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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Investor plant Baumarkt in Hellern
 
Ein neuer Baumarkt für Hellern?
Zwischenüberschrift:
Globus hat Interesse: Standort an der Rheiner Landstraße nicht ohne Probleme
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Viele Heimwerker aus den westlichen Stadtteilen trauern immer noch dem Baumarkt Max Bahr nach, der 2014 geschlossen wurde. Jetzt wagt die saarländische Globus-Gruppe einen neuen Anlauf in Hellern. Sie will einen Baumarkt an der Rheiner Landstraße errichten. Der Standort ist allerdings nicht unproblematisch. Es gibt Befürchtungen, dass die Verkehrsbelastung auf ein unerträgliches Maß steigen könnte, außerdem ist die favorisierte Fläche im Bebauungsplan als Grünfläche eingetragen. Um das Projekt zu realisieren, müsste ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden. Die Stadt hat sich bisher nur in nicht öffentlichen Sitzungen mit dem geplanten Baumarkt befasst. Stadtbaurat Frank Otte erklärte auf Anfrage, die Verwaltung habe noch keine abschließende Meinung dazu.

Hellern wird möglicherweise wieder einen Baumarkt bekommen. Die saarländische Globus-Gruppe hat ein Auge auf ein Grundstück an der Rheiner Landstraße geworfen. Doch gegen die Pläne gibt es Vorbehalte. Ein Teil der Fläche ist nämlich auch als Park-and-Ride-Platz im Gespräch.

Osnabrück. Nach Informationen unserer Redaktion soll der Baumarkt, den das Unternehmen aus St. Wendel betreiben will, etwa so groß werden wie der von Hornbach an der Hannoverschen Straße. Das vier Hektar große Grundstück befindet sich zwischen den beiden Kreisverkehren an der Rheiner Landstraße, direkt angrenzend an das Restaurant Poseidon. Auf dem Parkplatz sollen bis zu 400 Autos abgestellt werden können. Globus hat angekündigt, 80 bis 100 Mitarbeiter beschäftigen zu wollen.

Noch keine Meinung

Der Bebauungsplan Nr. 257 (Gewerbegebiet Hellern-Süd) erlaubt es derzeit nur, die Fläche als Grünland oder Wald zu nutzen. Wenn etwas gebaut wird, ist allenfalls ein Lärmschutzwall zulässig, aber kein Baumarkt. Auf einem kleineren Teil des Areals befindet sich ein Wäldchen mit jungen Laubbäumen, und die müssten dem Bauvorhaben weichen. Ob sich der Rat auf eine Änderung des Bebauungsplans einlässt, ist noch nicht sicher.

Stadtbaurat Frank Otte bestätigte auf Anfrage, dass es Überlegungen″ gebe, in Hellern einen Baumarkt zu errichten. Nähere Einzelheiten wollte er jedoch nicht nennen. Die Bauverwaltung prüfe das Vorhaben, bislang gebe es aber keine abschließende Meinung dazu.

Aus Hellern war in den vergangenen Jahren immer wieder der Ruf nach einem neuen Baumarkt laut geworden, nachdem Max Bahr seine Filiale dort vor vier Jahren geschlossen hatte. Bei Planern und Politikern gibt es zwar Sympathie für die Ansiedlung, sie befürchten aber zugleich, dass sich die Stadt Probleme einhandelt, wenn sie den von Globus favorisierten Standort freigibt. Es geht um die folgenden Punkte:

Park and ride: Die Fläche an der Rheiner Landstraße ist eine der letzten im Westen der Stadt, die sich als Pendlerparkplatz anbieten. Deshalb gibt es Widerstände, sie zu bebauen.

Verkehrsbelastung: Schon mit der Eröffnung des Möbelhauses Ikea hat die Belastung der Rheiner Landstraße erheblich zugenommen. Mit einem Baumarkt würde ein weiterer Magnet für den Autoverkehr entstehen. Das Gegenargument lautet, dass sich für viele Kunden aus den westlichen Stadtteilen kürzere Wege ergeben würden.

Wohnbebauung: Der nordwestliche Abschnitt der Großen Schulstraße soll mit Wohnhäusern abgerundet werden ganz im Sinne der städtischen Zielvorgabe von mehr Wohnraum. Ein Baumarkt in direkter Nachbarschaft könnte da kontraproduktiv sein.

Flächenversiegelung: Dem Bauvorhaben von Globus müssten rund ein Hektar junger Laubwald und drei Hektar Grünland geopfert werden, während an der Hannoverschen Straße noch immer der frühere Praktiker-Baumarkt leersteht. Doch der Investor favorisiert den Standort abseits der Konkurrenz.

Altlast: Auf einem Teil der Fläche befand sich früher eine Tongrube, die bis in die 70er-Jahre mit Hausmüll, Gewerbeabfällen und Bauschutt verfüllt wurde. Noch heute sollen über dieser Altlast beträchtliche Mengen Methan aufsteigen. Aus diesem Grund müssten die Fundamente für den Baumarkt über dem Deponiekörper aufwendig abgedichtet werden. Dass der Investor diesen Mehraufwand in Kauf nehmen und eine Altlast bebauen würde, spricht nach Ansicht von Befürwortern für das Projekt. Denn eine Wohnbebauung wäre an dieser Stelle nicht zulässig.

Einzelhandelsplanung: Das Märkte- und Zentrenkonzept der Stadt lässt eigentlich keinen neuen Baumarkt für Hellern zu. Aber dieses Instrument für die Einzelhandelsplanung wurde nicht aktualisiert, als der Baumarkt Max Bahr der Insolvenz zum Opfer fiel.

Bisher wurde die Anfrage von Globus nur in nicht öffentlichen Sitzungen behandelt. Der Investor strebt eine Änderung des Bebauungsplans an. Dieses Verfahren, das eine Bürgerbeteiligung einschließt, will der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt aber erst auf den Weg bringen, wenn sich abzeichnet, dass die Vorteile schwerer wiegen als die Nachteile.

Bildtext:
An der Rheiner Landstraße in Hellern könnte ein neuer Baumarkt entstehen. Aber gegen den Standort gibt es eine Reihe von Vorbehalten.
Foto:
André Havergo

Kommentar
Andrang ist gewollt

Für viele Heimwerker wäre es bestimmt eine gute Nachricht, wenn Hellern wieder einen Baumarkt bekäme. Seit der Schließung von Max Bahr müssen sie kilometerweit fahren, um an Baumaterial und Werkzeuge zu kommen. Der kürzere Weg ist zwar ein gewichtiges Argument für den Baumarkt im westlichen Stadtteil. Aber der Rheiner Landstraße droht der Infarkt, weil sie schon jetzt stark belastet ist. Und Globus wird alles daransetzen, Kunden von überall her anzulocken.

Mit der Ansiedlung von Ikea drohte der Ausnahmezustand. Die Stadt baute Kreisverkehre und mehr Abbiegespuren, sie verbesserte die Ampelschaltungen und setzte einen Wegweiser auf der Autobahn durch. Im November kam die Blankenburg dazu, das Nahversorgungszentrum im früheren Baumarkt Bahr. Trotz aller Nachoptimierungen zeigte sich schnell, dass der Massenandrang nicht so leicht zu bändigen ist.

Jetzt also auch noch Globus? Liebe Heimwerker, das muss sorgfältig abgewogen werden. Im Interesse derer, die unter dem Verkehr leiden. Notfalls muss die Stadt auch mal Nein sagen.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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