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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sorgende Gemeinschaft in der Wüste
Zwischenüberschrift:
Die Nachbarschaftshilfen Wüstenstraße, Kiwittstraße und August-Hölscher-Straße
Artikel:
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Originaltext:
Sich gegenseitig helfen, füreinander da sein: Die Nachbarschaftshilfe Wüstenstraße engagiert sich seit fünf Jahren ehrenamtlich und unbürokratisch für hilfesuchende Bewohner.

Osnabrück. Das Angebot der Nachbarschaftshilfe gibt es in der Osnabrücker Wüste bereits in drei Straßen: Für die Wüstenstraße ist Renate Wall mit fünf anderen freiwilligen Helfern zuständig. Marianne Steinhoff engagiert sich mit drei weiteren Frauen seit November 2017 in der Kiwittstraße. Neu dazugekommen ist Heike Brandt, die nun in der August-Hölscher-Straße ehrenamtlich tätig ist und noch Mitstreiter sucht. Die 2011 vom Vorsitzenden Wolfgang Timm gegründete ehrenamtliche Wüsteninitiative stellt die Basis des vielfältigen Engagements im Wüstenquartier dar.

Das Motto der Nachbarschaftshilfe ist so simpel wie aussagekräftig: Jeder, der Hilfe braucht, soll diese auch bekommen. Meistens sind es kleinere Hilfestellungen im Alltag, wie zum Beispiel das Erledigen von Einkäufen, Kochen oder die Begleitung zum Arzt oder zu Ämtern. Manchmal geht es aber einfach nur darum, anderen Zeit zu schenken für einen gemeinsamen Spazierengang oder einfach nur für ein Gespräch.

Obwohl sich in der engen Nachbarschaft bereits viele Menschen gegenseitig helfen, gibt es noch einen großen Bedarf. Die Idee ist, die Nachbarschaft zu pflegen und aufeinander aufzupassen. Den Menschen solle ermöglicht werden, auch im Alter in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu können, sagt Wall. Sie ist überzeugt: Es sollte in jeder Straße so etwas geben.″

Wall und Steinhoff sprechen aus eigener Erfahrung: Steinhoff war vor einiger Zeit durch einen Unfall und Wall durch eine Operation vorübergehend körperlich eingeschränkt. Die Hilfe von Freunden und Nachbarn wurde für sie zum Schlüsselerlebnis. Jeder könne in eine Situation kommen, in der er plötzlich auf Hilfe angewiesen ist, so Steinhoff.

Generationsübergreifende Hilfe ist der 55-Jährigen besonders wichtig. Jeder hat eine Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Diese Verantwortung möchte ich ausfüllen und leben.″ So wird nicht nur älteren Menschen Hilfe angeboten, sondern zum Beispiel auch jungen Familien, die wegen Berufstätigkeit manchmal auch außerhalb der Kita-Zeiten auf eine Kinderbetreuung angewiesen sind die Nachbarschaftshilfe kann vieles möglich machen.

Älteren Menschen falle es oft nicht leicht, den Kontakt zu suchen und Hilfe anzunehmen, so Wall. In der ehemaligen Kneipe Gelas Treff″ am Blumenhaller Weg 75 treffen sich Wüstenbewohner wöchentlich zum Austausch und gemütlichem Beisammensein im Bürgertreff Wüste. Einmal im Jahr veranstaltet die Initiative das Wüstenstraßenfest, um Menschen zusammenzubringen und die Gemeinschaft zu stärken. Und in der monatlich erscheinenden Zeitschrift Wüstenwind″ wird über Neues aus dem Stadtteil, bevorstehende Veranstaltungen und Projekte informiert.

Die Nachbarschaftshilfe beschränkt sich nicht nur auf die jeweiligen Straßen, sondern ist auch für die nähere Umgebung zuständig. In der vorderen und hinteren Wüste ist die Wüsteninitiative direkter Ansprechpartner.

Wichtig sei das Thema Nachbarschaftshilfe auch angesichts des Pflege- und Betreuungsnotstands, betont Steinhoff. Die Nachbarschaftshilfe biete Entlastung im nichtmedizinischen Bereich.

In den Köpfen der Leute muss sich Verantwortung für ihre Mitmenschen festsetzen″, ist Steinhoff überzeugt. Geplant ist, das Projekt weiter publik zu machen, um so noch mehr Menschen zu erreichen und der Nachbarschaftshilfe ein Gesicht zu geben. Öffentliche Mittel fließen dafür übrigens nicht. Alle Kosten der Initiative werden durch Spenden gedeckt.

Bildtexte:
Engagiertes Trio: Renate Wall (Wüstenstraße), Marianne Steinhoff (Kiwittstraße) und Heike Brandt (August-Hölscher-Straße, von links).
Frau Renate Wall engagiert sich bei der Nachbarschaftshilfe und wohnt in der Wüstenstraße.
Fotos:
Swaantje Hehmann
Autor:
Lena Fischer


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