Entwarnung geben. Mit schwerem Gerät hatte sich der Kampfmittelräumdienst jeweils bis auf einen Meter an die beiden Blindgänger herangearbeitet. Dann haben wir mit Schäufelchen und Eimer den Rest gemacht″, so Tillschneider. Die Zünder der amerikanischen Fünf-Zentner-Bomben seien in beiden Fällen kein Problem gewesen. Tillschneider: Die konnten wir Gott sei Dank mit handelsüblichem Gerät, also einer Rohrzange, entfernen.″

In den Stadtteilen Schinkel-Ost und Gretesch sind am Sonntag zwei Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Mehr als 5000 Menschen mussten dafür ihre Wohnungen verlassen. Die Aktion dauerte drei Stunden.

Osnabrück. Die zwei Bombenblindgänger in Schinkel-Ost und Gretesch sind durch eine Auswertung von Luftbildern entdeckt worden. Seit Jahren suchen Experten systematisch das Stadtgebiet nach Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkrieges ab.

Erste Bombe in Gretesch

Die Bewohner des Evakuierungsgebietes mussten am Sonntag bis 9 Uhr morgens ihre Wohnungen verlassen. Tatsächlich hat die Evakuierung aber rund drei Stunden gedauert. Mehrere Bewohner mussten von Feuerwehr und THW aus ihren Wohnungen geholt werden. Hier lag gerade noch jemand im Garten. Und der musste jetzt noch seinen Sohn wecken″, sagte ein THW-Mitarbeiter bei der Kontrolle der Häuser.

Um 11.55 Uhr konnte Sprengmeister Michael Tillschneider mit seiner Arbeit am ersten Blindgänger im Boden eines Kleingartens in Gretesch beginnen. Die Entschärfung verlief problemlos und dauerte rund eine Stunde. Beide Zünder der Bombe wurden herausgedreht. Gegen 13 Uhr wechselten Tillschneider und sein Team zum zweiten Einsatzort in Schinkel-Ost. Hier gab es laut Jürgen Wiethäuper von der Stadt Osnabrück Probleme mit dem Grundwasser. Seit Tagen liefen dort die Pumpen, um den Wasserspiegel abzusenken.

Über die Größe der mutmaßlichen Bomben konnten die Experten erst Aussagen treffen, als sie freigelegt waren, denn die vorangehenden Messungen sagen nichts darüber aus, ob es sich um Fünf- oder Zehn-Zentner-Bomben handelt. Am Sonntag handelte es sich in beiden Fällen um amerikanische Fünf-Zentnerbombe mit jeweils zwei Zündern.

Ordentlich ins Schwitzen kam Sprengmeister Michael Tillschneider. Allerdings lag das am Wetter, nicht an der Aufgabe selbst: Zwei Entschärfungen an einem Tag sind nicht so ganz selten″, so Tillschneider, dem 22 Grad und bewölkt″ allerdings besser gefallen hätte. So war die Arbeit ganz schön schweißtreibend″, berichtete er, nach getaner Arbeit im Schatten des Lkw stehend, mit dem die beiden Blindgänger abtransportiert wurden.

Mit schwerem Gerät arbeitete sich der Kampfmittelräumdienst jeweils bis auf einen Meter an die Blindgänger heran. Dann haben wir mit Schäufelchen und Eimer den Rest gemacht″, so Tillschneider. Die Zünder der amerikanischen Fünf-Zentner-Bomben seien beide Male kein Problem gewesen. Die konnten wir Gott sei Dank mit handelsüblichem Gerät, also einer Rohrzange, entfernen″, erläuterte der erfahrene Sprengmeister, der allerdings auch berichtete: Bei der zweiten Bombe waren wir mittendrin, den Kopfzünder zu entfernen, als es hieß, es sind Leute im Evakuierungsgebiet. Das zerrt an den Nerven.″ Mit seinem Kollegen habe er in rund 35 Meter Entfernung zur Bombe ein schattiges Plätzchen″ gesucht und gewartet, bis wieder alles sicher war. Danach sei die Arbeit zügig vorangegangen. Doch Tillschneider warnte mit Blick auf das Alter und den Zustand von Blindgängern: Das Zeug wird immer gefährlicher.″

Für die Menschen, die ihre Häuser für die Bombenentschärfung verlassen mussten, war in der Anne-Frank-Schule in der Knollstraße ein Evakuierungszentrum eingerichtet worden. Mehr als 50 Menschen warteten dort bei Kaffee und Gulaschsuppe. Hier läuft alles nach Plan″, sagte Gerrit Kruse von der Feuerwehr Osnabrück. Dass wir vor 12 Uhr Sicherheit haben, das ist selten.″

Mit Ablauf zufrieden

Auch die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes waren mit dem Ablauf zufrieden: Wir sind für die Registrierung der Menschen hier in der Schule zuständig″, sagte Peter Walter. Es ist bei dem Wetter relativ ruhig, viele nutzen die Zeit für einen Ausflug″, ergänzte seine Kollegin Carina Kohnen. Die Osnabrücker Annette Meyer und Tochter Isabelle Meyer mit Hund Victor verbrachten zumindest den Vormittag in der Anne-Frank-Schule: Wir hoffen, dass es heute schnell geht″, sagte Annette Meyer.

Osnabrück gehört zu den wenigen Städten, die aktiv nach Blindgängern suchen. An verdächtigen Stellen führen die Bombensucher Tiefensondierungen durch. Dabei wird das Erdmagnetfeld gemessen. Eisenkörper verändern dieses Magnetfeld und werden damit sichtbar. Die Messergebnisse ließen an beiden Verdachtspunkten unbeschädigte Sprengkörper erwarten″, sagte Wiethäuper im Vorfeld. Die Umrisse seien schön gleichmäßig″, was darauf hindeute, dass die Bomben beim Aufschlag nicht beschädigt worden seien aber eben auch nicht gezündet hätten.

Bildtexte:
Zehn Zentner geballte Sprengkraft, verteilt auf zwei Bomben gruben die Männer vom Kampfmittelräumdienst aus der Osnabrücker Erde. Über die sichere Räumung freuen sich (v. l.): André Klose (Firma Schollenberger), Michael Tillschneider, Ernst Heinicke (Stadt Osnabrück) und Peter Radke (Kampfmittelräumdienst).
Während der Bombenräumung kümmerte sich das Deutsche Rote Kreuz um die Menschen, die im Evakuierungszentrum untergekommen waren.
Zehn Zentner geballte Sprengkraft, verteilt auf zwei Bomben gruben die Männer vom Kampfmittelräumdienst am Sonntag aus der Osnabrücker Erde.
Mensch ärgere dich nicht: Die Osnabrücker Annette Meyer (rechts), Isabelle Meyer, Emma Kohnen (links) und Hund Victor haben sich während der Bombenentschärfung im Evakuierungszentrum aufgehalten.
Der Ortsteil Schinkel-Ost wird für die Bombenentschärfung geräumt.
Nicht alle Menschen sind pünktlich um 9 Uhr raus aus ihren Wohnungen. Die Einsatzkräfte müssen ran.
Ist noch jemand im Evakuierungsgebiet?
Der Evakuierungsbereich im Schinkel am 27. Mai 2018.
Nichts los auf der Autobahn. Die A 33 war zwischen Belm und der Auffahrt Lüstringen während der Bombenräumung gesperrt.
Der Ortsteil Schinkel wird für die Bombenentschärfung geräumt.
Die Polizei im Einsatz im Osnabrücker Stadtteil Schinkel.
Das Deutsche Rote Kreuz kümmert sich um das Wohl der Menschen im Evakuierungszentrum in der Anne-Frank-Schule Osnabrück.
Den Menschen stehen Evakuierungsbusse zur Verfügung.
Für Essen und Trinken ist im Evakuierungszentrum gesorgt.
Auch für den Krankentransport ist bei der Bombenentschärfung gesorgt.
Fotos:
Claudia Sarrazin, Hermann Pentermann
Autor:
Claudia Sarrazin, Catharina Kronisch


Anfang der Liste Ende der Liste