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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Abgelaufene Sohlen und tolle Radwege
Zwischenüberschrift:
Fazit nach einer Woche Reportertausch: Osnabrück ist in jedem Fall eine Reise wert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Weniger Grün″ in der Stadt, weniger Grün″ an der Ampel nicht nur das unterscheidet Osnabrück von Siegen. Der Siegener Tauschreporter Jan Krumnow blickt zurück.

Osnabrück. Vorbei ist sie, meine Tauschreporter-Woche in Osnabrück. Als ich am Montagmorgen auf dem Weg in die Friedensstadt war, hatte ich bis auf ein paar rudimentäre Wikipedia-Kenntnisse keinen blassen Schimmer, was mich in der Stadt erwarten würde. Nach den fünf Tagen, die ich statt in unserem Büro bei der Siegener Zeitung″ im News-Tower″ der NOZ verbracht habe, kann ich sagen, dass ich garantiert nicht zum letzten Mal hier war. Und wie das so ist, wenn man sich in einer fremden Stadt befindet, beginnt man schnell, Vergleiche zu ziehen. Was ist anders? Welche Gepflogenheiten erkennt man wieder? Was hat man anderswo schon einmal entdeckt? Der Versuch eines Vergleichs.

Über Berge, die hier eher Hügel sind, habe ich mich ja bereits reichlich ausgelassen. So war auch das Laufprogramm hier in der Stadt weniger anstrengend als daheim, wo es direkt hinter meiner Haustür in den Wald, aber eben auch rund 100 Höhenmeter nach oben geht. Dankbar war ich freilich für die zahlreichen Tipps der NOZ-Kollegen, aber auch von Lesern, wie man möglichst schnell ins Grüne kommt, weg von den Hauptstraßen, auf denen mindestens so viel Verkehr fließt wie auf denen in Siegen. Eines kann man nämlich definitiv sagen: Meine Heimatstadt ist, auch in ihrem Innersten, wesentlich grüner als das Städtchen an der Hase. Mehr Bäume, mehr Freiflächen und, bedingt durch die Topografie, fast immer ein Wald am Hang im Blickfeld.

Der Radfahrer ist König

Dahingegen ist das große Plus Osnabrücks die Möglichkeit, auch einmal ungeschwitzt mit dem Fahrrad von A nach B zu kommen. Das große Radwegenetz, die guten Markierungen und sogar eigene Ampeln machen Radfahren in Osnabrück zum Vergnügen. Die Radfahrer haben sich deutlich von den motorisierten Teilnehmern im Straßenverkehr emanzipiert, was zuweilen schon einmal zu wilden Fahrmanövern auf zwei Rädern führen kann. Dieses forsche Abbiegen, Über-Dunkelgelb-Fahren oder Fußgängerzonen-Nutzen würde ich mich in meiner Heimat so nicht trauen, weil der Bumerang nicht lange auf sich warten lassen würde.

Weiterer Aspekt beim Thema Straßenverkehr: Hier hat die soziale Marktwirtschaft selbst bei den Radarkontrollen Einzug gehalten. Das habe ich so zuvor noch nirgends gesehen. Da wird man aus einer Art Anhänger geblitzt, der vermutlich des Morgens am Straßenrand abgestellt wird. Das schmückende Beiwerk, der in aller Regel stundenlang Buch lesende Verwaltungsmitarbeiter, fiel dem Spardiktat zum Opfer.

Noch nie habe ich eine Stadt erlebt, in der man noch während des Shopping-Bummels das gerade neu gekaufte Paar Schuhe anziehen muss, weil das alte komplett abgelaufen ist. Das hat zum einen mit dem unnachgiebig durch die Sohlen drückenden Pflaster zu tun, zum anderen aber auch mit der Länge der Shopping-Meile. Während man in Siegen mittlerweile in der Unterstadt zumeist in einer dreistöckigen Shopping-Mall der kurzen Wege″ flanieren geht (was ich übrigens nicht sonderlich angenehm finde), sind hier im Bezug auf die Wegstrecken Nehmerqualitäten gefragt. Fürs Erste war ich froh, die Lage in dieser Woche sondieren zu können, bevor ich irgendwann mit meiner Frau (und vielleicht den Kindern) zurückkomme.

Ein Thema, auf das ich in unserer Stadt schon lange warte, ist eines, das sich hierzulande bereits wieder hinter dem Pflug befindet: Das Bezahlen des Parkens mit dem Handyticket kam offensichtlich in der Friedensstadt nicht so gut an, wobei der Anruf einer Rufnummer, um den Platz zu buchen auch nicht wirklich multimedial daherkommt.

Das war der Blick auf den ruhenden Verkehr. Nun derjenige auf den rollenden Verkehr: Vielleicht hatte ich einfach nur Pech. Allerdings glaube ich, mit meinem Auto noch nie vor solch vielen roten Ampeln gestanden zu haben. Mit der grünen Welle″ scheint es in Osnabrück Ebbe zu sein. Das erinnerte mich fast an jene Straße, auf der die Stadt Siegen kürzlich die Grünphasen halbierte, um den Verkehr auf unsere Stadtautobahn zu zwingen.

Der Grund: Im Messbecher an besagter Straße landete in den vergangenen Jahren zu viel Feinstaub. Mit der sehr ungewöhnlichen Maßnahme erzielte man jetzt allerdings kurioserweise die ersten Erfolge. Vielleicht kommen wir in Siegen ja doch um ein Diesel-Fahrverbot herum.

Bildtext:
Das Radfahren empfindet Tauschreporter Jan Krumnow in Osnabrück als sehr angenehm im Vergleich zu seiner bergigen Heimat Siegen. Aber: Er wundert sich über die Regelignoranz mancher Radler.
Foto:
David Ebener
Autor:
Jan Krumnow


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