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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Japan will von Osnabrück lernen
Zwischenüberschrift:
Austausch über Energiewende
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum dreizehnten Mal in den vergangenen eineinhalb Jahren hat eine Delegation aus Japan Osnabrück besucht, um sich mit Vertretern von Stadt und Wirtschaft über die Energiewende auszutauschen. Dabei haben beide Seiten eine gemeinsame Erklärung für eine nachhaltige Stadt unterzeichnet. Die Japaner wollen von Osnabrück als kommunaler Energieerzeuger lernen.

Osnabrück. Der Zeitplan für die 30-köpfige Delegation aus Odawara, einer Stadt rund 80 Kilometer südwestlich von Tokio, war eng gesteckt. Neben den Stadtwerken selbst machten sich die Gäste ein Bild von der innovativen Heizungsanlage des Nettebades und der E-Kartbahn inklusive kostenloser Probefahrt. Anschließend ging es zum Empfang ins Rathaus. Fritz Brickwedde, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, betonte dort die sehr intensiven Beziehungen zwischen Japan und Osnabrück″. Die gemeinsame Erklärung von Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Kato Kenichi, seinem Amtskollegen aus Odawara, werde wichtige Beiträge zum Klimaschutz leisten.

Station bei Stadtwerken

Vor allem zwei Themen standen ganz oben auf der Liste der Japaner: die Stadtwerke und das Solarkataster. Stadtwerke, wie wir sie kennen, gibt es in Japan nicht″, erläuterte Detlef Gerdts, Fachbereichsleiter Umwelt und Klimaschutz bei der Stadt Osnabrück. Es sei nicht ausgeschlossen, dass in Odawara ein kommunaler Energieversorger nach Osnabrücker Vorbild entstehe. Die Kommunen in Japan seien zwar für Trinkwasserversorgung oder Abfallentsorgung zuständig, im Energiesektor bisher allerdings kaum in Erscheinung getreten, fügte Kato Kenichi hinzu. Und trotz der Katastrophe von Fukushima habe sich die japanische Regierung wenig um erneuerbare Energien und Energiewende bemüht.

Genauso interessiert waren die Gäste aus Fernost an dem Projekt Sun Area″. Als erste Stadt Europas hatte Osnabrück 2008 ein flächendeckendes Solarpotenzialkataster von der hiesigen Hochschule erstellen lassen. Jeder Bürger kann so feststellen, ob sein Dach für eine Fotovoltaikanlage infrage kommt. Mittlerweile haben 1300 deutsche Städte und Gemeinden diese Methodik übernommen″, sagt Brickwedde. Auch Odawara plane, ein solches Kataster einzuführen. Für die japanische Delegation vor allem eine Kostenfrage: Das Solarkataster sei eine geeignete Maßnahme, die Bürger zu motivieren″, in erneuerbare Energien zu investieren, hob der japanische Botschafter Kotaro Kawamata hervor.

Keine Einbahnstraße

Die wechselseitigen Treffen in Deutschland und Japan werden organisiert, seit die frühere Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und ihre frühere japanische Amtskollegin Tamayo Marukawa im Mai 2016 Pläne für eine bilaterale Kooperation hinsichtlich Klimaschutztechnologien in die Wege geleitet hatten. Hierfür gibt es einen Vertrag über fünf Jahre. Finanziert wird der Austausch über die Ministerien der Länder. Aus Osnabrück sind bisher dreimal städtische Vertreter nach Japan gereist, um dort Erfahrungen auszutauschen. Beide Länder könnten dabei voneinander profitieren, betonte Detlef Gerdts, die Kooperation sei keine Einbahnstraße. Im Umgang mit Wasserstofftechnik habe Japan einen mehrjährigen Vorsprung im Umgang mit dieser Zukunftstechnologie″, sagte Gerdts. Wasserstoff als Energieträger könne beispielsweise bei Elektrofahrzeugen als Antriebsquelle genutzt werden. Ähnlich sieht es auch Stephan Rolfes, Vorstand der Stadtwerke: Die Ideen auf beiden Seiten befruchten sich.″

Andererseits habe es bereits Workshops gegeben, bei denen sich japanische Installateure von Fotovoltaikanlagen bei ihren deutschen Kollegen Tipps und Techniken abgucken konnten, erzählte Gerdts weiter. Ein Ende sei nicht in Sicht: Im September werde sich Gerdts wieder Richtung Japan aufmachen. Zwei Wörter muss er dann nicht übersetzen lassen: Stadtwerke″ und Energiewende″ haben die Japaner kurzerhand direkt aus dem Deutschen übernommen.

Bildtext:
Sichtlich Spaß hatte Kenichi Kato, Oberbürgermeister von Odawara, bei seiner Probefahrt im Nettodrom. Detlef Gerdts reicht ihm den Helm.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Steffen Siekmeier


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