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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lokale Lösung als Alternative?
 
Blick nach Siegen: Investor trat zurück
Zwischenüberschrift:
Neumarkt: Aus der Perspektive des Tauschreporters stellen sich viele Fragen
 
Auf dem Herrengarten-Areal entsteht jetzt viel „Grün″
Artikel:
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Originaltext:
Der Blick durch eine andere Brille verhilft manchmal zu neuen Perspektiven. Im Rahmen des Reportertauschs beschäftigt sich der Siegener Kollege mit der Diskussion um den Neumarkt.

Osnabrück. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Aus der Perspektive eines Neubürgers″ betrachtet, erscheint der Streit um den Osnabrücker Neumarkt arg festgefahren. Einig sind sich wohl alle, dass der sprichwörtliche Glanz vergangener Zeiten, was das leer stehende Ypso-Gebäude betrifft, längst verblasst ist. Eine Stadt, die gerade in ihrem Innersten viel zu bieten hat, leistet sich einen hässlichen Schandfleck, an dem noch dazu täglich Tausende Autos vorbeirollen. Nun könnte man den Wunsch nach einem autofreien Neumarkt vielleicht damit begründen, dass das hässliche Gebäude dann nicht mehr von Autofahrern gesehen wird. Aber das wäre wohl zynisch.

Schönes Zentrum als Ziel

Würden sich die verschiedenen (Streit-) Parteien allerdings auf das besinnen, was sie verbindet, lägen sie gar nicht so weit auseinander. Denn alle wollen doch eine schönere Innenstadt. Fakt ist: Der Investor Unibail Rodamco kommt nicht in die Gänge, was den Bau eines neuen Shopping-Centers betrifft. Fakt ist aber auch: Die Hürden, die die Stadt Osnabrück dem Investor auferlegt hat Stichwort: Neuvermietungsquote sind so hoch, dass man als Außenstehender ins Grübeln kommt, was die Stadt denn nun eigentlich will. Liegt ihr der Bau eines weiteren Einzelhandelsstandortes am Herzen, oder spielt der Bau der rund 16 500 Quadratmeter Verkaufsfläche für das Oberzentrum vielleicht gar nicht die entscheidende Rolle? Bislang ist mit Sinn-Leffers nur ein Ankermieter für die neue Shopping Mall gewonnen worden, der aufgrund seiner Osnabrücker Historie den Druck auf den Investor in Sachen Neuvermietungsquote noch einmal erhöht.

Filialisten skeptisch

Geht man nun davon aus, dass ein Shopping-Center moderner Prägung, egal ob vom deutschen Riesen ECE oder von Unibail Rodamco gebaut, meist fast ausschließlich auf Filialisten setzt, muss man sich fragen, warum nicht längst weitere Mieter ins Netz der Franzosen gegangen sind. Alle überregional agierenden Unternehmen, die noch nicht in Osnabrück beheimatet sind und für eine Ansiedelung in der Friedensstadt infrage kämen, haben heutzutage eine Expansionsabteilung, die das Potenzial eines Standortes nüchtern anhand von Zahlen analysiert. Was könnte es also für Gründe geben, dass bislang nur Sinn-Leffers angebissen hat? Es muss entweder mit der Friedensstadt an sich zu tun haben oder aber damit, dass eine Filialeröffnung an der engeren Peripherie der Innenstadt vielleicht deutlich weniger attraktiv ist, als sich im wahren″ Zentrum Osnabrücks anzusiedeln. Letzteres erscheint mit dem externen Blick auf die (kaum vorhandenen) Leerstände und die Struktur der Flaniermeilen deutlich wahrscheinlicher.

Was bringt die Zukunft?

Das wiederum wirft die Frage auf, was man dann mit dem verwahrlosten und nicht mehr vermarktbaren Bestandsgebäude machen könnte. Abreißen, klar! Aber was kommt danach? Eine Nutzung als Grünfläche wäre genauso denkbar wie der Ausbau zu einem Uni-Teilstandort oder Ähnliches. Doch egal, welche Lösung in Betracht kommt heimische Investoren sind der Schlüssel zum Erfolg. Sie haben ein ernstes Interesse an einem solchen Projekt, sie zahlen ihre Steuern in der Stadt, und sie stellen Ansprechpartner vor Ort, die sich der Kommune in zahlreichen Fragen verpflichtet fühlen. Könnte man durch ein einheimisches Investment innerhalb Osnabrücks eine gewisse Euphorie entfachen, wäre ganz sicher auch die Frage zur Verkehrsthematik deutlich leichter zu lösen.

Bildtext:
Noch stehen die Ampeln für den Neumarkt in Osnabrück auf Rot.
Foto:
Jan Krumnow

Was ist der Reportertausch

Der Reporter-Tausch 2018 ist eine Aktion des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

Noch bis 20. Mai kommen die Teilnehmer in Lokalredaktionen in einer fremden Region zum Einsatz.

An der Aktion nehmen 55 Redakteurinnen und Redakteure von 29 Zeitungen aus ganz Deutschland teil.

In der Stadtredaktion der NOZ gastiert Jan Krumnow, der normalerweise für die Siegener Zeitung im nordrhein-westfälischen Siegen unterwegs ist.

Er schaut sich Osnabrücker Themen durch die Brille eines Fremden″ an und beschreibt seine Eindrücke täglich in der NOZ.

Osnabrück. Beton oder Grünfläche? In Siegen haben sich Bürger im Jahr 2016 für das Grün ausgesprochen, obwohl ein heimischer Investor, eine GmbH, bestehend aus der heimischen Sparkasse sowie zwei Bauunternehmen, eine 70er-Jahre-Bausünde entfernen und durch ein neues Gebäude ersetzen wollte.

Das sogenannte Herrengarten-Areal sollte Heimat einiger Geschäfte werden, abseits der ganz großen Shopping-Laufwege. Die Siegerländer Investoren ließen sich erweichen, signalisierten ihre Bereitschaft, das Areal an die Stadt Siegen zu verkaufen.

Die wiederum, monetär nicht gerade auf Rosen gebettet, hievte das Projekt in ein Städtebau-Förderprogramm des Landes NRW und bekommt nun 80 Prozent der Kosten aus Düsseldorf bezahlt. Mit dem Ergebnis, dass eine Grünfläche künftig das noch viel größere Projekt Siegen zu neuen Ufern″ ergänzt. Im dessen Rahmen war, ebenfalls mithilfe von Fördergeldern, unter anderem die mit einer Betonplatte bedeckte Sieg wieder freigelegt worden. Am Ufer entstanden großzügige Treppenanlagen, die dafür sorgten, dass sich die 100 000-Einwohner-Stadt heutzutage deutlich einladender präsentiert.

Als dann auch noch das Herrengarten-Projekt folgte, kam man zu der Erkenntnis, dass die Fahrwege und Parkregelungen für Autos in diesem Bereich neu geregelt werden sollten.
Autor:
Jan Krumnow


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