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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Maiwoche endet mit neuem Rekord
 
Zwischen Besucherrekord und Betreiberkritik
 
Als Highlight eine Versteigerung
Zwischenüberschrift:
Stadt zieht nach zwölf Tagen Maiwoche positive Bilanz – Betreiber äußern Unmut
 
Hasestraßenfest mit Mittelaltermusik und einem schwergewichtigen Motorrad
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. 850 000 Besucher sollen laut Stadt dieses Jahr auf der Maiwoche gewesen sein so viele wie noch nie. Zwei große Veranstalter sind aber unzufrieden mit der Entwicklung des Straßenfestes und fordern eine Neuausrichtung.

Bei bestem Wetter ging gestern die 46. Maiwoche zu Ende. Laut Stadt kamen in diesem Jahr so viele Besucher auf das Osnabrücker Straßenfest wie noch nie. Zwei große Veranstalter üben aber laute Kritik und fordern eine Kehrtwende.

Osnabrück. Wir freuen uns über einen neuen Rekord von schätzungsweise 850 000 Besuchern auf der Maiwoche″, bilanziert Petra Rosenbach, Geschäftsführerin der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT). Die Maiwoche bleibe das Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt Osnabrück.

Die beliebtesten Tage waren die beiden Samstage, aber auch an den Freitagen war es richtig voll in der Stadt″, sagt Rosenbach. Dies würden die lasergestützten Passantenfrequenz-Messungen in der Innenstadt zeigen. Mit Ausnahme der Unwetter-Unterbrechung am ersten Sonntag hatten wir in diesem Jahr bestes Maiwochen-Wetter. Das freut mich natürlich für mein Team und alle Beteiligten, die jedes Jahr mit einem immensen Einsatz und viel Herzblut zum Gelingen der Maiwoche beitragen″, so die OMT-Geschäftsführerin.

Ganz so rosig sehen es zwei Veranstalter allerdings nicht. Frederik Heede ist seit 15 Jahren auf der Maiwoche, er musste dieses Jahr zum ersten Mal auf das Maidorf″ am Platz des Westfälischen Friedens verzichten. Die Stadt hatte wegen Sicherheitsbedenken die Genehmigung verweigert. Kurzerhand musste er umplanen und machte daraus ein ruhigeres Alpendorf. Statt Partymusik gab es nun das Plätschern des Bürgerbrunnens. Viele Besucher schienen mit dem kleinen Maidorf″ zufrieden zu sein. Doch Betreiber Heede ist es nicht.

Ich muss etwa 80 Prozent Umsatzrückgang verzeichnen″, sagt der Unternehmer. Man habe sich zwar sehr viel Mühe gegeben, um ein ansprechendes Ambiente zu schaffen, doch ein gleichwertiger Ersatz zum Maidorf sei dies nicht. Wir haben dieser Alternative eine Chance gegeben, doch fürs nächste Jahr hoffe ich wieder auf die klassische Variante.″

Des Weiteren übt er starke Kritik an der Stadt. Die Gebühren überrollen einen″, sagt der 55-Jährige. 10, 06 Euro zahle er für den Quadratmeter, beim Weihnachtsmarkt seien es nur etwas mehr als zwei Euro. Damit ist ein Niveau erreicht, das kaum noch finanzierbar ist″, sagt Heede.

Zuschuss durch die Stadt?

Er stellte deshalb die Frage in den Raum, ob die Stadt nicht einen Zuschuss leisten möchte. Für ein NDR-Konzert, für die Stadthalle oder für das Theater sei genügend Geld da. Für die Maiwoche lässt die Stadt aber keinen Cent springen.″

Im Übrigen müsse sich die Stadt klar werden, wo sie mit der Maiwoche hinwolle. Wodurch unterscheiden wir uns noch von einem beliebigen Dorffest?″, fragt Heede. Sie sei lieblos zusammengestellt und völlig austauschbar geworden.

In ein ähnliches Horn bläst Christoph Sierp, der mit seiner Firma Sierp Gastro die Stände zwischen Neumarkt und Domhof betreibt. Wir hatten so gute Wetterbedingungen wie schon lange nicht mehr″, sagt der Eventmanager, trotzdem sind wir mit dem Ergebnis unzufrieden.″ Die Stimmung sei zwar sensationell″ gewesen, doch es habe seiner Ansicht nach an Menschen gefehlt. Richtig voll, sodass man sich durch die Massen quetschen musste, war es an keinem Abend.″

Seiner Meinung nach liegt das an der mangelnden überregionalen Anziehungskraft. Uns fehlen einfach die Leuchttürme.″ Wenn man kein Geld von der Stadt bekomme, könne man keine bekannten Bands nach Osnabrück bringen. Momentan haben wir Osnabrücker Bands, die für Osnabrücker Bürger spielen.″ Man brauche eine Kehrtwende, sonst stehe irgendwann nur noch ein Bierfass auf dem Marktplatz. Er betont, dass es auch bei den anderen Betreibern viel Unmut gebe.

In einigen Wochen soll es eine Nachbesprechung mit der Stadt geben, darum hatte Heede gebeten. Die nächste Maiwoche findet vom 10. bis 19. Mai 2019 statt.

Bildtext:
Gut besucht: das Konzert von Dirty Deeds am ersten Wochenende der Maiwoche.
Foto:
André Havergo

Kommentar
Wetter gut, alles gut?

Was das Wetter angeht, kann man getrost von einer Bomben-Maiwoche sprechen. Abgesehen vom ersten Sonntag schien fast durchgängig die Sonne, und das bei fast sommerlichen Temperaturen. Für viele Besucher und Betreiber wird die 46. Maiwoche allein deswegen ein Erfolg gewesen sein.

Doch nicht zu vergessen ist das fehlende Maidorf. Betreiber Frederik Heede spricht von 80 Prozent Umsatzrückgang. Das ist für einen Unternehmer ein schmerzlicher finanzieller Verlust, doch noch schlimmer ist der Profilverlust. Der Partytempel auf dem Platz des Westfälischen Friedens war beliebt und war eines der Wahrzeichen der Maiwoche.

Heede und Christoph Sierp haben mit ihrer Kritik recht: Worin unterscheidet sich die Maiwoche noch von anderen Dorffesten? Gegessen und getrunken wird überall. Wo ist das Besondere, was das Osnabrücker Straßenfest einzigartig macht? Das könnten größere Bühnen oder bekanntere Bands sein.

Osnabrück. Von Freitag bis Samstag wurde die Maiwoche wieder durch das Hasestraßenfest erweitert. Auf drei zusätzlichen Bühnen gab es für die Besucher unter anderem neben stimmungsvoller Mittelaltermusik auch erstmalig eine öffentliche Versteigerung.

Als Highlight der von der Firmengruppe Abromeit veranstalteten Auktion konnten die Besucher ein funktionstüchtiges Honda-Motorrad ersteigern, eine 1200er-Honda Goldwing, die schon einige Jahrzehnte über die Straßen bewegt wurde. Aber auch für Besucher, die nicht so tief in den Geldbeutel greifen wollten, gab es jede Menge zu holen.

Wir wollen hier eine Auktion für jedermann veranstalten″, erklärte Auktionator Frank Abromeit, bei Versteigerungen in Auktionshäusern fühlten sich viele Menschen durch professionelle Händler abgeschreckt, aber: Hier können auch Privatleute in geselliger Atmosphäre Schnäppchen machen.″ Die versteigerten Gegenstände wurden zuvor alle ordnungsgemäß gepfändet.

Zwischen originalen Adidas-Trainingsanzügen, diversen Alkoholika, Bildern und CDs konnten die Bieter günstigstenfalls für nur einen Euro seltene Sammlerstücke mit nach Hause nehmen. Auch wenn die Stimmung später etwas auflockerte, war die Bieterlaune bei den Besuchern eher verhalten. Viele Sachen wurden ohne ein Gebot wieder von der Bühne genommen. Jedenfalls konnte das Motorrad als Höhepunkt der Veranstaltung punkten. Ein glücklicher Bieter erwarb das Schwergewicht für 3500 Euro.

Bemerkenswert war neben der Auktion aber auch die zeitgleich auftretende Mittelalterband Sonor Teutonicus. Mit ihrer stilechten und traditionellen Musik fungierte die Gruppe als starker Zuschauermagnet und verhalf der Abromeit-Versteigerung durch einen spontanen Bühnenumzug mitsamt Instrumenten und Verstärkern zu einem größeren Publikum. Durch tatkräftige Unterstützung aller Beteiligten war das Konzert kurzerhand in wenigen Minuten ca. 200 Meter weitergewandert.

Insgesamt war die Stimmung auf dem Hasestraßenfest gewohnt ausgelassen und gesellig. Auch die Schausteller zogen bis zum Samstagnachmittag eine gute Bilanz. Das Fest sei wieder sehr gut angenommen und von vielen Leuten besucht worden, berichteten sie übereinstimmend.

Bildtext:
Für 3500 Euro wurde die Goldwing beim Hasestraßenfest versteigert.
Foto:
H. Pentermann
Autor:
Benjamin Havermann, jkr


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