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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bulle Miguel tut sich bislang schwer
Zwischenüberschrift:
Wie der Osnabrücker Zoo die Nashornzucht ankurbeln will
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Tote Hose im Tal der grauen Riesen″: Noch nie ist es dem Zoo Osnabrück gelungen, ein Nashornbaby zu züchten. Selbst Bulle Miguel, vor drei Jahren mit der Empfehlung von neun Vaterschaften aus Holland gekommen, müht sich am Schölerberg bislang vergeblich.

Osnabrück. Miguel, oder besser: Miguelin, wie das 20 Jahre alte Rhinozeros mit vollem Namen heißt, ist eigentlich ein Don Juan unter den Breitmaulnashörnern. Geboren in Spanien, gelangte er im Mai 2015 über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) von Kerkrade nach Osnabrück. Zu seinem Stammbaum gehören vier Töchter und fünf Söhne. Doch Nachwuchs Nummer zehn lässt auf sich warten.

Dabei sind die Osnabrücker Nashornweibchen Lia und Amelie einer Paarung mit dem dickhäutigen Schürzenjäger alles andere als abgeneigt. Der Bulle versteht sich gut mit den beiden Kühen, weshalb sie ihn ja auch decken lassen. Miguel kopuliert regelmäßig mit Amelie, auch mit Lia″, stellt Zoodirektor Michael Böer fest. Allerdings mögen sämtliche Versuche einer natürlichen Fortpflanzung nicht so recht fruchten. Nashornbaby? Fehlanzeige.

Doch woran liegt es, dass bei dieser laut Weltnaturschutzorganisation IUCN potenziell gefährdeten Tierart in Osnabrück bisher keine Trächtigkeiten erzielt″ wurden, wie es der Zoodirektor ausdrückt? Böer vermutet einen Zusammenhang mit dem Transfer von Nashornkuh Marcita nach Erfurt im Dezember 2016. Sie galt am Schölerberg als Unruhestifterin, gegen die ihre beiden Artgenossinnen kaum ankamen. Es könne sein, dass Lia und Amelie sich noch nicht auf die neuen Kräfteverhältnisse in der Gruppe eingestellt haben und deshalb ihr Eisprung ausbleibt.

Möglicherweise benötigen die bisher durch Marcita in der Rangordnung etwas supprimierten Nashornkühe doch mehr als eine Warmsaison, um ovulationsfähige Zyklen zu entwickeln″, erklärt Böer. Um dem ersehnten Zuchterfolg bei den Nashörnern auf die Sprünge zu helfen, setzt der Zoo Osnabrück jetzt ausgerechnet auf eine vorübergehende Trennung der Tiere.

Vorbild sei die Natur: Denn auch in freier Wildbahn, sprich im Süden Afrikas, würden weibliche und männliche Breitmaulnashörner nicht andauernd zusammenleben. Miguel und die Weibchen sollen deshalb in den kommenden Monaten nur dann länger in einem Gehege gehalten werden, wenn das Verhalten der Kühe auf einen bevorstehenden Eisprung deutet″. In der Zwischenzeit hätten die Dickhäuter weder Blick- noch Körperkontakt, könnten sich aber weiterhin hören und riechen. Damit seien sie auch in den Trennungsphasen nicht voneinander isoliert.

Die ersten Untersuchungen zeigen uns, dass das ein guter Weg ist″, sagt der Zoodirektor. Wir haben in den vergangenen Monaten mittels Stresshormon-Analysen und Verhaltensbeobachtungen durch Wissenschaftler der Universität Osnabrück bereits feststellen können, dass regelmäßige Trennungsphasen zwischen Miguel und den Weibchen zu einer gewissen Entspannung und tendenziell niedrigeren Cortisolwerten bei allen Nashörnern führten.″ Für die Osnabrücker Zuchtgruppe ist das veränderte Haltungsschema gewissermaßen die letzte Chance. Sollte es nicht zur ersehnten Trächtigkeit führen, dreht sich das europaweite Nashornkarussell unter Umständen aufs Neue. Böer: Dann würden wir mit dem EEP-Koordinator nochmals über einen Austausch der Partner sprechen.″

Im Fall von Nashornkuh Marcita hat dieser übrigens ein glückliches Händchen bewiesen. Schon ein gutes halbes Jahr nach ihrem Umzug vom Schölerberg in den Zoopark Erfurt war sie zum ersten Mal in anderen Umständen. Das Jungtier wird Ende 2018 erwartet. Bulle Dino brauchte angeblich nur fünf Anläufe. Wenn das der Miguel wüsste . . .

Alles zum Zoo im Themenportal auf noz.de/ zoo

Bildtext:
Fifty Shades of Grey: Im Tal der grauen Riesen″, einem Teilbereich des Osnabrücker Zoos, leben Breitmaulnashörner mit Pinselohrschweinen (Bild) und Zebras zusammen.
Foto:
Gründel
Autor:
Sebastian Stricker


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