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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neues Hotel auf den Spuren der 20er-Jahre
 
So soll das neue Hotel aussehen
Zwischenüberschrift:
Architektenwettbewerb: Neubau anstelle der Sportarena wie in den Zwanzigern
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Am Neumarkt nimmt der nächste Mosaikstein Gestalt an. Eine neunköpfige Jury hat entschieden, dass der Hotelneubau auf der Fläche der früheren Sportarena nach dem Entwurf des Planungsbüros Rohling pbr aus Osnabrück gebaut werden soll. Der Immobilienkaufmann Theodor Bergmann hatte acht Architektenteams aus dem In- und Ausland eingeladen, Entwürfe für die Fasadengestaltung des achtgeschossigen Gebäudes einzureichen. Darunter war auch das Büro MAS aus Hengelo, das dem 2014 fertiggestellten Hasehaus auf der anderen Straßenseite ein Gesicht gegeben hat. MAS kam auf Platz 3. Der Entwurf von pbr setzt auf horizontale Bänder und markante Rundungen, die an Formen der 20er-Jahre erinnern. Nach Bergmanns Vorstellungen soll das Hotel im Sommer 2020 fertig sein.

Klare Kanten, runde Ecken, hochwertige Materialien: Anstelle der Sportarena soll ein Hotelneubau entstehen, der gestalterisch die 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts aufleben lässt. Beim Architektenwettbewerb gab es ein einstimmiges Votum für das Planungsbüro Rohling (pbr) aus Osnabrück.

Osnabrück. Die Adresse Neumarkt 3 wird künftig dem Hotel Ninety-Nine gehören in einem Gebäude, das der Osnabrücker Immobilienkaufmann Theodor Bergmann für die Hamburger Centro-Gruppe errichtet. Bergmann hat in Absprache mit der Stadt acht Architektenbüros aus dem In- und Ausland zu einem Wettbewerb für die Fassadengestaltung eingeladen.

Dass mit der pbr AG ein Team aus Osnabrück gewann, war eine faustdicke Überraschung auch für die Jury, in der neben dem Kölner Architekten Prof. Peter Schmitz auch Stadtbaurat Frank Otte und mehrere Ratsmitglieder vertreten waren. Vom Projektteam waren die Beiträge zuvor anonymisiert worden.

Von einer hochwertigen Gestaltung sprach der Juryvorsitzende Peter Schmitz im abschließenden Pressegespräch am Donnerstag. Mit seinem zweigeschossigen Sockel und der horizontalen Staffelung der Fensterbänder setze der Baukörper einen städtebaulichen Akzent an der Nordostecke des Neumarkts. Die Urheber des Entwurfs hätten sich für eine insgesamt wertige und dem Ort angemessene Architektursprache″ entschieden.

Zwei Restaurants sollen in dem Hotel Platz finden. Die gastronomische Nutzung bestimmt innen und außen den Blick auf das Erdgeschoss, während der Hoteleingang etwas versteckt an der Seite zur Hase angeordnet wird. Der Baukörper soll sieben Vollgeschosse bekommen, die achte Ebene tritt hinter der Fassade zurück.

Was er mit der Form des Baukörpers ausdrücken will, hat Heinrich Eustrup, Vorstandsvorsitzender der pbr AG, auf Anfrage unserer Redaktion so erklärt: Die gewählte Rundung entspreche dem auf diesem Grundstück abzubildenden gelenkartigen, städtebaulichen Richtungswechsel vom Neumarkt in die Wittekindstraße″. Mit seiner erhöhten Eckbetonung fungiere das Bauwerk als point de vue″ aus beiden Richtungen. Eustrup bekennt sich in diesem Zusammenhang zur Bautradition des Architekten Erich Mendelsohn, der vor mehr als 100 Jahren das Gebäude der Berliner Schaubühne gestaltet hat.

Der Entwurf von pbr lässt an der Ecke einen Freiraum, der sich über die beiden unteren Etagen erstreckt. Dieser Luftraum, der keine planerische Vorgabe war, verleiht dem Gebäude eine Großzügigkeit, die bei anderen Wettbewerbsbeiträgen vermisst wurde. Eine Ideallösung″, befand Stadtbaurat Frank Otte. Und der Juryvorsitzende Peter Schmitz würdigte, dass die architektonische Note insgesamt eine Win-win-Situation″ darstelle für den Investor gleichermaßen wie für die Öffentlichkeit.

Trotz der Loblieder auf den Siegerentwurf hatte es in der Jury auch Diskussionen gegeben, wie sich auf Nachfrage herausstellte. Denn mit dem Rückgriff auf die Goldenen Zwanzigerjahre″ stellte sich für die Architekten im Preisgericht eine grundsätzliche Frage, die Schmitz so formulierte: Sind wir nicht mutig genug, heutige Antworten zu finden?

Baubeginn in einem Jahr

Die gestalterische Qualität habe darüber hinweggeholfen, hieß es aus der Jury, aber an das pbr-Team wurde der Wunsch herangetragen, bei der Nachbearbeitung feine Elemente aus der Jetzt-Zeit einzuweben. Das trauen wir dem Büro zu″, fasste Schmitz zusammen. Diese Nuancen könnten sich in den Materialien und den Farben ausdrücken, lautete der väterliche Rat. In diese Richtung haben sich die Entwurfsverfasser selber schon bewegt, indem sie etwa schwarze Fotovoltaikmodule in die Fensterbänder einfügten.

So weit ging man bei den Entwürfen der Mitbewerber gar nicht ins Detail, weil es unter den neun Jurymitgliedern von Anfang an eine Präferenz für den Plan des Siegers gab. Auf Platz 2 kam das Architekturbüro Heimspiel aus Münster, das mit einer filigranen Betonfassade um die Gunst des Preisgerichts warb. Ganz ansehnlich, aber ein bisschen das, was heute üblich ist″, lautete der Kommentar eines Jurymitglieds.

Frischer, mutiger und vielleicht etwas überzogen″ empfand der Vorsitzende Schmitz hingegen den Entwurf von MAS Architekten aus dem niederländischen Hengelo, der auf Platz 3 landete. MAS hat am Neumarkt bereits mit dem 2014 fertiggestellten Hasehaus einen Akzent gesetzt.

Das seit März leer stehende Gebäude der Sportarena am Neumarkt 3 soll noch in diesem Jahr von der Bildfläche verschwinden, nur das Kellergeschoss bleibt. Im Frühjahr 2019 will Theodor Bergmann mit dem Hotelneubau starten. Fertigstellung soll im Sommer 2020 sein. Das wird sehr sportlich werden″, sagt der Bauherr, aber er ist zuversichtlich, dieses Ziel zu halten.

Wie Architekten die Stadt verändern: Lesen Sie mehr im Internet auf noz.de

Bildtexte:
Neuer Akzent am Neumarkt: So soll der Hotelneubau aussehen, der anstelle der Sportarena entstehen soll.
Zeichnung:
pbr
Klares Votum: Der Juryvorsitzende Peter Schmitz erläutert, wie das Hotel am Neumarkt aussehen soll.
Foto:
H. Pentermann

Kommentar
Frischer Wind für den Neumarkt

Den Tunnel haben sie weggebaggert. Mit dem Einkaufszentrum geht es nicht voran. Die Autos sollen nicht mehr durch, die Busse schon. Der Platz ist ein Provisorium mit versifften Ecken, in denen es übel riecht. Und der soll Fußgängerzone werden? Osnabrücks offene Wunde, der Neumarkt, scheint die ideale Zielscheibe zu sein für alle, die gerne lautstark ihren Frust ablassen. So trostlos der Anblick heute auch sein mag die Weichen sind gestellt. In drei Jahren wird sich der Neumarkt zu einer Attraktion gemausert haben.

Mit dem Hasehaus hat Osnabrücks zentraler Platz erstmals den frischen Wind zu spüren bekommen, auf den viele so lange gehofft hatten. Anspruchsvolle Architektur versprechen auch die beiden Hotelbauten, die der Immobilienkaufmann Theodor Bergmann auf dem Grundstück der Sportarena und vor dem Neumarkt-Carree errichten will. Parallel dazu wird die Stadt dafür sorgen, dass der öde Asphalt einem Freiraum weicht, auf dem sich Passanten gerne aufhalten.

Irgendwann in den nächsten Jahren wird es kippen, das negative Bild, das viele noch vom Neumarkt haben. Und dann wird es vielleicht auch mehr Verständnis dafür geben, dass Autos nicht überall freie Fahrt haben müssen, wo Menschen auf den Beinen sind.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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